Schwimmen

Duisburg: So funktionieren die Corona-Regeln im Freibad

Der Mindestabstand von 1,50 Metern gilt auch am See von Duisburgs einzigem Freibad, das trotz Corona schon geöffnet hat.

Der Mindestabstand von 1,50 Metern gilt auch am See von Duisburgs einzigem Freibad, das trotz Corona schon geöffnet hat.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Duisburg-Neudorf.  Ein Freibad in Duisburg hat trotz Corona schon geöffnet. Die Corona-Regeln gelten auch im Becken und im See. So funktioniert die Umsetzung.

Guido Niechcial zieht gemeinsam mit Sohn Max seine Bahnen. Nicht nur die beiden Vereinsmitglieder des ASCD freuen sich, dass sie ihrer Lieblingssportart endlich wieder nachgehen können, auch sonst herrscht am Samstagnachmittag auf der Vereinsanlage an der Kruppstraße ein lebhaftes Treiben. Das ist nicht selbstverständlich: Die Vereinsanlage ist das einzige Freibad in Duisburg, das trotz Corona schon geöffnet hat.

Seit dem 20. Mai ist das Schwimmen in Nordrhein-Westfalen wieder erlaubt. Natürlich unter strengen Auflagen. An der Umsetzung dieser Bestimmungen hat auch Sprecher Nils Illinger mitgewirkt, der im Verein die Aufgabe des Corona-Beauftragten übernommen hat. „Die Auflagen lassen sich auf einer Anlage wie bei uns besser erfüllen als in einem großflächigen öffentlichen Freibad“, erläutert der junge ASCD-Pressewart. Da ist es nur folgerichtig, dass zum gleichen Zeitpunkt auch der ähnlich strukturierte Nachbarverein DSV 98 den Schwimmbetrieb wieder aufgenommen hat.

Stadtsportbund Duisburg half dem ASCD beim Corona-Konzept fürs Freibad

„Wir haben uns natürlich schon vor dem Starttermin Gedanken gemacht, wie wir unter den Corona-Bedingungen unsere Anlage wieder für Schwimmer öffnen können. Dabei sei die Unterstützung der Schwimmverbände und des Stadtsportbunds beim Erstellen des Gesamtkonzepts hilfreich gewesen. Dieses Konzept umfasst nicht nur die Vorgaben für die Nutzung des großen 50-Meter-Beckens, es betrifft das Verhalten auf der gesamten Anlage, von der Eingangskontrolle bis zum Auschecken.

Da nur Mitglieder Zugang zu der idyllisch gelegenen Sportanlage haben, ist kein lästiges vorheriges Dokumentieren der persönlichen Daten erforderlich. Die werden kurzerhand am Eingang durch das Vorzeigen des Mitgliedsausweises digital erfasst. Maskenpflicht herrscht an der Eingangspforte und beim Betreten geschlossener Räume (Toiletten, Geschäftsstelle). Die Umkleiden können nicht genutzt werden, mobile Umkleidezelte und Außenduschen stehen dafür als Ersatz bereit.

Nils Illinger schaut zufrieden auf die zahlreichen Besucher, die auf der großen Liegewiese am Ufer des Barbarasees unter Beachtung der Abstandsregeln die Pfingstsonne genießen: „Das funktioniert alles prima, die Leute verhalten sich wirklich gut, sind sehr diszipliniert.“

Die Bahnen im 50-Meter-Becken sind nach Schwimmtempo unterteilt

Richtiges Verhalten ist auch beim Schwimmen im beheizten 50-Meter-Becken gefordert. Hier hat man das Becken in vier abgetrennte, extra breite Schwimmbahnen aufgeteilt. Geschwommen wird im Kreisverkehr: Überholen ist nicht erlaubt, und drei Meter Abstand zum nächsten Schwimmer sind einzuhalten. Dabei sollten die Wassersportler ihr Leistungsvermögen selbst einschätzen und die für sie passende Bahn wählen. Die großzügig abgetrennten Bahnen sind nach Kategorien eingeteilt. Das geht vom gemütlichen Schwimmen bis zur Bahn für Sportler, die schnell unterwegs sind. Der Wechsel zwischen den Bahnen ist dabei nicht erlaubt.

Geregelt ist außerdem, dass der Zugang zum Becken ebenfalls getrennt ist. Ins Wasser geht an man der Startblockseite, heraus an der gegenüberliegenden Seite. Sichergestellt ist ebenfalls, dass sich nicht mehr als zehn Schwimmer pro Bahn im Wasser befinden dürfen.

Nils Illinger weist darauf hin, dass die Verbreitung von Viren im Schwimmbecken nicht möglich ist: „Viren werden durch das Chlor im Wasser sicher abgetötet.“ Ex-Wasserballer Guido Niechcial freut sich, die Anlage wieder nutzen zu können: „Das ist alles prima gelöst, die Anweisungen sind einfach und verständlich.“ Auch Sohn Max ist „superfroh“, wieder seinen Lieblingssport ausüben zu können: „Ich konnte zehn Wochen nicht schwimmen, endlich ist die Zeit vorbei.“

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