Promis bei Milser

Duisburg: Weltstars und Royals stiegen im Landhaus Milser ab

Antonio Pelle, neben Rolf Milser Geschäftsführer im Landhaus Milser, erzählt, welche Prominente im Duisburg Hotel abgestiegen sind. Es waren bei Weitem nicht nur die Star-Kicker der italienischen Nationalmannschaft, die dort ihre Visitenkarte abgegeben haben.

Antonio Pelle, neben Rolf Milser Geschäftsführer im Landhaus Milser, erzählt, welche Prominente im Duisburg Hotel abgestiegen sind. Es waren bei Weitem nicht nur die Star-Kicker der italienischen Nationalmannschaft, die dort ihre Visitenkarte abgegeben haben.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Weltstars aus Musik und Sport, hochrangige Politiker und der europäische Hochadel: Diese Promis stiegen schon im Duisburger Landhaus Milser ab.

Seit der Eröffnung des Landhauses Milser in Duisburg-Huckingen im Jahr 1997 gehen dort Prominente ein und aus. Weltstars aus Sport und Musik, hochrangige Politiker und sogar der europäische Hochadel waren zu Gast. Antonio Pelle, neben Rolf Milser Inhaber des Hotels, hat gegenüber der Redaktion ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert und auch erzählt, bei welchem Besuch er ins Stottern geriet.

„Das war 2004, als uns Fürst Rainier von Monaco ein Jahr vor seinem Tod mit seiner Familie, mit Sohn Albert, Tochter Caroline und ihrem Mann Ernst August, Prinz von Hannover, die Ehre gab“, so Pelle. Anlass war das Champions-League Finale zwischen AS Monaco und dem FC Porto in der Schalke-Arena. Die monegassische Mannschaft um den damaligen Trainer Didier Deschamps verbrachte sechs Tage im Landhaus Milser, die Fürstenfamilie blieb für zwei Nächte.

Die Sicherheitsvorkehrungen im Duisburger Hotel waren enorm

„Die Sicherheitsvorkehrungen waren enorm“, sagt Pelle. „Das ganze Hotel war gesperrt. Spürhunde haben mehrmals alle Hotelzimmer durchsucht. Fürst Rainier hatte natürlich unsere 220 Quadratmeter große Präsidentensuite gebucht.“

Pelle weiß noch genau, wie aufgeregt er war, als ihn der Fürst zu einer Fünf-Minuten-Audienz bestellte. „Ich habe ja normalerweise eine ziemlich große Klappe, aber bei ihm habe ich doch angefangen zu stottern. Er hat mir dann vorgeschlagen, Italienisch, meine Muttersprache, zu sprechen. Dann ging’s besser.“ Das Eis habe der royale Gast schnell gebrochen: „Er wollte wissen, warum in unserem italienischen Restaurant so viele blonde Frauen arbeiten...“

Große Feier mit Fürst Rainier im Landhaus Milser

Trotz der 0:3-Niederlage der AS Monaco gegen Porto im Finale auf Schalke haben 250 Gäste – darunter die adelige Familie, Fußballer und Formel-1-Legende Gerhard Berger – groß im Duisburger Hotel gefeiert. „Wir haben dem Fürsten sein Lieblingsgericht gemacht“, erzählt Pelle. „Penne mit Pesto – eine extra große Portion.“

Noch heute bekomme er Gänsehaut, wenn er an den Besuch zurückdenkt. „Fürst Rainier war ein unglaublich sympathischer und vor allem bescheidener Mann.“ Dem Hotel brachte die adelige Stippvisite den internationalen Durchbruch. „Meine Mutter hat mich damals plötzlich im italienischen Fernsehen gesehen“, sagt Pelle, der aus dem kalabrischen Ort San Luca stammt.

Der Aufenthalt des Fußball-Weltmeisters bleibt unvergessen

Als er mit seinem Kompagnon Rolf Milser, als Gewichtheber-Olympiasieger von 1984 selbst ein Sport-Promi, 1997 das Hotel eröffnete, war es schnell vor allem für viele Fußball-Bundesligisten eine beliebte Anlaufstelle – durch die Lage, die gute Autobahnanbindung und die Möglichkeit, auf dem ganz in der Nähe gelegenen Platz des VfL Duisburg trainieren zu können.

