Gericht

Duisburg: Milde Strafe für Eifersuchtstat unter Frauen

Eifersucht und Alkohol brachten eine 39-jährige Duisburgerin dazu, in Fahrn ihre Nachbarin zu attackieren. In zweiter Instanz fand sie milde Richter.

Eifersucht und Alkohol brachten eine 39-jährige Duisburgerin dazu, in Fahrn ihre Nachbarin zu attackieren. In zweiter Instanz fand sie milde Richter.

Foto: Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Ein Streit von Nachbarinnen um den selben Mann endete mit der körperlichen Attacke einer 39-Jährigen. Berufungsgericht fällte mildes Urteil.

Zwei Frauen, die in denselben Mann verliebt waren und in Fahrn auch noch im selben Haus wohnten. So etwas kann zu einem Treffen vor Gericht führen. Im Falle einer 39-Jährigen, die am 24. November 2017 ihre Nachbarin an deren Wohnungstür attackierte, sogar schon zum zweiten Mal. Doch der Versuch der Staatsanwaltschaft, mit der Berufung eine höhere Bestrafung für die Angeklagte zu erwirken, scheiterte kläglich.

Die Angeklagte war die neue Lebensgefährtin des offenbar hoch begehrten Mannes. Für sie hatte er der Nachbarin den Laufpass gegeben. Doch die versuchte immer wieder, Kontakt zum Ex aufzunehmen. Zuletzt wegen einer angeblich defekten Waschmaschine. Als die Verflossene am Tattag einen entsprechenden Klebezettel an die Wohnungstür der Angeklagten heftete, riss der nicht mehr ganz nüchternen neuen Freundin der Geduldsfaden.

Schläge, ausgerissene Haare und ein misslungener Fußtritt

Sie schlug die Ex ihres Freundes, riss sie an den Haaren zu Boden und trat gegen ihren Kopf, wobei sie aber nicht richtig traf. Eine Tat, welche die 39-Jährige schon in erster Instanz zugegeben hatte, allerdings – damals wie heute – energisch bestritt, Pumps getragen zu haben. Das Amtsgericht Hamborn hatte sie wegen Körperverletzung zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft zog in die zweite Instanz. Angesichts der Tatsache, dass die Angeklagte vierfach einschlägig vorbestraft war und zur Tatzeit noch unter Bewährung stand, müssten es mindestens neun Monate sein. Außerdem forderte die Sitzungsvertreterin der Anklagebehörde aufgrund der Alkoholproblematik der 39-Jährigen deren Unterbringung in einer Entziehungsanstalt.

Für die Berufungskammer gaben andere Überlegungen den Ausschlag: Seit mehr als zwei Jahren hat die Angeklagte keine neuen Straftaten begangen, lebt offenbar längst abstinent. Zudem hat sie den Mann inzwischen geheiratet und zog mit ihm an eine neue Adresse. Und die Frauen haben es nach einer Aussprache geschafft, sich sogar die Hand zu geben. Das Gericht senkte die Strafe um zwei Monate.

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