Jahresbilanz

Die Duisburger Top 10 Online des Jahres 2017

Die nepalesische Schülerin Bivsi Rana und ihre Familie kehren nach ihrer Abschiebung am 2. August nach Deutschland zurück. Der mediale Rummel am Düsseldorfer Flughafen ist immens.

Die nepalesische Schülerin Bivsi Rana und ihre Familie kehren nach ihrer Abschiebung am 2. August nach Deutschland zurück. Der mediale Rummel am Düsseldorfer Flughafen ist immens.

Foto: Lars Heidrich

Duisburg.  Auch in diesem Jahr hat Duisburg wieder Schlagzeilen en masse produziert. Wir stellen die zehn Artikel vor, die am häufigsten geklickt wurden.

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Bivsi kehrt nach Deutschland zurück, OB Sören Link wird wiedergewählt, die Bürger sagen "Nein" zum Outlet-Center, der MSV steigt auf, die marode Rheinbrücke verursacht einen Verkehrs-Infarkt: Das Duisburger Jahr 2017 war ein bewegtes, ohne Frage. Aber: Kaum eines dieser Themen findet sich in den Artikeln wieder, die am häufigsten geklickt wurden – und die die Menschen in Duisburg offenbar sehr bewegt haben. Unsere Top Ten Online des Jahres (Stand 28.12.17, Artikel zwecks Folgeberichterstattung zu den gelisteten Themen haben wir außen vor gelassen und stattdessen "Nachzügler" berücksichtigt).

68.426 Klicks: Restaurantscheiben mit Äxten zerstört – Gastronom gibt auf 

"Wer Nazis bewirtet, ist auch ein Schwein!" steht im Juni auf einem der Tische vor Frank Betkes Restaurant "Franky`s" im Silberpalais geschmiert, zudem haben offenbar Antifa-Aktivisten die Fensterscheiben mit Äxten und Hämmern traktiert. Und warum? Gewerkschaften, Vereine und Parteien unterschiedlichster Couleur trafen sich im "Frankys" – darunter auch die AfD. Vor dem Anschlag erhielt Betke deshalb Drohbriefe der linksgerichteten Antifa. Der Gastronom hat nun endgültig genug, macht seinen Laden dicht. Mittlerweile hat er Mülheim die Pommesbude "Erikas Braterei" übernommen, eine echte Imbiß-Institution in unserer Nachbarstadt.

62.534 Klicks: Tödlicher Angriff in Duisburg-Marxloh – Junge (14) stirbt 

Am Ostersonntag schockiert ein Gewaltverbrechen die Stadt: Ein Teenager stirbt nach einem brutalen Streit in Marxloh an inneren Blutungen - ein Stich in den Rücken, der seine Lunge durchbohrt, fügt ihm die tödliche Verletzung zu. Der Vater des getöteten Jungen erleidet bei der Auseinandersetzung nur leichte Verletzungen, die Täter können unerkannt flüchten. Bis heute sind sie nicht gefasst. Unsere Folgeberichterstattung lasen online noch einmal fast 60.000 Menschen.

42.632 Klicks: Videos zeigen: So eskaliert Polizeigewalt in Duisburg 

Eine an sich einfache Verkehrskontrolle läuft Ende Juni völlig aus dem Ruder: Mehmet K. parkt seinen Wagen in Bruckhausen falsch, bekommt ein "Knöllchen". Erzürnt soll er den Beamten seinen Führerschein hingeworfen haben und dann weggegangen sein. Wie Videoaufnahmen zeigen, stellen mehrere Beamte Mehmet K. Momente später in einem Hauseingang, bringen ihn zu Boden, nehmen ihn fest. Ein Tritt gegen den Oberkörper ist zu sehen. Die Polizei berichtet von etwa 250 Menschen, die sich danach am Ort des Geschehens versammeln und von versuchter Gefangenenbefreiung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, ein Polizist wird vom Dienst suspendiert. Allein unseren Erstbericht klicken 36091 Nutzer an.

42.426 Klicks: 37-Jähriger tötet Frau auf Straße in Duisburg mit Messer 

Ein weiteres grausames Verbrechen zählt zu den meistgeklickten Artikeln des Jahres: Am 24. Februar sticht ein 38-jähriger Mann aus Hochfeld auf eine ihm völlig unbekannte 63-jährige Frau ein. 23 Mal. Die Frau stirbt noch am Tatort an der Ecke Karl-Jarres-Straße und Gitschiner Straße. Nach nur zwei Verhandlungstagen ordnet das Landgericht Duisburg an, den schuldunfähigen Täter dauerhaft in der Psychatrie unterzubringen.

