Straßenverkehrsamt

Duisburg: Auto anmelden in der Coronakrise – ein Selbsttest

Reporterin Kathrin Hänig hat ihr Auto in der Coronakrise angemeldet. Sie schildert ihre Erfahrungen mit dem Duisburger Straßenverkehrsamt.

Reporterin Kathrin Hänig hat ihr Auto in der Coronakrise angemeldet. Sie schildert ihre Erfahrungen mit dem Duisburger Straßenverkehrsamt.

Foto: Hänig

Duisburg.  Das Duisburger Straßenverkehrsamt vergibt in der Coronakrise Notfalltermine zum Anmelden von Autos. Wie gut klappt das? Ein Selbsttest.

Tut. Tut. Tut. Besetzt. Also auflegen. Wahlwiederholung, Warten, bis die Verbindung aufgebaut ist. Wieder besetzt. Die Hotline des Straßenverkehrsamts in Duisburg explodiert derzeit. Denn seit vergangener Woche vergibt das Amt wieder Notfalltermine.

Ich habe mir ein kleines gebrauchtes Auto gekauft, damit ich wieder von der rastenden zur rasenden Reporterin werde. Und das soll nach der Corona-Stilllegung der Behörde jetzt endlich angemeldet werden. Einen ganzen Tag lang drücke ich auf Wahlwiederholung. Bei Facebook steht was von einer Störung der Hotline. Wie nervig!

Straßenverkehrsamt: Eigener Kuli aus Hygienegründen erforderlich

Neuer Morgen, neues Glück? Ab 7.29 Uhr glühen Telefonhörer und Smartphone parallel. Wahlwiederwiederholung! Um 7.50 Uhr meldet sich plötzlich ein freundlicher Mitarbeiter, gar nicht so genervt, wie man angesichts des Andrangs denken könnte. Ich kann sogar einen Termin aussuchen. Er reserviert mein Wunschkennzeichen und erinnert mich an alles Nötige - unter anderem einen eigenen Kuli. Nicht etwa aus Sparzwängen, sondern wegen der Hygiene.

Ich lasse mir einen Tag vor dem Termin schon einmal Schilder machen – so steigt die Vorfreude. Vor dem Eingang stehen einige Menschen mit Sicherheitsabstand. Ich beschließe am nächsten Tag, 48 Stunden nach dem erfolgreichen Anruf, früh loszufahren, sicher ist sicher. Doch das nutzt mir am Ende nichts. Eine Stunde zu früh komme ich an und muss jeden vorlassen, der vor mir seinen Termine hat. Da achtet der Security-Dienst sehr genau drauf und vergleicht Namenslisten mit Personalausweisen. Nur so geht es. Denn die Männer müssen schon genug diskutieren. Mit Menschen, die keinen Termin haben, das aber nicht einsehen wollen. Weil die Frau doch übermorgen Geburtstag hat, der Händler schließlich den Termin gemacht hätte oder sie sogar Schokolade mitgebracht haben.

Neue Papiere ohne Wartezeit

Darüber freut sich der Sicherheitsdienst; aber: Ohne Termin kommt hier keiner rein! Ins Treppenhaus geht’s auch nur allein. Oben muss ich die Hände desinfizieren. Ich habe alle Unterlagen dabei – auch den eigenen Kuli. Hat man in unserem Job zum Glück ohnehin immer irgendwo stecken. Der Sachbearbeiter steht hinter einer Sicherheitsscheibe. Früher mit einem Schlitz, heute abgeklebt mit Plexiglas. Fahrzeugbrief und Co. schiebe ich durch. Und dann geht es schnell, kein Vergleich zu früheren Wartezeiten. Eine Viertelstunde später habe ich die neuen Papiere. Nette letzte Worte: Gute Fahrt – und bleiben Sie gesund!

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