Tiere

Die Duisburgerin Kerstin Zimmermann schneidert Hundekleidung

Besuch bei der Hundeschneiderei Dog Smilla. Im Bild: Inhaberin Kerstin Zimmermann.

Besuch bei der Hundeschneiderei Dog Smilla. Im Bild: Inhaberin Kerstin Zimmermann.

Foto: Udo Gottschalk

Duisburg-Meiderich.   Die Duisburger Schneiderin Kerstin Zimmermann stellt Mode für Hunde her. Das Geschäft im Stadtteil Meiderich brummt seit Jahren.

Hals, Brust und dann Rücken: Kerstin Zimmermann misst mit einem Band alles genau aus, bevor es an die Arbeit geht. Pullover und Mäntel, Geschirr und Halsbänder – bei Kerstin Zimmermann (51) gibt es Hundebekleidung maßgefertigt. „Dog Smilla“ heißt ihre Hundeschneiderei, benannt nach ihrer mallorquinischen Hündin, die seit sechs Jahren bei ihr und Ehemann Tino lebt.

Erstes Modell für den eigenen Hund gefertigt

Die gelernte Schneiderin war genervt, als sie immer wieder aus dem Fachhandel mit leeren Händen zurückkehrte – sie fand einfach nicht die passende Kleidung für Smilla. „Dann habe ich ihr ein Mäntelchen auf den Leib geschneidert“.

Da es auch andere Hundebesitzer mit ähnlichen Problemen gibt, wagte sie den Schritt in die Selbständigkeit. Bereut hat sie das keine Sekunde. Ihre Kunden kommen mittlerweile aus ganz Deutschland, selbst aus der Schweiz und Frankreiche reisten einige schon an, um ihre Tiere messen zu lassen und Kleidung für die Tiere in Auftrag zu geben. Zimmermann hat sich für ihre Schneiderei eine Wohnung über der eigenen gemietet. Unzählige Geschirre, Mäntel und Halsbänder finden sich dort – in allen Farben und Größen. Fotos von zufriedenen Kunden auf vier Beinen hängen an den Wänden.

In Meiderich gibt es keine Pelzmäntelchen mit Strass

Nützlich und nötig seien ihre Kreationen, allerdings ohne Schnickschnack. „Ich werde niemals irgendwelche Pelzmäntelchen mit Strass anfertigen“, sagt sie. „Das ist einfach störend und gefährlich, wenn die Hunde die Strasskügelchen beispielsweise verschlucken“, erklärt sie. Und so fühlt sie sich keinen modischen Trends unterworfen. „Ich verkaufe nur handgemachte, funktionelle Kleidung“, sagt sie. Der dünne Windhund, der im Winter auf ein Mäntelchen angewiesen ist, werde ebenso fündig wie ein kleiner Chihuahua, der einen Pullover braucht. Außerdem gibt es Halsbänder und Geschirre für große, kräftige aber auch schlanke Tiere.

Kein Schnickschnack bedeute aber nicht, dass man als Kunde nicht eine große Auswahl habe und etwa bei der Gestaltung der Kleidung ein Wörtchen mitreden kann. „Wir haben unzählige Farben und Farbkombinationen, die wir anbieten. Außerdem stelle ich beispielsweise Bänder aus verschiedensten Materialien her“, sagt sie. Rindlederbänder finden sich ebenso im Atelier an der Schnüranstraße wie jene aus Kork oder sogar Lachs. Wer aber ein kleines Schleifchen am Neoprenmäntelchen haben will, kann auch das bekommen. „Geschmäcker sind verschieden, das ist kein Problem, so lange es das Tier nicht stört“, betont sie.

Zwei Wochen Wartezeit sind keine Seltenheit

Das Geschäft der Hundebesitzerin läuft blendend. Zwei Wochen Wartezeit auf den Termin sind normal. Dabei spielt es keine Rolle, ob gerade Sommer oder Winter ist. „Hundebesitzer sind kommunikativ“, sagt Zimmermann und lacht. „Wenn jemand einen Hund mit einem schönen Geschirr sieht, fragt er schon mal, man kommt ins Gespräch. Ich habe viele Stammkunden, aber es kommen auch immer wieder neue.“ Und dann geht es ab auf den Tisch für die Hunde, damit Zimmermann Maß nehmen kann, während die kleine Smilla alles interessiert beäugt.

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