Stadtentwicklung

Duisburg: So geht es am Ausbesserungswerk in Wedau weiter

Am ehemaligen Ausbesserungswerk der Bahn in Wedau sind die Bauarbeiten gestartet.

Am ehemaligen Ausbesserungswerk der Bahn in Wedau sind die Bauarbeiten gestartet.

Foto: Christoph Wojtyczka / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Das Ausbesserungswerk der Bahn in Duisburg lag lange im Dornröschenschlaf. Nun rollen auf dem riesigen Areal Bagger. „Masterplan“ ist in Arbeit.

Für das Wohnprojekt „6-Seen-Wedau“ hat der Rat am Donnerstag den Bebauungsplan verabschiedet, auch nördlich der Wedauer Brücke rollen jetzt die Bagger: Sanierung und Abriss der Altgebäude des einstigen Bahn-Ausbesserungswerks an der Werkstättenstraße markieren den Start für die Entwicklung der rund 30 Hektar großen Fläche zum „Technologiepark Wedau-Nord“.

„Das ist nur ein Arbeitstitel, es wird wohl noch einen anderen Standort-Namen geben“, sagt Jens Sperke. Der Diplom-Geograf ist seit kurzem Abteilungsleiter Flächenentwicklung bei der Gebag, die das Gelände Ende des vergangenen Jahres von der DB Immobilien erworben hat. Die Universität, hochschulnahes Gewerbe und Forschungseinrichtungen – so die Zielrichtung der Stadtplanung für die Besiedlung. Das braucht Zeit und langen Atem: Die Entwicklung wird wohl ebenso lange benötigen wie der Dornröschenschlaf seit Schließung des ehemaligen Bahn-Ausbesserungswerkes vor 15 Jahren.

Uni in Wedau: „Sinn macht nur eine große Lösung“

Zeit braucht die Universität Duisburg-Essen (UDE), die eine Absichtserklärung unterzeichnet hat, sich in Wedau zu engagieren. In welchem Umfang, das wird sich in den nächsten Monaten klären. UDE-Kanzler Jens Andreas Meinen arbeitet an einem Hochschulstandort-Entwicklungsplan. In diesem Zug kommen die Immobilien auf den Prüfstand. Möglich ist ein sukzessiver Umzug der Ingenieurwissenschaften aus den Gebäuden an der Bismarckstraße. „Sinn macht eigentlich nur eine große Lösung“, sagt der Kanzler. Doch die braucht nicht nur Zeit, sondern wahrscheinlich auch viel Geld für den Neubau der Fakultät.

Die Vorbereitungen sind nun angelaufen für den nach dem Baulücken-Paragrafen benannten „34er-Bereich“ rund um den Uhrturm des Werkfeuerwehr-Gebäudes. Im Gegensatz zum wesentlich größeren, nördlichen Areal, dass sich bis zu DB Cargo an der Masurenallee erstreckt, kann er ohne Bebauungsplan gestaltet werden. Derzeit läuft der Abriss: Die Federschmiede ist bereits Geschichte, Bagger ebnen das Gelände für den Bau eines Rechenzentrums, das der DVV-Konzern (Stadtwerke Duisburg) dort bauen wird. Seine Kapazitäten könnte auch die Uni nutzen.

Kolonne baut belastete Gebäudeteile aus

In den Hallen auf der gegenüberliegenden Seite baut eine Recycling-Kolonne belastete Gebäudeteile aus – danach werden diese Hallen abgerissen. Bleiben wird natürlich das Feuerwehr-Gebäude und das Kesselhaus. „Dafür ist ein Blochheizkraftwerk vorgesehen“, erläutert Sperke. Was wird mit den Sozial- und Verwaltungsgebäuden beiderseits des Werkstores? „Noch nicht klar, ob sie bleiben.“

Mit der Entwicklung eines städtebaulichen Rahmenplans hat die Gebag Albert Speer & Partner beauftragt – seit Ende 2019 sind die Planer des prominenten Frankfurter Architekten in Wedau unterwegs. „Wir wollen eine homogene Folgenutzung entwickeln, die sich in die vorhandenen Strukturen einfügt“, sagt Jens Sperke. In Gesprächen mit Uni, Stadt und dem Planungsbüro sollen die Vorstellungen zusammengeführt und in einem Masterplan fixiert werden. Der soll „konkrete Nutzungsbausteine verorten“ und Grundlage für einen Bebauungsplan sein.

Wie geht es mit den riesigen Hallen weiter?

Die Zukunftsfrage stellt sich auch für die riesige Halle, in der einst die Bahnwaggongs repariert wurden. Die filigrane Stahlkonstruktion habe die Frankfurter Planer begeistert, berichtet Sperke. Möglich, dass der westliche (neuere) Teil der Halle abgerissen, der östliche (ältere) erhalten bleibt. Denkmalschutz stünde dem nicht im Weg. Denkbar auch, das die Idee, dort Raum zu schaffen für Startup-Unternehmen aus dem Uni-Umfeld, wieder aufgegriffen wird. Auch für die beiden Hochbunker hinter der Halle gilt dieser Satz von Jens Sperke: „Alles kann, nichts muss.“

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