Kleinkunst

Duisburg: Neue Kleinkunstreihe beginnt vielversprechend

Veronika Maruhn und Sigi Domke sind die ersten Künstler der Veranstaltungsreihe Raumpoeten.

Veronika Maruhn und Sigi Domke sind die ersten Künstler der Veranstaltungsreihe Raumpoeten.

Foto: Jill Abanico / FUNKE Foto Services

Duisburg-Großenbaum.  Erfolgreiche Premiere für die neue Kleinkunstveranstaltungsreihe im Geschäft Dommers. Weitere Termine sollen folgen – bei freiem Eintritt.

Kleinkunstveranstaltungen in Kneipen, Kirchen oder Bibliotheken sind mittlerweile nichts Neues mehr. Aber Kabarett zwischen Tapeten und Dekostoffen ist eher selten. Dieses Experiment fand am Mittwochabend bei „Raumdesign Dommers“ in Großenbaum statt. Fest steht schon jetzt: Es wird wiederholt.

Dass die Idee von Inhaber Peter Dommers aufgegangen ist, wurde schnell deutlich. Rund 50 Kulturfreunde hatten es sich im Verkaufsraum des Fachgeschäfts fürs schöne Wohnen gemütlich gemacht und warteten gespannt darauf, was ihnen – bei freiem Eintritt – geboten wurde. Und das war durchaus von hoher Qualität.

Alle drei Monate soll es eine neue Veranstaltung geben

Peter Dommers ist selbst ein großer Kabarett- und Kleinkunstfreund. Zur Entwicklung des „Raumpoeten-Konzepts“ hat er sich mit Frank „Zepp“ Oberpichler fachkundige Hilfe ins Boot geholt. Oberpichler kennt sich als Musiker und Autor bestens in der Szene aus, als Veranstaltungs- und PR-Experte kann er zudem auf ein großes Netzwerk zurückgreifen. Peter Dommers freut sich über die gute Resonanz: „Toll, dass so viele Leute zur Premiere gekommen sind, wir wollen daraus eine Reihe machen und alle drei Monate neue Künstler präsentieren.“

Zur ersten Veranstaltung waren mit dem Musiker, Komponisten und Autor Sigi Domke und der Schauspielerin und Sängerin Veronika Maruhn Künstler am Start, die mit ihrem lockeren Mix aus Musikbeiträgen und humorvollen Lesungen für einen poesievollen Abend auf hohem Niveau sorgten. Als musikalisches Duo treten beide erst seit kurzem zusammen auf, allerdings gibt es die Zusammenarbeit bei anderen gemeinsamen Projekten schon seit vielen Jahren. Veronika Maruhn sang von der Liebe mit all ihren Facetten. Dabei waren die Texte zumeist witzig, aber auch zuweilen mit einem Schuss Melancholie versehen.

Ungewöhnliche Liebeslieder

Sigi Domke, der seit vielen Jahren auch für Herbert Knebel schreibt, hat die eher ungewöhnlichen Liebeslieder geschrieben. Mit Maruhn hat er die ideale Interpretin gefunden. Mit ihrem eindrucksvollen Vortrag faszinierte sie – begleitet von Domke auf der Gitarre – das Publikum geradezu, beide boten mit ihrer Darbietung ein Kleinkunsterlebnis allererster Güte. Das Essener Künstlerduo hatte aber noch mehr im Programm. So sorgten sie mit ihrer Kurzlesung aus Domkes urkomischen Alltagserzählungen „Helden sind immer die anderen“ für Dauerschmunzeln bei den Besuchern. Die Geschichten der nicht enden wollenden Telefongespräche mit der eigenen Mutter und deren weltbewegende Erlebnisse mit der Nachbarschaft dürften den meisten ziemlich bekannt vorgekommen sein.

Duisburg-Satiren von „Zepp“ Oberpichler

„Zepp“ Oberpichler hatte nicht nur das Premieren-Programm organisiert, sondern war auch ein Teil davon. Das geschah musikalisch mit eigenen Stücken, aber auch mit prima gecoverten Songs von Johnny Cash und Elvis Presley. Absolut großartig waren Oberpichlers satirische Betrachtungen zu Duisburg-spezifischen Aufregern wie die anfängliche euphorische Begleitmusik um das grandios gescheiterte Outlet-Mega-Projekt (Die Moritat vom D.O.C.) oder auch die Geschichte von „der Rose, der Rose, der Roselyn“, die soviel Gutes tun wollte, aber am Ende doch nur – mit kräftiger Beihilfe – „die Zahl ihrer Goldtaler mehrte“. Das damit die Geschehnisse um die frühere Geschäftsführerin der Werkstatt für Behinderte auf intelligente Weise satirisch verarbeitet worden war, lag auf der Hand.

Lieselotte Helms war von den „Raumpoeten“ begeistert: „Das war ein sehr schöner Abend, da passte einfach alles.“ Dem konnte Ehemann Wolfgang nur zustimmen: „Das war wirklich gut, besonders die Duisburg-Satiren von Zepp Oberpichler waren genial.“

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