Zukunfts-Investiton

Die Deutsche Bahn plant Lärmschutz in Rheinhausen

Auch Logport sorgt mit seinem Containerumschlag für Lärm durch Güterzüge. Foto:

Auch Logport sorgt mit seinem Containerumschlag für Lärm durch Güterzüge. Foto:

Foto: Hans Blossey / FUNKE Foto Services

Rheinhausen.  Welche Investitionen ab 2022 vorgesehen sind, stellen die Ingenieure der Bahn morgen in einer öffentlichen Sitzung der Bezirksvertretung vor.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Klagen über Lärm durch Güter- und Personenzüge gibt es immer wieder. An einigen Stellen ist die Wohnbebauung auch näher an die Gleise herangerückt, die gabelförmig Rheinhausen durchziehen und den Duisburger Hauptbahnhof mit Krefeld und dem Niederrhein über Moers bis Xanten verbinden. Neben den Personenzügen und den vier Bahnhöfen rumpeln auch Güterzüge über die Schienen. „Güterstraße“ lautet der bezeichnende Name einer Neubausiedlung, die vor einigen Jahren in der Nähe des Bahnhofs Trompet nahe der Gleise entstanden ist und über keinen Schallschutz verfügt. Auch am Harweg am Bahnhof in Rumeln-Kaldenhausen rückt die Bebauung eng an die Gleise.

Die Deutsche Bahn will in den Lärmschutz investieren und hat dafür einen Masterplan aufgelegt, der ab 2022 umgesetzt werden soll. An welchen Stellen welche Maßnahmen umgesetzt werden, ist bislang noch ein gut gehütetes Geheimnis. Auch die Lokalpolitiker sind ahnungslos, können bestenfalls spekulieren und werden in einer Sondersitzung der Bezirksvertretung am morgigen Donnerstag um 16 Uhr im Sitzungssaal (2. Etage) der Bezirksverwaltungsstelle, Körnerplatz 1, darüber ausführlich informiert.

Bürger dürfen Fragen stellen

Die Sitzung ist öffentlich und nach dem offiziellen Vortrag der Bezirksvertreter können interessierte Bürger auch Fragen stellen. Grundlage für die Lärmschutzinvestitionen ist ein schalltechnisches Gutachten, dessen Ergebnis die Ingenieure der DB Netz AG in der Sitzung in den Grundzügen präsentieren. Sie werden auch den daraus resultierenden Planungs- und Bauablauf für die vorgesehenen Schallschutzmaßnahmen schildern. Im Anschluss haben die Gäste die Möglichkeit, ihre Fragen an die Projektleitung zu richten.

Im Rahmen des Programms „Lärmsanierung an Schienenwegen des Bundes“ sind voraussichtlich ab 2022 Maßnahmen des aktiven und passiven Schallschutzes in Rheinhausen vorgesehen. Dabei werden entlang der Bahnstrecken in Rheinhausen Schallschutzwände errichtet und in allen Bereichen schalldämmende Bauteile wie Schallschutzfenster oder spezielle Lüfter in Wohngebäude eingebaut.

Seit 1999 verbessert die Bahn den Lärmschutz

Seit 1999 wird die „Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen der Eisenbahnen des Bundes“ von der Bundesregierung gefördert. Damit wurde die finanzielle Möglichkeit geschaffen, Schallschutzmaßnahmen auch entlang vorhandener Schienenwege umzusetzen. Seit dem Start des Programms haben Bund und Bahn bundesweit über 1,4 Milliarden Euro in die Lärmsanierung von knapp 1.800 Kilometern Schienenstrecke und 60.630 Wohneinheiten investiert, wie es in einer Information der Deutschen Bahn heißt.

Allein 2018 wurden rund 45 Kilometer Schallschutzwände fertiggestellt und etwa 100 Millionen Euro ausgegeben. Durch ein neues Gesamtkonzept, das seit Anfang 2019 gültig ist, profitieren künftig rund 2.200 Städte und Gemeinden vom Lärmsanierungsprogramm. Es geht um 6500 Kilometer Strecke.

Auch die Eigentümer müssen einen Eigenanteil der Kosten tragen

Bei der Lärmsanierung handelt es sich um eine freiwillige Leistung des Bundes. Gefördert werden neben Schallschutzwänden auch schalldichte Fenster und Lüfter an Gebäuden entlang von Bahnstrecken – in Einzelfällen auch Dämmungen von Fassaden und Dächern. Der Eigenanteil von einem Viertel der Kosten ist vom Eigentümer zu tragen, da die Maßnahmen immer mit einer Wertsteigerung des Objekts verbunden sind. stt

Weitere Infos zum Thema Lärmschutz im Netz unter: www.deutschebahn.com/laerm.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben