Loveparade

Duisburg: Loveparade-Pläne in Berlin werden toleriert

2006 zogen hunderttausende Raver durch Berlin. Der DJ Dr. Motte möchte wieder eine Loveparade in Berlin starten und sammelt dafür Spenden.

2006 zogen hunderttausende Raver durch Berlin. Der DJ Dr. Motte möchte wieder eine Loveparade in Berlin starten und sammelt dafür Spenden.

Foto: Marcel Mettelsiefen / dpa

Duisburg.  Pläne von DJ Dr. Motte, eine Loveparade in Berlin zu organisieren, werden in Duisburg und bei Hinterbliebenen toleriert. „Stück Jugendkultur“.

Die Nachricht, dass es eine neue Loveparade in Berlin geben soll, hat in Duisburg keine großen Wellen geschlagen. DJ Dr. Motte plant aktuell eine Crowdfunding-Kampagne, um das Technofestival finanzieren zu können.

Nadia Zanacchi, die Mutter der verstorbenen Giulia, schreibt aus Italien, dass sie nichts gegen eine Loveparade habe, wenn sie sich dem Ursprungsgedanken verpflichte und für weltweiten Frieden einsetze. Genau das sei es gewesen, was ihre Tochter nach Duisburg gelockt habe, was sie an diesem Rave so fasziniert habe. Alles was sie fordere, sei ein bisschen Respekt. Davon habe es bislang nicht viel gegeben.

Eltern der Loveparade-Opfer mahnen vernünftige Planung an

„Ich habe was gegen die Menschen, die die Loveparade organisiert haben, insbesondere die Leute von Schaller, die einen Traum benutzt haben, um Aufmerksamkeit junger Menschen auf ihre Marke zu lenken“. Aber sie gehe davon aus, dass diese in die neuen Pläne nicht involviert seien - und DJ Dr. Motte sie ohnehin nicht akzeptieren würde.

Auch Klaus-Peter Mogendorf sagt: „Ich habe da nichts gegen.“ Der Vater des verstorbenen Eike erklärt: „Das ist ein Stück Jugendkultur und sollte erhalten bleiben.“ Das habe er von Anfang an gesagt und stehe auch dazu. Wichtig sei nur, dass die Neuauflage „Rave the Planet“ vernünftig geplant wird. Dann spreche nichts dagegen, es wieder aufleben zu lassen.

„Ein Rave kann man keinem verbieten“

Die Stiftung Duisburg 24.7.2010, die sich um Opfer der Loveparade kümmert und die Gedenkveranstaltung ausrichtet, wurde Ende 2019 von DJ Dr. Motte um ein Gespräch gebeten. „Das hat aber noch nicht stattgefunden“, sagt Jürgen Widera vom Vorstand. Seiner Meinung nach spreche nichts gegen ein Technofestival, „ein Rave kann man keinem verbieten“.

Für die Opfer der Loveparade-Katastrophe sei entscheidend, wie stark das Event mit der Loveparade 2010 in Verbindung gebracht werde. Widera erinnert daran, dass den DJ mit der ursprünglichen Loveparade finanzielle Probleme plagten und er kurz vor der Pleite stand, als McFit-Inhaber Rainer Schaller die Rechte kaufte und das Event ins Ruhrgebiet holte.

ei der Loveparade 2010 in Duisburg starben in einer Massenpanik 21 junge Menschen, hunderte wurden verletzt. Der Prozess, der das Geschehen aufarbeiten soll, läuft seit fast drei Jahren.

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