Image-Kampagne

„Duisburg ist echt“: 600 Quadratmeter Fassade als Videowand

600 Quadratmeter Fassade als Werbefläche für Duisburg: An der alten Stadtbibliothek sind in den Abendstunden bis zum 29. Dezember Motive und Clips der Kampagne „Duisburg ist echt“ zu sehen.

600 Quadratmeter Fassade als Werbefläche für Duisburg: An der alten Stadtbibliothek sind in den Abendstunden bis zum 29. Dezember Motive und Clips der Kampagne „Duisburg ist echt“ zu sehen.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg.  „Duisburg ist echt“-Motive werden nun jeden Abend auf die alte Stadtbibliothek projiziert. Was es dort zu sehen und zum Mitmachen gibt.

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Seit Montagabend ist „Duisburg ist echt“ in der Innenstadt nicht mehr zu übersehen: „Duisburg Kontor“ projiziert nun allabendlich Fotos und Videos zur neuen „Wort-Bild-Marke“ auf die Fassade der alten Stadtbücherei. Zum offiziellen Start der Imagekampagne können sich die Duisburger auf der 600 Quadratmeter großen Projektionsfläche nicht nur Menschen und Geschichten aus ihrer Stadt anschauen. Auf einer 111 Meter langen „Interaktionswand“ darunter können sie sich auch einbringen.

Duisburg ist echt? Den Spruch, den sich die hiesigen Agenturen „Cantaloop“ und „Durian“ für die städtische Tourismus- und Marketingtochter ausgedacht haben, findet Rosina Klaucke aus Mündelheim zunächst „eher beliebig“ und „gewollt jugendlich“. Die 24-Jährige hatte beim Einkaufsbummel mit ihrem Vater Rainer Klaucke (57) einen Abstecher zur alten Bücherei an der Düsseldorfer Straße gemacht, um sich anzuschauen, wie Duisburg hier im Großformat dargestellt wird. „Aber in Verbindung mit den Adjektiven finde ich den Spruch gut“, sagt Rosina Klaucke nach dem zweiten Blick auf die (Lein-)Wand. „Duisburg ist ja auch echt grüner, als viele denken.“ Jetzt müssten „hier nur noch alle auch so handeln“, kann sich die junge Frau einen Seitenhieb „auf die Politik“ nicht verkneifen.

Duisburg ist mit Haniel „echt enkelfähig“

Kurz zuvor, bevor die beiden Hochleistungsprojektoren angeschaltet wurden, erläuterten die Marken-Macher die erste Etappe der Kampagne, mit der sie Duisburgs Image spürbar verbessern wollen. Der Beigeordnete und Kontor-Geschäftsführer Thomas Krützberg berichtete von „sehr vielen positiven Rückmeldungen, aber auch negativen“ nach der Präsentation der neuen Marke vor zwei Wochen: „Aber wir sind sehr optimistisch, dass es eine erfolgreiche Kampagne wird.“

Einige Gründe dafür nannte sein hauptamtlicher Co-Geschäftsführer Uwe Kluge: „Rat und Rathaus stehen parteiübergreifend dahinter.“ Der Stadtrat hatte in seiner jüngsten Sitzung entschieden, dass Kontor einen Etat fürs Stadt-Marketing erhält: 514.000 Euro für 2019, 1.117.000 Euro für die beiden Jahre darauf. Zudem erfahre die Kontor-Kampagne „sehr viel Zuspruch“ von den Unternehmen, so Kluge.

Haniel etwa beteiligt sich bereits mit einem Motiv: „Duisburg ist echt enkelfähig“, steht darauf, und: „Wert schaffen für Generationen seit 1756.“

Im ersten Schritt gehe es mit der Aktion in der City darum, die Duisburger zu erreichen: Die Stadt müsse „mehr Selbstwertgefühl haben“, findet Kluge. Er appelliert „an die Stadtgesellschaft, hier aktiv zu werden. Die Menschen sollen uns Fotos und Kurzfilme schicken.“

Duisburg ist echt grüner als Leipzig und München

Wie sie bis zum 29. November an der sogenannten Interaktionswand mitmachen können, erklärten Kai Homann (Kontor) und Cantaloop-Chef Tom Hoffmann, die für „Duisburg ist echt grüner“ sogar Moos an die weiße Wand gebracht haben. Auf bis zu 50 Quadratmetern, vor allem an der Börsenstraße, können sich Graffiti-Sprayer und Streetart-Künstler legal austoben. Und für „Duisburgs größtes Mandala“ liegen Wachsmaler bereit; daneben hängen Postkarten mit den Start-Motiven der Kampagne zum Mitnehmen.

Wer Teil der Aktion werden will, so Hoffmann, kann an einer Fotowand auch „über einen QR-Code ein Foto von sich hochladen, das wir ausdrucken und auf die Wand bringen“ – vielleicht sogar an die große.

Dort werden neben vielen schönen Duisburg-Bildern und Identifikationsfiguren viele der Adjektive zu lesen sein, die 2020 im zweiten Schritt an Zielgruppen außerhalb von Duisburg gesendet werden sollen: Duisburg ist demnach echt wirtschaftlicher, familienfreundlicher, tierischer, wohnlicher, vielseitiger, lebenswerter, logistischer und auch grüner – als viele denken und als viele andere Städte.

Einige Statistiken liefert die Projektion als Beleg gleich mit: In Leipzig sind demnach 42 Prozent des Stadtgebietes Grünfläche, in München 49 Prozent, in Duisburg aber 56 Prozent.

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