Fall Marvin

Duisburg: Mutter von Marvin: „Das wird ein hartes Jahr“

In diesem Haus an der Hochstraße in Recklinghausen wurde Marvin gefunden. Wegen Kinderpornografie hatte die Polizei eine Wohnung durchsucht, dabei fand sie den vermissten Marvin K. in einem Schrank.

In diesem Haus an der Hochstraße in Recklinghausen wurde Marvin gefunden. Wegen Kinderpornografie hatte die Polizei eine Wohnung durchsucht, dabei fand sie den vermissten Marvin K. in einem Schrank.

Foto: Olaf Fuhrmann / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Staatsanwaltschaft Duisburg prüft, ob die Polizei im Fall Marvin Fehler gemacht hat. Mutter ist froh, dass ihr Kind lebt. Und sorgt sich doch.

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„Ich habe meinen Sohn wieder und wir sind alle glücklich darüber, dass er lebt!“ Das sagt Manuela B., die Mutter des über zweieinhalb Jahre verschwundenen Marvin aus Duisburg. Kurz vor Weihnachten wurde der Junge in der Wohnung eines Mannes entdeckt, der bereits wegen Kinderpornografie verurteilt war.

Die Staatsanwaltschaft Duisburg prüft aktuell, ob bei der Polizei Duisburg ein strafrechtliches Verhalten vorliegt. „Das ist noch kein Ermittlungsverfahren“, betont Sprecherin Marie Fahlbusch.

Staatsanwaltschaft prüft Hinweise, die nach der Sendung Aktenzeichen XY kamen

Man werde sorgfältig die vorliegenden Unterlagen prüfen. Dabei handele es sich vor allem um die „rund 50 Hinweise“ zu der Vermisstenanzeige, die nach der Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ im Sommer hereinkamen, erklärt Fahlbusch.

Nach Erkenntnissen einer Ermittlergruppe aus Recklinghausen sollen Hinweise zu dem einschlägig vorbestraften 44-Jährigen darunter gewesen sein. Marvin soll mehr als zwei Jahre bei ihm gelebt haben. Die zuständige Staatsanwaltschaft in Bochum geht davon aus, dass er dort Opfer von Straftaten wurde. Die Ermittlungen dazu laufen noch.

„Das Schlimmste war die Ungewissheit“

Marvin, inzwischen 15 Jahre alt, wird stationär in einer Jugendpsychiatrie behandelt. Seine Mutter telefoniert täglich mit ihm, besucht ihn regelmäßig. „Er weiß, dass wir alle hinter ihm stehen“, betont Manuela B.

Die Facebook-Seite, mit der sie jahrelang nach ihrem Sohn suchte, hat sie inzwischen gelöscht. „Ich bin so glücklich, aus der Ungewissheit herauszusein. Das war das Schlimmste in meinem Leben“, sagt die 53-Jährige. Zweieinhalb Jahre bangte und hoffte sie um ihren Sohn, suchte ihn über Plakate und Karten, in sozialen Netzwerken, in ganz Europa.

Natürlich sei ihr klar, dass es lange dauern wird, bis Marvin wieder gesund wird. „Ich schätze, das wird ein hartes Jahr für uns.“ Über Details der Zeit in Recklinghausen spreche sie nicht mit ihm. „Das ist Sache der Polizei!“ Natürlich sei es belastend, dass ihr Kind wegging, sich nicht gemeldet habe. Aber mit der Zeit werde alles herauskommen, ist sie sicher

Schwierige Zeit für die ganze Familie

Auch auf ihre Tochter (14) achtet die Mutter. In der Schule werde sie gut geschützt, dank einer aufmerksamen Schulleitung.

Nach drei Herzinfarkten ist auch Manuela B. gesundheitlich angeschlagen. Im Februar beginnt sie eine Reha, „ich möchte ja auch noch was länger leben.“

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