Festnahme

Tumult in Marxloh: 18-Jähriger gehört zu libanesischem Clan

Der Tatort: Das Pollmannkreuz in Marxloh. Hier nahm der Tumult am Sonntag seinen Anfang.

Der Tatort: Das Pollmannkreuz in Marxloh. Hier nahm der Tumult am Sonntag seinen Anfang.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Bei der Festnahme eines 18-Jährigen in Duisburg-Marxloh ist es zu einem Tumult gekommen. Nun ist klar: Der junge Mann ist wohl Clan-Mitglied.

In den Tumult um eine Festnahme am Pollmannkreuz in Duisburg-Marxloh war offenbar auch ein libanesischer Clan verwickelt. 30 Menschen hatten am Sonntagnachmittag Polizisten an einem Hauseingang bedrängt, zwei Beamte wurden verletzt.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums wollten die Einsatzkräfte gegen 17.45 Uhr einen 18-Jährigen festnehmen, der wegen eines brutalen Angriffs vor einer Trinkhalle im Januar gesucht wird. Nach Informationen dieser Redaktion soll der junge Mann Mitglied eines libanesischen Clans sein. In Marxloh ist der 18-Jährige demnach kein Unbekannter.

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Der Festnahme wollte er sich entziehen, er flüchtete in einen Hauseingang an der Kaiser-Friedrich-Straße. Dort hielten die Polizisten ihn fest. Schnell bildete sich jedoch eine Traube von 30 Angehörigen des 18-Jährigen, die die Polizisten angingen. Die 17 Jahre alte Schwester des Festgenommenen soll dabei auf die Beamten eingeschlagen und eingetreten haben. Anderer Männer machten Handy-Videos von dem Einsatz.

Tumult in Marxloh: Polizei setzt Pfefferspray ein

Gegen den 18-Jährigen setzten die Einsatzkräfte Pfefferspray ein. Als weitere Polizisten zur Unterstützung eintrafen, konnten die Beamten den Mann in einen Streifenwagen bringen und auf die Wache fahren. Dabei drohte er den Polizisten immer wieder, er würde sie umbringen.

Gemeinsam mit seinem 20 Jahre alten Bruder und zwei weiteren Mittätern soll der 18-Jährige im Januar einen 44-Jährigen auf der Hagedornstraße krankenhausreif geschlagen haben. Der 20-Jährige sitzt bereits seit Februar in Untersuchungshaft.

Nach dem Einsatz am Sonntag schrieb die Polizei unter anderem wegen Landfriedensbruch, Widerstand, Beleidigung und Bedrohung Anzeigen. Zwei Einsatzkräfte verletzten sich bei dem Tumult leicht, konnten aber im Dienst bleiben. Die Kriminalpolizei überprüft nun die Tatbeteiligung der Angehörigen.

Pollmannkreuz und Weseler Straße als Brennpunkt bekannt

Das Pollmannkreuz und die Weseler Straße in Marxloh gelten seit Jahren als Brennpunktviertel. Mit einem Präsenzkonzept hat die Polizei hier zuletzt aufwendig gegen sogenannte Streetcorner-Gangs gearbeitet.

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