Kultur

Duisburg: Wilhelm-Lehmbruck-Preis für Künstlerpaar

Janet Cardiff und George Bures Miller fühlen sich „sehr geehrt“, dass sie in diesem Jahr ausgezeichnet werden.

Janet Cardiff und George Bures Miller fühlen sich „sehr geehrt“, dass sie in diesem Jahr ausgezeichnet werden.

Foto: Foto: Zev Tiefenbach / RR

Duisburg.  Die Stadt Duisburg, der Landschaftsverband Rheinland und die Stiftung des Lehmbruck-Museums zeichnen Janet Cardiff und George Bures Miller aus.

Die Stadt Duisburg, der Landschaftsverband Rheinland (LVR) und die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum ehren Janet Cardiff und George Bures Miller mit dem Wilhelm-Lehmbruck-Preise – es ist eine der renommiertesten Auszeichnungen für Bildhauer. Der Preis wurde 1966 erstmals in Erinnerung an Wilhelm Lehmbruck vergeben. Erster Preisträger war Eduardo Chillida. Nun erhält das in Grindrod (Kanada) und Berlin lebende Künstlerpaar die Ehrung.

Raumbezogene Werke berühren verschiedene Gattungen

Die Jury unter dem Vorsitz von Rein Wolfs würdigt Janet Cardiff und George Bures Miller „als Künstler, die mit ihrem multimedialen Werk ein ganzes Genre geprägt haben. Mit ihren Klangräumen und fesselnden Geschichten haben sie sich in das kollektive Gedächtnis eines internationalen Publikums eingeschrieben.“ Die raumbezogenen Werke berührten so verschiedene Gattungen wie Theater, Kino, Musik, Klangkunst und Hörspiel und beziehen das Publikum den Erfahrungsraum ein, der mit allen Sinnen zu erleben ist. „Besonders hat uns überzeugt,“ so die Jury, „dass Cardiff und Miller nicht ausschließlich für das Museum arbeiten, sondern mit ihren suggestiven Hörspaziergängen ihr Wirkungsfeld auch in den öffentlichen Raum der Städte erweitern und so Grenzen und Barrieren durchdringen.“

Die beiden fühlen sich durch die Auszeichnung mit dem Wilhelm-Lehmbruck-Preis 2020 sehr geehrt: „Wir freuen uns außerordentlich, diesen Preis erhalten zu haben und sind begeistert, mit dieser Würdigung nun in einer Reihe mit so vielen von uns seit Jahren verehrten Künstlern zu stehen.“ Dass der international renommierte Preis bereits im dritten Jahr nach der letzten Preisvergabe wieder verliehen werden kann, ist der großzügigen Förderung des Landschaftsverbandes Rheinland zu verdanken, der das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro bereitstellt. Auch die begleitende Sonderausstellung im Lehmbruck Museum, die dem Werk der Preisträger gewidmet ist, wird maßgeblich von ihm finanziert. Zukünftig wird der Wilhelm-Lehmbruck-Preis wieder alle fünf Jahre vergeben.

„Ich freue mich sehr, dass der Preis nun wieder regelmäßig verliehen werden kann, um zeitgenössische Künstler zu ehren und damit an das Werk des großen Duisburger Bildhauers zu erinnern“, so Oberbürgermeister und Kuratoriumsvorsitzender der Museumsstiftung. „Dafür, dass die Auszeichnung nur drei Jahre nach der Preisverleihung an Rebecca Horn, erneut vergeben werden kann, sind wir dem Landschaftsverband zu großem Dank verpflichtet“, betont auch Kulturdezernent Thomas Krützberg. „Der neue Name des Preises ist ein Versprechen für eine langfristige, kulturelle Partnerschaft mit dem LVR, auf die wir uns sehr freuen.“

LVR Rheinland engagiert sich finanziell und übernimmt das Preisgeld

Milena Karabaic, LVR-Kulturdezernentin und Jury-Mitglied, bekräftigt das Engagement des Landschaftsverbandes: „Neben der Unterstützung regional bedeutender Ausstellungskonzepte sehe ich den Sinn unseres Engagements auch darin, überzeugende und mit weiter Strahlkraft wirkende, kulturelle Höhepunkte zu unterstützen, die über die Landesgrenzen hinaus von dem exzellenten künstlerischen Renommee des Rheinlandes zeugen.“ In der Arbeit des Lehmbruck Museums würden sich Innovation und Exzellenz verbinden. „Wir sind überzeugt, mit dem Preis an einer kreativen und zukunftsfähigen Vision der Kunstlandschaft NRWs mitzugestalten.“

Für Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla ist es „eine große Ehre, dass in diesem Jahr zum ersten Mal ein international renommiertes Künstlerpaar den Preis bekommt. Janet Cardiff und George Bures Miller eröffneten mit ihrem Werk neue Perspektiven für die Skulptur des 21. Jahrhunderts. „Sie schaffen suggestive Räume, die in ihrer Intensität unvergleichlich sind. Das Fühlen von Klängen, die fast geisterhafte Anwesenheit des Nichtgreifbaren, schafft eine körperliche Präsenz, die eine neue Idee von Skulptur entstehen lässt.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben