Tiere

Diese 85-Kilogramm-Hunde sind Leistungssportler im Wasser

Michael Weber und seine dreijährige Landseer-Hündin Rayka sind ein eingespieltes Team. Seit kurzem ist Weber neuer Trainer der Neufundländer-Wasserarbeitsgruppe NRW, die im Duisburger Freibad Wolfssee trainiert.

Michael Weber und seine dreijährige Landseer-Hündin Rayka sind ein eingespieltes Team. Seit kurzem ist Weber neuer Trainer der Neufundländer-Wasserarbeitsgruppe NRW, die im Duisburger Freibad Wolfssee trainiert.

Foto: Christoph Wojtyczka / FUNKE Foto Services

Duisburg-Wedau.  Die Neufundländer-Wasserarbeitsgruppe NRW in Duisburg betreibt einen deutschlandweit seltenen Hundesport. Die Hunde haben sogar Schwimmhäute.

Andere Halter gehen mit ihren Hunden spazieren; Michael Weber geht mit seiner Landseer-Hündin Rayka trainieren – im See. Seit kurzem ist Weber neuer Trainer der Neufundländer-Wasserarbeitsgruppe NRW. Mensch und Tier trainieren gemeinsam im Freibad Wolfssee – ein weit um Duisburg herum einzigartiges Angebot. Redakteurin Monique de Cleur hat Weber und seine Hündin getroffen. Ein Gespräch über Hunde als Lebensretter, besondere Fähigkeiten im Wasser und darüber, dass es Schwimmhäute nicht nur bei Fröschen gibt.

Sind die Hunde Ihrer Wasserarbeitsgruppe echte Lebensretter?

Michael Weber: Früher waren sie auch mal im Einsatz, heute nicht mehr. Es ist ein Hundesport. Aber die Übungen sind der Rettungsarbeit ähnlich. Sie retten – aber nicht im echten Einsatz.

Warum ausgerechnet Neufundländer?

Es ist der natürliche Instinkt der Hunderassen: So wie ein Jagdhund jagt, haben Neufundländer und Landseer einen natürlichen Rettungsinstinkt. Diese Hunde haben früher Seefahrer aus dem Meer gezogen, für die Fischer haben sie Netze an Land gebracht. Darauf beruhen heute unsere Übungen.

Neufundländer haben sogar Schwimmhäute, heißt es.

Das stimmt, dadurch sind sie im Wasser viel schneller. Wenn Rayka richtig Gas gibt, muss ich mich ranhalten, um hinterher zu kommen. Die Hunde haben auch ein sehr dichtes Unterfell, dadurch haben sie einen sehr guten Auftrieb. Die maximale Strecke, die sie zurücklegen können, wenn sie gut trainiert sind, ist ungefähr ein Kilometer. Das Schwimmen an sich ist für sie aber nicht die Herausforderung. Die brauchen die Kopfarbeit.

In diesem Hundesport gibt es internationale Wettkämpfe.

Kürzlich bei der Europameisterschaft sind Einzel- und Gesamtsieg an Deutschland gegangen. Rayka und ich sind schon in Holland angetreten, in Belgien. Das C-Diplom hat sie mit ihren erst drei Jahren schon, das höchste ist das D-Diplom, das wollen wir jetzt angehen. Da gibt es zehn Aufgaben, davon werden fünf gezeigt. Zum Beispiel die Dreiecksübung: Da muss sie eine Schwimmweste vom Land zum Boot bringen und dort abgeben. Dann wird ein Rettungsring geworfen, den muss sie nehmen, zu der ‘ertrinkenden’ Person bringen und die Person an Land bringen. Solche Übungen trainiert man durch Einzelübungen, die man hinterher zusammenfügt. Das Schwierige daran ist das Bringen. Holen ist für Hunde einfach.

Wie lange sind die Hunde fit genug für diesen Leistungssport?

Man darf mit zwölf Monaten anfangen mit der Diplomarbeit. Etwa bis zum achten Lebensjahr trainieren die Hunde. Danach geht man raus aus dem maximalen Leistungsbereich, aber man kann noch Spaß haben. Das ist sowieso das Wichtigste: Dass der Hund Spaß hat.

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