Wohnen

Duisburg: 70 LEG-Mieter verärgert – Heizung fällt lange aus

Halina Wesendonk (l.) und Dana Kowalczyk aus Duisburg-Neudorf sitzen trotz Heizstrahler dick eingemummelt in der Wohnung.

Halina Wesendonk (l.) und Dana Kowalczyk aus Duisburg-Neudorf sitzen trotz Heizstrahler dick eingemummelt in der Wohnung.

Foto: Christoph Wojtyczka / FUNKE Foto Services

Duisburg.  70 LEG-Mieter in Duisburg ärgern sich bereits seit vielen Tagen, dass die Heizung ausgefallen ist. Das sagen LEG und der Mieterbund Rhein-Ruhr.

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70 LEG-Mieter in der Einschornsteinsiedlung in Duisburg-Neudorf ärgern sich bereits seit der Nacht zu Samstag, 30. November, über den Ausfall der Heizung. Es gibt Klagen über kalte Wohnungen. Was die LEG Immobilien AG zu den Hintergründen und der Mieterbund Rhein-Ruhr zu möglichen Mietminderungen sagen:

Dana Kowalczyk (66) und Halina Wesendonk (61) sitzen dick eingemummelt in ihren Wohnungen. Seit Montag, 2. Dezember, also drei Tage nach dem Heizungsausfall, hat die LEG allen betroffenen Mietern elektrische Heizstrahler für jeden Raum zur Verfügung gestellt.

Duisburgerin hat Rheuma und Arthrose: Bei Kälte schmerzen die Gelenke besonders

„Doch die bringen nicht viel und fressen auch noch viel Strom“, sagt Halina Wesendonk. „Ich trage eine dicke Jacke, zwei Paar Socken, eine Leggings unter meiner Hose, schlafe mit zwei Decken und mache mir immer noch zusätzlich eine Wärmeflasche.“

Die 61-Jährige stockt kurz, dann kommen ihr die Tränen, sie zeigt ihre Hände: „Schauen Sie, ich hab Rheuma und Arthrose ...“ Bei Kälte schmerzen die Gelenke ganz besonders.

Bereits in der Vergangenheit sei die Heizung immer wieder ausgefallen, sagt Dana Kowalczyk, die seit zwölf Jahren an der Richard-Wagner-Straße wohnt.

Die LEG wisse um die alte Heizungsanlage, habe aber nichts oder einfach zu wenig unternommen. Nun habe man die Bescherung. Zudem sei die Informationspolitik der LEG schlecht. „Wir haben keinen direkten Ansprechpartner, es gibt nur eine Hotline“, so die 66-Jährige.

Warmwasser ist nicht betroffen

Die LEG nimmt auf Anfrage der Redaktion zu den Vorwürfen Stellung und sagt auch, wann die Heizung wieder laufen soll. „Zunächst einmal bedauern wir die aktuelle Situation sehr“, sagt Sprecher Mischa Lenz. Zum Glück sei Warmwasser nicht betroffen.

„Die Heizstrahler, die wir den Mietern kostenlos zur Verfügung gestellt haben, müssten eigentlich gut funktionieren“, so Lenz. „Die Mehrkosten durch höheren Stromverbrauch werden wir übernehmen. Da reicht uns eine entsprechende Abrechnungskopie.“

Darüber hinaus tausche sich ein Techniker derzeit fast täglich vor Ort mit den Betroffenen aus, darunter eine Person, die aufgrund ihrer guten Kontakte vor allem die älteren Mieter informiere. Es gebe Aushänge in den Häusern.

Über den zentralen Kundenservice sei zudem ein Ticker eingerichtet, damit jeder Mitarbeiter an der Telefon-Hotline bei Nachfragen auf dem aktuellen Stand ist.

In den vergangenen Jahren immer wieder Heizungsausfälle

Der LEG-Sprecher bestätigt, dass es in den vergangenen Jahren immer wieder Heizungsausfälle gegeben hat. „Es handelt sich hier um ein Fernwärmesystem mit vier Übergabestationen“, so Lenz. „Drei davon haben wir bereits erneuert. Leider ist aber nun in der vierten Station die Pumpe, das Herzstück, kaputt.“

Die Pumpe müsse speziell handgefertigt werden, deshalb dauere es länger, bis die Heizung wieder laufen kann. „Wir gehen aber derzeit davon aus, dass am Montag, 16. Dezember, alles funktioniert und sind optimistisch, dass es dann auch künftig nicht mehr zu den häufigen Ausfällen kommen wird“, so der LEG-Sprecher.

Mieterbund hält Mietminderungen in solchen Fällen für gerechtfertigt

Sonja Herzberg vom Mieterbund Rhein-Ruhr hält Mietminderungen trotz der Maßnahmen der LEG in solchen Fällen für gerechtfertigt. „Maximal 30 bis 50 Prozent der Warmmiete sind möglich“, sagt Herzberg. „Dazu ist es wichtig, täglich morgens und abends Temperaturprotokolle zu schreiben. Dabei unbedingt die Innen- und die Außentemperatur messen. Es reicht, wenn das ein paar Mieter machen, um im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung etwas in der Hand zu haben.“

Eine Unterbringung in einem Hotel sei immer abhängig von den konkreten Zuständen und betroffenen Personen vor Ort. Herzberg: „Da kommt es zum Beispiel darauf an, wie sehr etwa Senioren oder Babys in Mitleidenschaft gezogen sind.“

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