Wirtschaft

Duisburg: Krankikom baut smarte Büros mit Vintage-Charme

Die Designerin Maia Kesseler von „Emma & Maille“ und Alexander Kranki, Chef des Duisburger Unternehmens Krankikom, haben beim Bau der neuen Zentrale am Innenhafen gemeinsame Sache gemacht.

Die Designerin Maia Kesseler von „Emma & Maille“ und Alexander Kranki, Chef des Duisburger Unternehmens Krankikom, haben beim Bau der neuen Zentrale am Innenhafen gemeinsame Sache gemacht.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Altstadt.  Die Zentrale der Duisburger Firma Krankikom ist fast fertig. Licht und Jalousien lassen sich über eine App steuern. Alte Möbel sorgen für Charme.

Die neue Zentrale der Firma Krankikom am Duisburger Calaisplatz, direkt neben dem Steiger Schwanentor, ist fast fertig. Das Baugerüst steht noch, das Erdgeschoss ist recht kahl, doch in der dritten und vierten Etage wird bereits gearbeitet. Entstanden sind moderne, smarte Büros, die sich ganz den Wünschen von Firmenchef Alexander Kranki und seinen Mitarbeitern anpassen lassen. Auch beim Rest der Einrichtung setzt der Unternehmer nicht auf Standard. Die Räume wurden von Maia Kesseler, einer Hälfte des Design-Duos „Emma & Maille“ gestaltet. Die meisten Möbel stammen vom Trödelmarkt und wurden extra von ihr für den Neubau zusammengesucht.

Ein berufliches Zuhause schaffen

Die Konferenzräume versprühen charmantes Retro-Flair, die einen schönen Kontrast zum hochmodernen Bürogebäude bilden.junge kreativ-unternehmer stellen ihre ideen vorAnstatt viel Geld für neue Büromöbel aus dem Katalog auszugeben, hat Firmenchef Kranki die Designerin Maia Kesseler beauftragt, ein Konzept für die Räume zu entwickeln. Kennen gelernt haben sich „Emma & Maille“ und „Krankikom“ bei der Creative Stage, einem Format der Wirtschaftsförderungen im Ruhrgebiet. Kreativ-Arbeiter können hier ihre Unternehmen und Ideen vorstellen. Jan Stermann, Mitarbeiter von Krankikom, präsentierte eine App, die die Digital-Agentur entwickelt hat, um Licht, Jalousien und später auch Temperatur im Gebäude zu steuern. Selbstredend kommt sie auch im Neubau zum Einsatz.

Unter der Decke hängen kleine Kästchen, die der Software dazu signalisieren, in welchem Raum man sich gerade befindet – die Steuerung kann dann intuitiv erfolgen. Auf Steckdosen und Bodentanks wurde verzichtet, stattdessen hängen unter der Decke Schienen, durch die die Kabel verlaufen.

„So sind wir nicht auf eine Sitzordnung festgelegt und können die Tische beliebig verschieben“, erklärt Kranki die Vorteile. Die rund 120 Mitarbeiter betreuen ihre Kunden in verschiedenen Teams, entwickeln für sie etwa Apps oder Internetseiten. Je nach Aufgabe wechselt die Zusammensetzung. „Am alten Standort haben wir uns auch wohl gefühlt, aber er hat für uns nicht mehr gepasst. Außerdem schaffen wir hier etwas Eigenes.“

Im Dachgeschoss gibt’s eine großzügige Küche

Und die Mitarbeiter freuen sich unter anderem, dass das Büro mit Öffentlichen Verkehrsmitteln besser erreichbar ist. Im Dachgeschoss gibt’s zudem eine großzügige Küche, in der man sich selbst etwas zubereiten kann, einen Raum für Kinderbetreuung und eine Terrasse. junge kreativ-unternehmer stellen ihre ideen vor„Alle, die hier arbeiten, würden jederzeit auch woanders einen Job finden. Ich möchte meinen Mitarbeitern ein berufliches schönes Zuhause bieten“, erklärt Alexander Kranki die Idee.

Maia Kesseler hat früher mit Annika Schneider den Conceptstore „Emma & Maille“ betrieben. Neben selbst gestrickten Schals, möbelten sie auch Liebhaberstücke wieder auf und verkauften sie weiter. Als die Anfrage kam, hat die kreative Duisburgerin sofort zugesagt. Das Blümchenzimmer, in das man sich für eine Besprechung zurückziehen kann, ist ihr Favorit. „Ich wusste einfach, dass ich Blumenbilder finden werde“, erzählt Maia Kesseler. Schultische, eine Tafel, ein Weltatlas machen aus einem anderen Raum ein Mini-Klassenzimmer.

Jeder Konferenzbereich hat ein eigenes Thema

„Wir haben ein Lager angemietet und dann habe ich Alexander Kranki immer wieder erzählt, wie ich mir dieses oder jenes vorstelle.“ Bis unter den Rand waren die Räume mit Möbeln gefüllt. Nun hat jeder Konferenzbereich ein eigenes Thema. „Das hat total viel Spaß gemacht“, sagt sie glücklich. Und, so viel ist sicher: Ein vergleichbares Büro gibt’s in Duisburg wohl nicht.

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