Hilfswerk

THW-Ortsverband Duisburg zählt zu den größten bundesweit

Über 8000 Sandsäcke füllten THW-Kräfte und andere Ehrenamtliche im vergangenen Jahr am Pootbach in Neudorf auf. Der Bach war in 2016 teilweise über die Ufer gelaufen. Etliche Helfer bewahrten die Anwohner vor noch größeren Wasser-Schäden.

Über 8000 Sandsäcke füllten THW-Kräfte und andere Ehrenamtliche im vergangenen Jahr am Pootbach in Neudorf auf. Der Bach war in 2016 teilweise über die Ufer gelaufen. Etliche Helfer bewahrten die Anwohner vor noch größeren Wasser-Schäden.

Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Ein Dorf in Frankreich mit Strom versorgen oder Sandsäcke bei Hochwasser füllen gehören zu den Aufgaben vom THW. Zugführer Sven Wagner berichtet.

Sandsäcke stapeln in Dresden, ein 2000-Seelen-Dorf im Nordwesten Frankreichs mit Not-Strom versorgen oder den Pootbach in Neudorf vor dem Überlaufen bewahren: Die Aufgaben vom THW sind vielseitig, aber ein Ziel bleibt immer gleich: „Helfen“, sagt THW-Zugführer Sven Wagner.

Er gibt einen Einblick in die Aufgaben der ehrenamtlichen Retter und erklärt wie es beim Ortsverband zugeht. Auch jetzt – kurz vor Karneval – wenn die Freiwilligen den Johannitern bei Versorgungsmaßnahmen unter die Arme greifen und die Kommunikation zwischen Sicherheits- und Rettungspersonal sicherstellen, gönnt er sich nur wenig Pausen.

Wagner engagiert sich seit Ende der 90er beim Technischen Hilfswerk und hat unzählige Einsätze hinter sich. Mit fast 150 weiteren ehrenamtlichen Helfern bildet er das Rückgrat des Duisburger Ortsverbandes, der an der Sternstraße in Buchholz angesiedelt ist. Damit ist das örtliche THW einer der zehn mitgliederstärksten Verbände bundesweit. „Wir haben zwei so genannte Züge“, erklärt der 36-Jährige. Jeder Zug besteht jeweils aus zwei Bergungs- und zwei Fachgruppen. „Räumen, Wassergefahren, Infrastruktur und Elektroversorgung sind die spezialisierten Gruppen“, erklärt Wagner.

THW ist mehr als nur ein Hobby

Das THW nimmt einen großen Teil in seinem Leben ein: Fast 800 Stunden im vergangen Jahr war er im Einsatz, in Bereitschaft oder bei den monatlich sechs stattfindenden Treffen in der Unterkunft. „Das ist fast eine Halbtagsstelle“, rechnet der Duisburger vor. Es sei eben schon fast mehr als nur ein Hobby.

„Nach dem Jahrtausendwechsel waren wir für fast zwei Wochen in Nordfrankreich stationiert, als Sturm Lothar dort wütete“, erinnert sich Wagner an den sehr speziellen Einsatz. Mit Notstromaggregaten sicherte das THW die Netzversorgung in einem kleinen Dorf. Für so einen Auftrag oder für den in Dresden muss Wagner seinen Berufsalltag unterbrechen. Juristisch seien die Arbeitgeber verpflichtet THWler dafür freizustellen, „aber es ist immer besser, wenn man im Dialog mit dem Chef ist.“

Immer mehr THW-Kräfte

Im Ortsverband Duisburg engagieren sich verschiedenste Alters- und Berufsgruppen. „Wir sind ein bunter Haufen“, findet der Ortsbeauftragte Peter Bunzeck. So seien Büroarbeiter genauso beim THW wie Handwerker. „Und natürlich Leute, die gern draußen sind und sich mal dreckig machen wollen.“

Über fehlenden Nachwuchs kann sich Bunzeck nicht beschweren: „In unserer Jugendgruppe, in der 10- bis 18-Jährige mitmachen, haben wir 17 Junghelfer“, freut sich Bunzeck. Es könnten allerdings noch mehr betreut werden, wenn genügend Personal vorhanden wäre. „Leute, die fit im Umgang mit Jugendlichen sind und Menschen, die Verwaltungsarbeiten übernehmen könnten, sind gerne gesehen“, sagt Bunzeck vielsagend.

Neben Spontaneinsätzen gibt es schon feststehende Termine, bei denen das THW Straßen sperrt oder Rettungsdienste unterstützt: Beim Lichterlauf, Entenrennen, dem Marathon oder auch der Tour de France-Etappe in Düsseldorf werden die Helfer im Einsatz sein. Stets mit dabei: Sven Wagner.

>> Info: Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, so der offzielle Name, gibt es seit 1950 und untersteht dem Bundesinnenministerium. Rund 80 000 ehrenamtliche Helfer engagieren sich bundesweit beim THW.

Das THW untergliedert sich in 668 Ortsverbände, 66 Geschäftsstellen und acht Landesverbände.

Die Einsatzschwerpunkte im Inland: Pumpen und Brückenbau nach starkem Regen, Auf- und Rückbau von temporären Unterkünften (Flüchtlingshilfe) oder die technische Soforthilfe nach Unglücken oder Unfällen.

Im Ausland: Unterstützung der UN in Flüchtlingcamps oder Aufbau von Katastrophenschutz-Strukturen in der Türkei.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben