Kirche

Die Kirchengemeinde Alt-Duisburg ist im Wandel

Die Sanierungsarbeiten an der Salvatorkirche in Duisburg haben nach einer langen Spendenaktion begonnen. 2020 wird man die Kirche wieder durch ihr seit Jahren geschlossenes Hauptportal betreten können

Die Sanierungsarbeiten an der Salvatorkirche in Duisburg haben nach einer langen Spendenaktion begonnen. 2020 wird man die Kirche wieder durch ihr seit Jahren geschlossenes Hauptportal betreten können

Foto: Jörg Schimmel

Mitte.   Informationen über Sanierungsarbeiten an der Salvatorkirche und Marienkirche stoßen auf großes Interesse. Angst vor „stürmischen Zeiten“.

Auf großes Interesse ist die Gemeindeversammlung der evangelischen Kirchengemeinde Alt-Duisburg in der Duisserner Lutherkirche gestoßen. Etwa 120 Gemeindemitglieder blieben nach dem Sonntagsgottesdienst da. Sie hörten Jörg Hoffmann, dem Vorsitzenden des Presbyteriums zu, der über die Salvatorkirche, die Marienkirche, den Stand der Regionalisierung und die Gemeindefinanzen Rechenschaft ablegte.

Zwischen März und Mai des Jahres 2020 werde man die Salvatorkirche nach der Turmsanierung wieder durch ihr seit nunmehr vier Jahren geschlossenes Hauptportal betreten können, das ist im Moment die Prognose für die begonnenen Bauarbeiten am maroden Turm der alten Stadtkirche. Hoffman betonte, wie froh die Gemeinde darüber sei, dass die sogenannte Substanzerhaltungspauschale für Salvator von 125.000 Euro jährlich durch eine Umlage auf alle Gemeinden des Kirchenkreises getragen werde.

Die Innenstadtgemeinde hat mit der Marienkirche eine zweite historisch bedeutende Kirche zu erhalten. Die 500.000 Euro für den dort geplanten Innenausbau der Kirche zum integrierten Gemeindezentrum seien vorhanden, sagte Hoffman.

Grundstücksverkauf deckt Kosten

Finanziert wird der Umbau zum Teil durch den Verkauf eines Grundstückteils an das Christophoruswerk, das dort nach dem Abriss des Gemeindehauses den Bau einer Wohnanlage mit Sozialstation plant. Anfragen aus der Gemeinde gab es zur Größe des geplanten Anbaus an die Marienkirche.

„Wird es genug Platz für sechzig bis siebzig Leute geben und bekommt der Anbau einen eigenen Eingang“, erkundigte sich Lorenz Grimoni als Interessenvertreter der Gehörlosenarbeit. Abstriche müssten gemacht werden, die endgültige Größe und Lage des Anbaus stehe noch nicht fest, weil die Planung von einer nötigen Zuwegung von der Marientorstraße auf das Gelände abhänge, wie Pfarrer Stefan Blank erläuterte. „Die Josef-Kiefer-Straße firmiert in den Plänen nämlich nur als Fahrradweg, was die Stadt Duisburg allerdings nicht daran gehindert hat, dort eine Parkuhr aufzustellen, vermutlich für Fahrrad-Parker“, sagte Blank kopfschüttelnd.

Die Region Duisburg-Mitte, die im Moment noch aus den selbstständigen Gemeinden Alt-Duisburg, Hochfeld, Neudorf-West und Neudorf-Ost besteht, soll sich bis Jahr 2024 zu einer Gesamtgemeinde mit vier Bezirken und nur noch drei Pfarrstellen zusammenfinden. Deshalb sieht der Presbyteriums-Vorsitzende durchaus „stürmische Zeiten“ auf die Gemeinden zukommen. Da sei es gut, dass die Alt-Duisburger Pfarrer Blank und Winterberg mit ihrem Renteneintritt erst im Jahr 2029 und Korn sogar erst 2033 dran wären und so den Einigungsprozess komplett begleiten könnten, fand Hoffman.

Gut aufgestellt ist Alt-Duisburg finanziell, weil die Pro-Kopf-Zuweisung von Kirchensteuermitteln entgegen der Prognosen auf 100 Euro geklettert ist. Der Duisburger Kirchenkreis als „nehmender Kirchenkreis“ profitiert von finanzkräftigeren Kirchenkreisen. Die Einnahmen werden noch nicht vom Mitgliederschwund aufgezehrt. „Aber in einigen Jahren wird der große Einbruch kommen“, stellte Hoffman fest.

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