DOC Duisburg

Drei von vier OB-Kandidaten sagen „Nein“ zum Outlet

Die Computergrafik zeigt einen vorläufigen Entwurf für ein Outlet-Center auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes in Duisburg, das der Grundstücksbesitzer und Möbelunternehmer Krieger und der spanische Betreiber Neiver planen. Aufgrund des sehr frühen Projektstandes, ausstehender Planungsverfahren und daraus entstehender Vorgaben handele es sich bei der Darstellung um ein "reines" Anmutungsbeispiel.

Foto: Agentur CADMAN

Die Computergrafik zeigt einen vorläufigen Entwurf für ein Outlet-Center auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes in Duisburg, das der Grundstücksbesitzer und Möbelunternehmer Krieger und der spanische Betreiber Neiver planen. Aufgrund des sehr frühen Projektstandes, ausstehender Planungsverfahren und daraus entstehender Vorgaben handele es sich bei der Darstellung um ein "reines" Anmutungsbeispiel. Foto: Agentur CADMAN

Duisburg.   Bei einer gut besuchten Podiumsdiskussion in der Duisburger Liebfrauenkirche gaben am Dienstag vier OB-Kandidaten ihr Votum zum strittigen Outlet ab.

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Auch wenn so manche Bürger-Frage am Ende der öffentlichen Podiumsdiskussion in der Liebfrauenkirche unbeantwortet blieb: Die grundsätzliche Haltung der von der Initiative der Outlet-Gegner eingeladenen OB-Kandidaten zu diesem streitigen Thema wurde am vergangenen Dienstag Abend doch klar und deutlich. Drei von vier OB-Kandidaten lehnen das geplante DOC (an diesem Standort) deutlich ab.

Nur der amtierende OB, Sören Link (SPD), ist ein bekennender Fan jenes umstrittenen Grundsatzbeschlusses, den seine Stadtverwaltung dem Rat im Februar mit größter Dringlichkeit zur Abstimmung vorgelegt hatte. Das DOC, so sagte Link an diesem Abend, sei eine Chance für neue Jobs, für ein besseres Image für die Stadt, für mehr Kaufkraft und sogar für eine Entwicklungschance der City selbst. Aber, er begrüße es sehr, dass jetzt die Bürger am 24. September dazu mit einem Bürgerentscheid abstimmen würden. Dann herrsche wenigstens Klarheit.

Wie hältst du es mit dem DOC in Duisburg?

Dieses Thema treibt an. Dieses Thema regt auf. Es brachte gut 200 hoch aufmerksame Zuhörer in die Innenstadtkirche, wo zunächst der emeritierte Stadtgeograf Prof. Rolf Monheim (Bochum/Bayreuth) allgemein über „Outlet-Center“ und die Eignung des Duisburger Güterbahnhofsgeländes referiert. Danach fühlte Studio-47-Chefredakteur Sascha Devigne als Moderator den OB-Kandidaten auf den Zahn und öffnete in drei Runden das Gespräch für das Publikum.

Erste Runde: Wie hältst du es grundsätzlich mit dem DOC in Duisburg? Drei von vier OB-Kandidaten zeigen dem Outlet die rote Contra-Karte.


Wobei der Kandidat Gerhard Meyer dabei die schwierigste Position zu vertreten hatte. Muss er doch vier Parteien vertreten. Er ist der OB-Kandidat von Gegnern (Grüne) wie Befürwortern (CDU). Seine persönliche Meinung: „Outlet ja, aber nicht an diesem Standort.“

Auf das Güterbahnhofs-Gelände gehöre seiner Meinung nach Büro- Immobilien gemäß dem Foster-Masterpla, die alte Bahnhofshalle könne man aber stehenlassen und dort nach dem Vorbild von Barcelona eine Markthalle betreiben.

Zweite Runde: Darf sich eine Stadt, so fragte der Moderator, vom Möbel-Multi und Investor Krieger die „Stillstands-Drohung“ gefallen lassen? OB Link (SPD) erklärte, es sei müßig sich

darüber zu erregen. Sollte Duisburg gegen das DOC abstimmen, müsse man mit Stillstand auf der Fläche leben. Die Stadt könne nichts erzwingen.

Dem widersprach Meyer (CDU/Grüne&Co.) und erklärte, es gäbe auch andere Ideen und andere Projektentwickler . Man müsse dann mit Krieger halt intensiv über Alternativen sprechen. So sah es auch der Erkan Kocalar (Die Linke), der nicht glauben mag, das ein Geschäftsmann, ein so tolles Grundstück „hundert Jahre lang“ verrotten lassen mag. FDP-Mann Wolters erinnerte an seine Idee von einem „Tropical Island“, einem gewaltigen „Urlaubs-Palmen-Paradies“ auf dem Bahn-Gelände; wobei er offen ließ, wer denn dieses Projekt umsetzen würde. Notfalls, so Wolters, „wächst dort schöner Duisburger Wald hoch.“ Auf keinen Fall dürfe man sich aber „von Krieger unter Druck setzen“ lassen.

Dritte Runde: Outlet, die Jobmaschine? Wie bekäme man denn den Fußggänger-Transfer vom Outlet in die Stadt hin? Meyer beklagte wie Kocalar und Wolters auch: Niemand kenne belastbare Fakten zu dem Outlet: Arbeitsplätze? Steuern? Transfer? Wer zahlt dafür („Die DVG etwa?“). FDP-Mann Wolters sprach von einer „Hauruck-Aktion“ und einer „Sturzgeburt“, die OB Link der Stadt da zumuten wolle.

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