Auftritt im TaM

Die Musical Allstars singen von großen Gefühlen

Die Stars der Musical-Szene sangen am Samstag im TaM. Auch die Duisburger Sängerin Jessica Kessler (Mitte) stand auf der Bühne.

Die Stars der Musical-Szene sangen am Samstag im TaM. Auch die Duisburger Sängerin Jessica Kessler (Mitte) stand auf der Bühne.

Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Sechs prominente Sänger traten im TaM auf und sangen Musical-Melodien. Stücke aus Bühnen-Klassikern und aktuellen Broadway-Stücken.

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Mit Musical-Melodien vom brandaktuellen Broadway-Aufreger „Hamilton“ bis zum beliebten Kultklassiker „Rocky Horror Picture Show“ brachten sechs Musical Allstars unter der Leitung von Armin Bartetzky „sowohl Kunst als auch Kultur“ auf die Bühne des gut besuchten Theaters am Marientor.

Armin Bartetzky begrüßte Stammgäste und neu dazugekommene Musicalfans „im allerschönsten Musicaltheater“ und versprach, dass „wir heute jegliche Gefühlsregung aus ihnen rausholen werden, die es gibt“.

Jessica Kessler tanzt auf vielen Hochzeiten

Das gelang schon mit dem ersten, in Deutschland relativ unbekannten Musical „The Secret Garden“. Chris Murray und Paul Kribbe beschworen mit dem melancholischen Duett „She has her eyes“, die liebe Erinnerung an die haselnussbraunen Augen der verstorbene Lily.

Ganz anders kam Wirbelwind Jessica Kessler daher. Sie sang mit ihrer hellen Stimme aus der aktuellen Produktion „Mozart“ den Song des vergnügungssüchtigen Nannerls, wie der Komponist seine Frau Anna Maria nannte.

„Irgendwo wird immer getanzt“. Tatsächlich tanzt auch die Duisburger Sängerin Jessica Kessler auf so vielen Hochzeiten, dass sie für den Abend gerade erst von den Mozart-Aufführungen aus Shanghai herbeigeflogen war und noch mit dem Jetlag zu kämpfen hatte. So ging der Sinn von Bartetzkys Frage, ob denn auch die „Rocky Horror Picture Show“ in China eine Chance hätte, an ihr vorüber. „Keine Ahnung“, antwortete sie fröhlich und überließ es dem Musiker selber, sein Stichwort aufzunehmen. „Die Chinesen lieben die historischen Kostümstücke. Deshalb ist Mozart so gut angekommen, aber für Rocky Horror sehe ich da keinen Markt“, sagte er dann auch prompt.

Die Frackschöße flattern

Umso beliebter ist die ironische Darbietung des singenden Transvestiten hierzulande. Rob Fowler, der den Frank N. Furter nicht nur lässig sang, sondern währenddessen auch noch frech die Frackschöße des Kapellmeisters flattern ließ, erntete viel Jubel und Applaus.

Den Preis für das aufregendste Kleid des Abends hatte sich mit Abstand Patricia Meeden verdient. Der Rock ihres schwarzen Kleides war so durchsichtig, dass er das tiefe Dekolleté glatt nach Punkten schlug. Sie sang mit ihrer dunklen, leicht heiseren Stimme den nachdenklichen Song „I dont Know how to love him“, aus Jesus Christ Superstar. Meeden durfte vor kurzem live für die Formel 1 die Nationalhymne singen. „Adrenalin pur!“ erzählte sie dem Publikum lachend, „die haben mich kurz vorher noch an Sarah Connors legendäres ‘brüh im Lichte dieses Glanzes’ erinnert und daran, dass da vierhundert Millionen Menschen zuguckten.“ Daran gemessen ist ein volles Musicaltheater nicht viel, aber trotzdem freuen sich Jessica Kessler und Patricia Meeden sichtlich, als ihnen ein schöner Schluss ihres Duettes „There can be miracles“ aus „Der Prinz von Agypten“ gelingt.

Die entspannte, beinahe familiäre Atmosphäre zwischen allen Musikern und Sängern auf der Bühne trug viel zum Gelingen des Musicalabends bei.

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