Duisburger Philharmoniker

Duisburg: Junge Organistin begeistert bei Toccata-Konzert

Organistin Sul Bi Yi mit ihrem Duisburger Debüt-Programm.

Organistin Sul Bi Yi mit ihrem Duisburger Debüt-Programm.

Foto: Marie Laforge

Duisburg.  Die junge koreanische Organistin Sul Bi Yi begeistert mit ihrem Duisburger Debüt-Programm das Publikum beim Toccata-Konzert in der Mercatorhalle.

Wenn schon eine große Konzertorgel zur Verfügung steht wie das prächtige Instrument der Mercatorhalle aus der Bautzener Eule-Manufaktur, dann sollte man auch die Chance nutzen, ins volle Konzertrepertoire zu greifen. Das ist die Devise der jungen, aber bereits in Wettbewerben und auf dem Konzertpodium überaus erfolgreich hervorgetretenen koreanischen Organistin Sul Bi Yi, die mit einem effektvollen, nahezu ausschließlich weltlich geprägten Programm das 2. Toccata-Konzert der Saison bestritt und ein erfreulich großes Publikum in die Mercatorhalle lockte.

Den einzigen geistlichen Tupfer setzte sie mit der Sinfonia aus Johann Sebastian Bachs Kantate BWV 29, „Wir danken dir, Gott“, die aber durch das Arrangement des großen französischen Organisten Marcel Dupré ebenfalls symphonische Züge annahm, so dass sie sich bruchlos in die Werkfolge einreihen ließ.

Vom sturmgrollenden Eingang in Liszts „Prometheus“ bis Dvořáks neunter Symphonie

Und da startete die Organistin gleich mit einem orchestralen Highlight und zwar mit der symphonischen Dichtung „Prometheus“ von Franz Liszt in der Bearbeitung von Jean Guillou. Derartige Arrangements minutiös instrumentierter Orchesterwerke sind zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig, doch lässt sich auch mit ihnen der Ausdrucksgehalt eines solchen Werks treffen, wenn man stilistisch so nuanciert vorgeht und die Registriermöglichkeiten des Instruments so souverän nutzt wie Sul Bi Yi.

Noch unproblematischer lassen sich Ohrwürmer wie der Pilgerchor aus Wagners „Tannhäuser“ umsetzen. Erst recht, wenn ein Orgel-versierter Meister wie Franz Liszt die Bearbeitung vorgenommen hat. Für die raffinierten dynamischen Effekte, mit denen Liszt die sich nähernde Pilgerschar räumlich hörbar macht, bieten die Register der Eule-Orgel ideale Voraussetzungen und man hörte nicht nur dieser Interpretation an, mit welchem Vergnügen sich die jungen Organistin auf dem Instrument tummelte.

Toccata-Konzert: Publikum reagiert begeistert

Und Möglichkeiten, die Klangvielfalt der Orgel auszureizen, bietet auch Zsigmond Szathmárys Bearbeitung des Largos und des Final-Satzes aus Antonín Dvořáks beliebter „Symphonie aus der Neuen Welt“ in Hülle und Fülle, bevor Sul Bi Yi mit eigenen Arrangements zweier Tango-Highlights von Astor Piazzolla mit feinen und raffinierten Klangmischungen aufwartete und dem kurzweiligen Programm einen besonders persönlich geprägten Schlusspunkt verlieh. Das Publikum reagierte begeistert auf das Konzert und die Organistin bedankte sich, passend zum Brexit, mit dem ersten Marsch aus Edward Elgars „Pomp and Circumstances“.

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