Advent

Diese Duisburger Kirche hat die erste digitale Krippe gebaut

Bilder in der Auferstehungskirche in Duisburg sind mit QR-Codes ausgestattet. Gläubige können die Codes per Smartphone einscannen und erhalten so Zugang zur ersten digitalen Krippe.

Bilder in der Auferstehungskirche in Duisburg sind mit QR-Codes ausgestattet. Gläubige können die Codes per Smartphone einscannen und erhalten so Zugang zur ersten digitalen Krippe.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Duisburg-Ungelsheim.  Pfarrer der Auferstehungskirche hat die digitale Krippe erfunden. Videos erzählen von Jesu Geburt am Smartphone: als Rap-Battle oder mit Emojis.

Wenn das Wort Krippe fällt, denken die meisten Menschen wohl an eine klassische Krippe in Form von Figuren und einer Krippe. Nicht aber Pfarrer Samuel Dörr (32) von der evangelischen Auferstehungsgemeinde. Seine Idee: Er wollte die übliche Holzkrippe digitalisieren und erfand die QRippe. Am ersten Advent wurde sie eröffnet. „Eine normale Krippe ist stumm, sie spricht nicht. Durch die Digitalisierung haben wir sie zum Sprechen gebracht“, erklärt Pfarrer Dörr.

Die Weihnachtsgeschichte als Rap-Battle und in Emojis

Zu den Gläubigen sprechen 14 Videos, die sehr unterschiedlich ausfallen: In einem Video singt ein Chor klassische Lieder, in einem anderen zeigen Jugendliche einen Rap-Battle: Es duellieren sich der Weihnachtsmann und der Grinch. Ein weiteres Video besteht ausschließlich aus Emojis, mit denen Konfirmanden die Weihnachtsgeschichte modern erzählen. Eine andere Gruppe Jugendlicher hat mit Taschenlampen einen Engel in die dunkle Kirche gemalt: Lightpainting nennt sich das. „Manche Videos waren nach fünf, andere erst nach zwölf Stunden fertig“, erzählt der Pfarrer.

Damit die Gemeindemitglieder sich diese Videos ansehen können und so Zugriff auf die digitale Krippe, die QRippe, haben, hängen in der Kirche 14 Bilder inklusive QR-Codes. Die Kirchenbesucher müssen nur ihr Handy zur Hand nehmen, den Code einscannen, und schon können sie sich die verschiedenen Videos angucken. „Ich finde das mega cool, die alten Geschichten wurden mit etwas Neumodischem verbunden“, freut sich Jana Baaske.

Konfirmanden haben die Videos für das Projekt digitale Krippe gedreht

Die 13-Jährige ist eine von 17 Konfirmanden, die für das Projekt QRippe die Videos gedreht haben. Ein Gemeindemitglied, das auch mitgearbeitet hat, ist Max Schulte (15). Den jugendlichen Teilnehmern hat die Arbeit an der digitalen Krippe Spaß bereitet. „An sich hat alles Spaß gemacht, aber vor allem das Ende, als alles stand und funktioniert hat“, sagt Max erleichtert.

Das Ziel der QRippe: den Gemeindemitgliedern die Weihnachtsgeschichte so nah wie möglich zu bringen und sie gleichzeitig innovativ und kreativ zu gestalten. „Wir wollten etwas Erlebbares schaffen. Etwas, in das man sich mehr hinein versetzen kann“, erklärt Pfarrer Samuel Dörr.

„Das Projekt ist insgesamt sehr liebevoll gestaltet worden“, meint Gemeindemitglied Carina Unterberg (49). „Die Kirche muss einfach mit der Zeit gehen und auf dem Laufenden bleiben. Sie muss für alle etwas bieten können“, fügt Wolfgang Beyer (47) hinzu. Nicht nur die Besucher sind es, auch Pfarrer Dörr ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Mein Eindruck? Es kommt super an!“

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