Stadtentwicklung

Duisburg: Wedau-Nord soll Technologie-Quartier werden

Das ehemalige Ausbesserungswerk Wedau der Bahn soll Keimzelle für die Entwicklung des 30-Hektar-Areals zum Technologie- und Innovationsquartier werden.

Das ehemalige Ausbesserungswerk Wedau der Bahn soll Keimzelle für die Entwicklung des 30-Hektar-Areals zum Technologie- und Innovationsquartier werden.

Foto: Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Das alte Ausbesserungswerk der Bahn in Wedau soll Keimzelle für die Entwicklung zum Technologiequartier sein. Erste Projekte gibt es schon.

Nach dem Erwerb des einstigen Waggonwerks in Duisburg-Wedau und der nördlich angrenzenden Flächen durch die städtische Gebag wird die Planung für das rund 30 Hektar große Areal allmählich konkret. „Es ist unser Ziel, Wedau-Nord zu einem echten Technologie- und Innovationsquartier zu entwickeln“, gibt Andree Haack, Beigeordneter für Wirtschaft und Strukturentwicklung, die Richtung vor. Zur Finanzierung hofft die Stadt auf Strukturfördermittel des Bundes für die einstigen Kohleregionen.

Abriss-Arbeiten an der Werkstättenstraße sollen bald beginnen

Während die Gebag in Kürze mit dem Abriss von Altgebäuden des Ausbesserungswerks an der Werkstättenstraße beginnen will, nimmt ein Projekt der Duisburger Verkehrs- und Versorgungsgesellschaft Gestalt an. „Die DVV beschäftigt sich mit Plänen für den Bau eines Dienstleistungsrechenzentrums in Wedau“, bestätigt Ingo Blazejewski, Sprecher der Stadtwerke-Holding, Überlegungen, ein entsprechendes Grundstück nördlich des Waggonwerk-Areals zu erwerben.

Mit der Universität Duisburg-Essen (UDE) gebe es Gespräche, einen Teil des Rechenzentrums zu mieten. Diese Partnerschaft ist nicht neu: Die Hochschule nutzt bereits das Rechenzentrum der DVV im Logport Rheinhausen.

GfW soll „schlagkräftiger und effektiver werden“

Mit einer Aufrüstung des Wirtschaftsdezernats um eine Stabstelle und einer Umstrukturierung der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GfW) bereitet sich die Stadt auf die Entwicklung der Großprojekte am Alten Güterbahnhof und Wedau-Nord vor.

Für GfW-Chef Ralf Meurer, der sich künftig der Vermarktung städtischer Flächen widmen soll, wird ein Nachfolger gesucht (wir berichteten). Der soll mit seinem Team vor allem kleine und mittlere Unternehmen sowie Start-ups unterstützen. „Es gibt eine große Erwartungshaltung, dass die GfW mit einer neuen Struktur schlagkräftiger und effektiver wird“, sagt Dezernent Haack.

Universität Duisburg-Essen als Partner von Gebag und GfW

Ausgangspunkt für die Entwicklung zwischen Hauptbahnhof und Wedauer Brücke soll das historische Bau-Ensemble des Waggonwerks werden. Partner von Gebag und Wirtschaftsförderung soll dort die Universität Duisburg-Essen werden.

Die Hochschule hat bereits im vergangenen Jahr in einem „Letter of Intent“ ihre Absicht zur Zusammenarbeit bekundet, ihre Vorstellungen aber bisher noch nicht konkretisiert. „Wir sind noch nicht so weit“, sagt UDE-Kanzler Jens Andreas Meinen. Aktuell läuft die Vorbereitung für einen Hochschulstandort-Entwicklungsplan. Er soll aufzeigen, wie es mit dem Campus Duisburg bis 2030 weitergeht. Im zweiten Quartal 2020 soll Klarheit herrschen – dann werde sich die Uni auch zu ihrem Engagement in Wedau äußern, kündigt Meinen an.

Wirtschaftsdezernent und Uni-Kanzler im Gespräch

So ist auch der Zeitplan des Wirtschaftsdezernenten, mit dem der Uni-Kanzler im Gespräch ist. „Einen ganz klaren Fingerzeig im späten Frühjahr“ kündigt Andree Haack für den gemeinsamen Weg an: „Die Story soll vor dem Sommer stehen.“

Wirtschaftsförderer und Universität könnten dort gemeinsame Bemühungen um Gründer und junge Unternehmen konzentrieren. Mit der Einrichtung des zentralen Gründerzentrum Guide (Gründungen und Innopreneurship Duisburg-Essen) stellt sich die UDE gerade neu auf. „Wir wollen die Gründungskultur an beiden Campi und der Uniklinik ausbauen“, so Prof. Dagmar Führer-Sakel, die zuständige Prorektorin.

Ausbildung und Vorbereitung studentischer Unternehmer könnte die Hochschule übernehmen, Finanzierungsberatung, Förderung und Begleitung junger Firmen Part der GfW sein. Die Idee der Nutzung der denkmalgeschützten Werkshalle des Waggonwerks als Startup-Center will Wirtschaftsdezernent Haack erneut aufgreifen: „Ich halte das für möglich und realistisch.“

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