Neue Behörde

Duisburg ist das neue Gewässerzentrum des Landes

Lanuv-Präsident Thomas Delschen führt zur Einweihung NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser durch die Labore des Gewässerzentrums des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz.

Lanuv-Präsident Thomas Delschen führt zur Einweihung NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser durch die Labore des Gewässerzentrums des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz.

Foto: Lars Fröhlich

Duisburg.   Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz nimmt seinen neue Behörde in Duisburg in Betrieb. 400 Mitarbeiter in Laboren und Büros.

Duisburg ist ab jetzt offiziell NRW-Gewässerzentrum des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Lanuv. Aus dem neuen Behördensitz in Nachbarschaft des Hauptbahnhofs werden alle Flüsse und Seen im Land sowie das Grund- und Trinkwasser überwacht. In der Hochwasserzentrale laufen alle Daten der 300 Gewässerpegel und 240 Niederschlags-Messstationen ein.

Schon zur Jahreswende hatten die rund 400-Lanuv-Mitarbeiter die Büros und Labore in dem neuen Doppel-Gebäude bezogen und ihren bisherigen Standort in Düsseldorf aufgegeben, am Donnerstag kamen Lanuv-Präsident Thomas Delschen und NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser zur feierlichen Eröffnung nach Duisburg.

Vorreiter in der Gebäudetechnik

Binnen knapp zwei Jahren erstellte der Projektinvestor Aurelis den mittlerweile an einen schwedischen Staats-Immobilienfonds weiterverkauften Neubau für rund 66 Millionen Euro auf seinem „Quartier 1-Gelände“ zwischen Bahnhof und Duisburger Freiheit. Dazu ein Parkhaus gleich nebenan. 90 Meter misst das Laborgebäude, 52 Meter der Bürotrakt; ein Übergang verbindet beide Teile. Als „Meilenstein“ bezeichnete Lanuv-Präsident Delschen seinen neuen Behördensitz wegen der hochspezialistierten Labortechnik und wegen der vorbildhaften Haustechnik und Architektur, die in Klimaeffizienz und Nachhaltigkeit Maßstäbe setze. „Wir können nicht mit dem erhobenen Zeigefinger durch Land reisen und selbst hausen wie vor 100 Jahren“, unterstützt die Umweltministerin die Vorreiterrolle des Lanuv-Neubaus.

Zentrum für Überwachung aller Gewässer

Das Gewässerzentrum überwacht alle Gewässer auf Mikroschadstoffe wie Antibiotika-Rückstände, Mikroplastik oder resistente Keime und führt dazu in den Laboren ökotoxikologische und mikrobiologische Untersuchungen zu 600 unterschiedlichen chemischen Inhaltsstoffen durch. Auch Legionellen und anderen wassergetragenen Krankheitserregern ist das Lanuv auf der Spur. Von Duisburg aus erfolgen alle biologischen Gewässeruntersuchungen und hydrologischen Messungen zu Grundwasserständen und Niederschlagsmengen. Wenn irgendwo im Land die Wasserpegel steigen, die Hochwasserzentrale in Duisburg hat sie auf dem Bildschirm.

Neubau reicht an Passivhaus-Standard heran

Als Umweltbehörde wollte das Lanuv Zeichen setzen. So reicht der Neubau an energetische Passivhaus-Standards heran, die dank Wärmedämmung und Klimatechnik kaum Gebäudeheizung braucht – und die liefert die Stadtwerke-Fernwärme weitgehend aus erneuerbarer Energie. Eine Photovoltaikanlage auf den begrünten Dächern liefert einen Großteil des Stroms, Regenwasser durchspült die Toiletten, die Kantine verwendet Regionalprodukte und schenkt fairen Kaffee aus. Die Mitarbeiter bekommen ein Jobticket für Bus & Bahn.

Ohnehin galt die verkehrs-günstige Lage am Hauptbahnhof als entscheidender Grund für die Standortwahl Duisburg. Am 29. September will sich das Lanuv bei einem Tag der offenen Tür von 11 bis 18 Uhr den Duisburgern vorstellen.

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