„Borussia Mönchengladbach war der erste Verein, der uns einfach mal ausprobiert hat“, erzählt Pelle. Danach gibt sich die nationale und später auch internationale Fußball-Elite ein Stelldichein. Von Lothar Matthäus bis Bundestrainer Jogi Löw. Unvergessen, der Aufenthalt der italienischen Nationalmannschaft während der WM 2006 in Deutschland.

Als eine Palme mit Sambuca „gegossen“ wurde

„Das waren 35 Tage Kirmes“, erinnert sich Pelle heute noch mit glänzenden Augen. Die Fenster wurden blau abgedunkelt, die Lobby wurde zum Wohnzimmer der Spieler, in den Konferenzräumen standen Kicker, Billard- und Tischtennisplatten zum Zeitvertreib. Und die jungen Mitarbeiterinnen schmachteten die Stars von Luca Toni bis Andrea Pirlo an.

Gegessen wurde gut – viel Fisch, wenig Fleisch – und mitunter abends auch mal tiefer ins Glas geschaut, wie Pelle mit einigen Jahren Abstand nun verrät. „Ich erinnere mich an einen Abend, als Pirlo mit mir aus ziemlich großen Gläsern Sambuca trinken wollte“, so der Hotelier. „Ich habe den Schnaps immer in die Palme gekippt. Die hat am nächsten Tag den Kopf hängen lassen...“ Im Gegensatz zu den italienschen Kickern.

Die Rückkehr der italienischen Star-Kicker mit dem WM-Pokal

Trainer Marcello Lippi habe ihnen damals voll vertraut. „Sie durften essen und trinken, was sie wollten“, erzählt Pelle. „Sie wussten, welche Mission sie hatten…“ Als Pirlo und Co. nach dem Finalsieg in Berlin noch in der Nacht mit dem WM-Pokal ins Landhaus Milser Hotel zurückkehrten, war die Freude grenzenlos. „Eine unvergessliche Zeit“, sagt Pelle. Wie eine große Familie? „Besser!“

Grundsätzlich gelte für Promis: „Je berühmter, desto unkomplizierter“, sagt der Hotelier. „Ich hab in all den Jahren nicht einen Stinkstiefel erlebt.“ Der Gitarren-Virtuose Carlos Santana etwa, vor rund 20 Jahren wegen eines Konzerts in Oberhausen bei Milser, sei zwar wortkarg gewesen, aber ein toller Typ.

Von Santana über Götz George bis Anthony Hopkins

Einfach cool sei auch H. P. Baxxter, Frontmann der Techno-Band Scooter und regelmäßiger Gast im Landhaus. So auch Schauspieler Ralf Möller, ein Freund von Rolf Milser, und Francis Rossi von der Rockband Status Quo, der jüngst noch Werbung für sein neues Album im Duisburger Hotel machte.

Pierre Brice, einzig wahrer und inzwischen verstorbener Winnetou-Darsteller, gab sich während eines Theater-Engagements in Duisburg ebenfalls mal die Ehre, ebenso Schimanski-Darsteller Götz George und Schauspieler Mario Adorf. Und auch der britische Schauspieler Anthony Hopkins, bekannt aus dem Film „Das Schweigen der Lämmer“, nächtigte schon im Landhaus Milser.

Angela Merkel schaute für einen Cappuccino und ein Stück Kuchen vorbei

Über Nacht blieb Angela Merkel vor einigen Jahren zwar nicht. Dafür habe die Bundeskanzlerin spontan vorbeigeschaut, wie sich Sigrid Köllmann, Assistentin der Hotelgeschäftsführung, erinnert. „Sie stand plötzlich mit Bodyguards vor der Tür und bestellte sich in unserem Garten einen Cappuccino und ein Stück Kuchen.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben