Die spröde Schönheit der Mojave-Wüste

Der Ausstellungstitel „Zzyzx“ dürfte nur Kalifornienkennern etwas sagen. Mit diesen letzten Buchstaben des Alphabets wird eine Straße zwischen Los Angeles und Las Vegas bezeichnet, die durch die Mojave-Wüste führt. Viel mehr als Landschaft ist hier nicht zu sehen, scheint’s. Aber der Fotograf Thomas Schüpping ist dieser Landschaft vom ersten Augenblick an verfallen. „Ich wollte nicht mehr weg, die Ruhe, die Hitze, das Licht“, sie bedeuten für ihn „das Sein, das Hier und Jetzt“.

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Der Ausstellungstitel „Zzyzx“ dürfte nur Kalifornienkennern etwas sagen. Mit diesen letzten Buchstaben des Alphabets wird eine Straße zwischen Los Angeles und Las Vegas bezeichnet, die durch die Mojave-Wüste führt. Viel mehr als Landschaft ist hier nicht zu sehen, scheint’s. Aber der Fotograf Thomas Schüpping ist dieser Landschaft vom ersten Augenblick an verfallen. „Ich wollte nicht mehr weg, die Ruhe, die Hitze, das Licht“, sie bedeuten für ihn „das Sein, das Hier und Jetzt“.

Diese Faszination spiegeln auch seine Schwarz-Weiß-Fotografien wider, die die spröde Ödnis dieser Wüste im San Bernadino County zeigen, in der wohl doch Menschen leben müssen, denn es gibt nicht nur die Straße, sondern auch Strommasten. Diese hölzernen Stäbe mit den an ihnen hängenden Kabeln hat Schüpping ausschnitthaft vielfach fotografiert und zu einer großen Bilderwand mit 55 kleineren Motiven gefügt. „Die Ästhetik des Kaputten, Zerbrechlichen ist für mich pure Schönheit“, sagt der Fotograf.

Wie auch seine andere Fotografien, vor allem großformatige Landschaftsbilder, saugen sie den Betrachter sozusagen ein. Den Bildern ist nicht nur die Farbe entzogen – „die brauche ich nicht“ – sondern auch das pure Weiß, so dass sie sich eher aufs graue Spektrum beschränken. Das wiederum lenkt den Blick auf die Struktur von Landschaft, Felsen und Steinen – und macht die Trockenheit fast körperlich spürbar.

Der 1964 in Andernach geborene Schüpping, der in Düsseldorf als Mode- und Werbefotograf arbeitet, wurde mit seinem ersten Bildband „Zzyzx“ für den Deutschen Fotobuchpreis 2014 nominiert, eine seltene Auszeichnung für ein Erstlingswerk.

Die Ausstellung beim Kunstverein am Weidenweg 10 wird Freitag, 15. September, um 19 Uhr eröffnet, sie bleibt bis 15. Oktober (geöffnet Fr und Sa 17 bis 20, So 14 bis 18 Uhr).

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