37.859 Klicks: Nach Suizid: Stau in Duisburg auf A 59 Richtung Düsseldorf 

Zu unseren Richtlinien zählt, dass wir nicht über Suizide berichten – es sei denn, der Freitod eines Menschen hat unmittelbare Auswirkungen auf Dritte. So geschehen am Vormittag des 30. Oktober, als sich eine 32-Jährige durch einen Sprung auf die A59 das Leben nimmt, worauf die Autobahn eine Stunde lang komplett gesperrt wird. Von einer Böschung nahe der Mercatorstraße springt sie ab, sie stirbt an ihren Verletzungen, Ersthelfer, darunter ein Feuerwehrmann, können nichts mehr für sie tun. Laut Statistik der WHO ereignen sich in Deutschland jährlich etwa 10.000 erfasste Suizide.

37.576 Klicks: Duisburgerin (14) wird aus Unterricht geholt und abgeschoben 

Die Geschichte der Teenagerin Bivsi Rana sorgt Mitte des Jahres für bundesweites Aufsehen. Die damals 14-jährige Schülerin des Steinbart-Gymnasiums wird mit ihrer Familie nach Nepal abgeschoben, ihre Eltern sind in Deutschland jahrelang nicht über den Status der Duldung hinausgekommen. Nur ihr älterer Bruder darf bleiben. Das Schicksal der jungen Duisburgerin tritt eine Welle der Solidarität, aber auch der Empörung über das Vorgehen der rechtmäßig handelnden Behörden los. Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link, allen voran aber Bivsis Schulklasse und der Grünen-Politiker Felix Banaszak setzen sich vehement für ihre Rückkehr ein – mit Erfolg. Am 2. August, nach zwei Monaten in Nepal, landet Bivsi, begleitet von größtem medialen Interesse, in Düsseldorf. Ihr Ziel für die nahe Zukunft: Abi machen.

34.250 Klicks: Silbriger Niederschlag löst Großeinsatz der Feuerwehr in Duisburg aus 

Was unsere Leser nach dieser ungewöhnlichen Nachricht Anfang September zu uns führt, ist eher Ungewissheit als eine konkrete Gefahrenlage: Ein schwarz-silbriger, glänzender Niederschlag geht über Laar und Umgebung nieder, Gäste eines Straßenfestes bemerken und melden den eigenartigen Vorfall. Ursache ist ein Thyssen-Krupp-Werk: Ein Behälter mit halbflüssiger Roheisenschlacke ist nicht ausreichend gekühlt worden. Dadurch ist ungiftiger Graphit-Staub, den auch Bleistifte absetzen, entstanden.

32.823 Klicks: Jugendliche werfen Kontrolleurin aus Duisburger Straßenbahn 

Eigentlich läuft es genau andersrum: Kontrolleure verweisen Passgiere aus Bus und Bahn, wenn sie keine gültige Fahrkarte vorweisen können. Eigentlich. Vier Jugendliche stoßen im Januar an der Haltestelle Duissern eine Ticketprüferin der DVG aus einem Waggon der Linie 903, als die Frau die Gruppe überprüfen will. Die Kontrolleurin muss nach dem Übergriff zur Behandlung ins Krankenhaus, sie hat sich eine schmerzhafte Po-Prellung zugezogen. Körperliche Übergriffe seien in Duisburg aber eher die Ausnahme, erklärt daraufhin DVG-Sprecher Ingo Blazejewski.

32473 Klicks: Duisburgerin zeigt Seitensprung als Vergewaltigung an 

"Ich habe die Geschichte aus Angst erfunden“ erklärt schließlich eine junge Frau vor dem Amtsgericht Duisburg, nachdem Folgendes ans Licht gekommen war: Sie betrügt ihren Freund, der erfährt davon. Aus Sorge, dass er sie vor die Tür setzt, macht sie aus ihrer Liebschaft kurzerhand eine Vergewaltigung. Glücklicherweise für den Angeklagten stellen sich die Vorwürfe als völlig haltlos heraus, die 19-Jährige wird zu Arbeitsstunden und Freizeitarrest verurteilt. Der Fall Kachelmann lässt grüßen.

32.193 Klicks: Namen auf Papierkorbplakaten erzürnen türkische Mitbürger 

"Mach et, Mehmet!" und "Geht doch, Gülcan!" prangen seit einigen Monaten auf Duisburgs grünen Papierkörben – unter anderem. Was sich die städtischen Wirtschaftsbetriebe als witzige Kampagne mit dem Namen #machsrein für ein "sauberes" Gewissen im öffentlichen Raum erdacht haben, finden einige Duisburger offenbar weniger komisch. Dem Verdacht des Vorurteils stellt sich Silke Kersken, Sprecherin der DVV, entgegen: "Es steckt keine Absicht dahinter, jemanden zu beleidigen", man habe lediglich versucht, die zahlreichen türkischstämmigen Bürger "mit ins Boot" zu holen. Weitere Motive sollen etwa die Steffi (Sauber!") und den Robert ("Respekt!") motivieren.

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