Kino

Duisburg: An diesen Orten wurde der Lindenberg-Film gedreht

Duisburger Landmarke: Der Wedauer Wasserturm ist einer der Schauplätze des Lindenberg-Films.

Duisburger Landmarke: Der Wedauer Wasserturm ist einer der Schauplätze des Lindenberg-Films.

Foto: DCM/Letterbox/Tom Trambow

Duisburg.  „Mach dein Ding“ – der Film über das Leben von Udo Lindenberg läuft gerade in den Kinos. Duisburg diente als Kulisse für viele Szenen.

Bei der Suche nach Drehorten steht Duisburg bei TV- und Kino-Filmemachern hoch im Kurs. Auch im Udo-Lindenberg-Epos „Mach’ dein Ding“ – es läuft aktuell in den Kinos – liefern Straßenzüge, Bahnbrachen und Stahlindustrie in der Stadt für einen ganze Reihe von Szenen die Kulisse. „Duisburg gibt viel her“, sagt Bettina Schmidt, Szenenbildnerin für den Film von Regisseurin Hermine Huntgeburth. Hier wurde gedreht:

Im Herbst 2018 entstand der Streifen, der das Leben der deutschen Rockmusik-Ikone von seiner Kindheit im westfälischen Gronau über seine Anfänge als hochtalentierter Jazz-Schlagzeuger bis zu seinem Durchbruch mit Songs wie „Hoch im Norden“ und „Andrea Doria“ auf seiner ersten Langspielplatte zeigt. Notwendig waren dafür Kulissen für Szenen, die in den 1950er bis 1970er Jahren spielen.

Lindenberg-Film in Duisburg: Dramaturgie und Logistik

Die Suche sei eine dramaturgische, aber auch eine logistische Frage, erklärt Bettina Schmidt. „In Gesprächen mit Regie und Kamera bekommen wir ein Gefühl dafür, wie es sein kann.“ Die Szenerie für historische Kulissen ließen sich zwar originalgetreu im Studio nachbauen, „aber Gespräche finden nicht nur in Wohnungen statt“.

Ohnehin schon habe der Lindenberg-Film viel Aufwand erfordert: „Wir mussten jedes Motiv komplett einrichten.“ Deshalb müssen passende Orte für die Außendrehs gefunden werden, die sich mit den Dreharbeiten an Orginalschauplätzen wie Hamburg und dem Terminkalender der Schauspieler gut koordinieren ließen. Schmidt: „Jeder Drehtag kostet Geld.“

Lindenberg: Geburtsort Gronau hat sich zu stark verändert

In Gronau habe man auch deshalb eigentlich nicht gesucht, berichtet die Szenenbildnerin: „Das Geburtshaus sieht nicht mehr aus, wie es einmal war, auch die Straße hat sich sehr verändert.“ Den 1950er Jahren entspricht allerdings noch die Bebauung an der Duisburger Straße zwischen A40-Abfahrt Homberg und dem Venator-Werkstor.

Deshalb führt Jung-Udo (gespielt von Claude Heinrich) seinen betrunkenen Vater Gustav (Charly Hübner) über die Straße im Ortsteil Essenberg aus der Kneipe nach Hause. „Wir haben dort einen ähnlichen Straßenzug gefunden“, sagt Schmidt. Auch leerstehende Ladenlokale an der Duisburger Straße nutze das Team gern, um sie kurzerhand im Stil der Zeit für den Dreh’ auszustatten.

Dreharbeiten: Flirt vor dem Wedauer Wasserturm

Auch mit seiner Jugendliebe Susanne (Ella Rumpf) spaziert der junge Udo Lindenberg (Claude Heinrich) ebensowenig durch das deutsch-niederländische Städtchen seiner Kindheit, wie der jugendliche Sänger, dargestellt von Jan Bülow. Duisburger erkennen in diesen Szenen am markanten Wasserturm im Hintergrund unschwer die Brache des ehemaligen Verschiebebahnhofs zwischen Wedau und Bissingheim – bald rollen dort die Bagger für das Wohnbau-Projekt 6-Seen-Wedau.

Die Textilindustrie, sie prägte mit der Delden-Gruppe das Gronau der Jugend von Udo Lindenberg – auch sie konnte dem Film nicht mehr als Kulisse dienen. Passende Alternative für die Filmscouts war die Fassade der Dujardin-Brennerei im nahen Uerdingen. Auch über den Rheindeich der Nachbarstadt lässt Hermine Huntgeburth ihre Schauspieler spazieren. Die Hochöfen, Stahlwerk und Kokerei im Hintergrund gab’s natürlich nicht in Gronau – sie gehören zu den Hüttenwerken Krupp-Mannesmann. „Das ist, ehrlich gesagt, ein kleiner Fehler“, räumt Bettina Schmidt ein. Letztlich sei die Entscheidung für die Duisburger Stahlkulisse gefallen. „Es sieht einfach toll aus.“

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