„Aktionsplan Lkw-Verkehre“

Duisburg will Lkw-Verkehr mit Konzept in den Griff kriegen

Rheinhausen ist einer der Orte in Duisburg, wo Anwohner unter dem Lkw-Verkehr der Logistikstandorte zu leiden haben. Daran soll sich jetzt etwas ändern.

Rheinhausen ist einer der Orte in Duisburg, wo Anwohner unter dem Lkw-Verkehr der Logistikstandorte zu leiden haben. Daran soll sich jetzt etwas ändern.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Stadt und Hafen wollen den Lkw-Verkehr in Duisburg regulieren. Vor allem das „Wildparken“ in Wohngebieten soll künftig unterbunden werden.

Mit „Angeboten und Verboten“, so formuliert es Oberbürgermeister Sören Link (SPD), wollen Stadt und Hafen die Lkw-Situation in Duisburg verbessern. Auf diesen zwei Säulen fußt der neue „Aktionsplan Lkw-Verkehre“, ein Konzept, das die in der Nähe von Logistikstandorten gelegenen Wohngebiete von parkenden Lastern befreien soll. Den Aktionsplan haben Link, Hafenchef Erich Staake und Stadtdirektor Martin Murrack am Montag in Walsum vorgestellt, auf dem Gelände der einstigen Papierfabrik, wo derzeit Logport VI entsteht.

Die Anwohner vom Durchgangsverkehr zu entlasten, sei das eine, so Link: „Dafür bauen wir gerade in Meiderich und bald auch in Walsum Umgehungsstraßen.“ Man müsse aber auch verhindern, dass Lkw-Fahrer während ihrer Ruhepausen die Fahrzeuge einfach am Straßenrand abstellen. Das ist gerade in Rheinhausen ein altbekanntes Problem, in Walsum befürchten nicht wenige Anwohner ähnliche Zustände, wenn Logport VI einmal in Betrieb ist.

Stadt Duisburg will erst Infrastruktur schaffen, dann Parkverbote erlassen

Erster Teil der Lösung soll eine ausreichende Zahl an Stellplätzen sein. Auf Logport VI kündigt Staake deshalb Parkmöglichkeiten auf einer Fläche von gut 10.000 Quadratmetern für 30 Lkw und 80 Zugmaschinen an. In Ruhrort soll am Becken C ein noch größerer Parkplatz gebaut werden: Auf fast 30.000 Quadratmetern sollen 66 Lkw und 155 Zugmaschinen Platz finden. Außerdem soll der bereits bestehende Parkplatz bei Logport III in Hohenbudberg auf gut 6000 Quadratmeter für etwa 80 Lkw erweitert werden.

Zusätzlich zu den Stellplätzen wollen Hafen und Stadt jeweils auch Sanitärgebäude für die Fahrer bauen. Übernachtungsmöglichkeiten bereitzustellen, liege dagegen in der Verantwortung der Partner und Kunden, sagt Staake, der es ausdrücklich begrüßt, wenn die auf den Logports ansässigen Unternehmen private Unterkünfte einrichten.

Ist die Infrastruktur einmal geschaffen, will die Stadt mit Verboten und anderen Regulierungen aktiv werden. Murrack kündigt an, in besonders belasteten Bereichen Lkw-Parkverbote einzurichten, Kontrollen zu intensivieren und Verstöße konsequent mit Abschleppen und Bußgeldern zu ahnden.

Oberbürgermeister Sören Link bekennt sich klar zur Osttangente

Schließlich soll auch die Digitalisierung des Lastverkehrs zur Entspannung beitragen. Apps könnten künftig den Verkehrsfluss intelligent steuern, auch zwischen Parkplätzen und Werkstoren. Die Entwicklung solcher Anwendungen sei nicht leicht, sagt Staake, und berichtet beispielhaft von einem kürzlich gescheiterten Projekt mit der Firma Siemens: „Man kann vieles machen, aber es funktioniert längst nicht alles.“ Stadtdirektor Murrack, der auch Digitalisierungsdezernent ist, verfolgt dennoch das Ziel einer smarten Verkehrssteuerung. „Das ist aber erst der zweite Schritt nach der Ausweitung der Parkflächen“, so Murrack.

Link bekennt sich bei der Gelegenheit noch einmal klar zur Verlängerung der Osttangente in Rheinhausen. „Die Rheinhauser haben einen Anspruch auf Entlastung“, so Link, „genau wie die Menschen in Meiderich oder Walsum.“ Es gebe in Duisburg einen „klaren politischen Konsens“, die Umgehungsstraße auf der linken Rheinseite erweitern zu wollen.

Duisburger „Aktionsplan Lkw-Verkehre“ soll offen und flexibel gestaltet sein

Alle Beteiligten betonen, mit dem neuen Aktionsplan nicht nur die Lebensqualität der Anwohner steigern, sondern auch die Arbeit der Lkw-Fahrer deutlich erleichtern zu wollen. „Wir müssen aber auch die Spediteure in die Pflicht nehmen, dass sie ihre Fahrer anweisen, nur noch diese Flächen zum Parken zu nutzen“, ergänzt Staake.

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Das Konzept soll keinem starren Zeitplan folgen, sondern sich mit den Erfordernissen vor Ort fortlaufend aktualisieren. „Im Bereich der Digitalisierung verändert sich ständig vieles“, nennt Murrack einen Grund dafür, warum er den Aktionsplan möglichst offen und flexibel halten will.

>> DREI STANDORTE FÜR LKW-PARKPLÄTZE IN DUISBURG

• Der „Aktionsplan Lkw-Verkehre“ sieht an vorerst drei Stellen in Duisburg Parkplatzflächen vor. In Rheinhausen-Hohenbudberg existiert bereits der Lkw-Parkplatz an der Dahlingstraße / Turmstraße; er muss jetzt erweitert werden.

• Die geplanten Stellplatzflächen in Ruhrort und Walsum müssen dagegen neu gebaut werden. In Ruhrort soll der Parkplatz zwischen Sympherstraße und Berliner Brücke (A 59) gebaut werden, in Walsum am Ende der Theodor-Heuss-Straße.

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