Kommunalpolitik

Dezernent Krumpholz: Grüne unterstützt Wiederwahl nicht

Nach acht Jahren endet für Ralf Krumpholz die Zeit als Beigeordneter in Duisburg. Die Grünen unterstützen seine Wiederwahl nicht.

Nach acht Jahren endet für Ralf Krumpholz die Zeit als Beigeordneter in Duisburg. Die Grünen unterstützen seine Wiederwahl nicht.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Für den Beigeordneten Dr. Ralf Krumpholz gibt es keine zweite Amtszeit in Duisburg. Seine Partei, die Grünen, unterstützen die Wiederwahl nicht.

Für Dr. Ralf Krumpholz, Dezernent für Integration, Sport und Gesundheit, Verbraucherschutz und Feuerwehr der Stadt Duisburg , wird es keine weitere Amtszeit geben. Die achtjährige Wahlperiode des bündnisgrünen Beigeordneten endet zum 1. Mai 2021.

Die Grünen im Rat der Stadt werden ihn nicht für eine Wiederwahl vorschlagen. Das bestätigten die Fraktionssprecher Anna von Spiczak und Felix Lütke am Freitag auf Anfrage dieser Zeitung.

Grüne in Duisburg: Wahl war auch Votum für personellen Neuanfang

Ohne Gegenstimme habe die grüne Fraktion gegen eine erneute Unterstützung von Krumpholz entschieden, so Spiczak. „Wir betrachten die Entscheidung der Wählerinnen und Wähler vom 13. September als klares Votum für einen Neuanfang, sowohl personell als auch strukturell.“ Die Grünen hielten weiterhin die Wiedereinführung eines Umweltdezernates für notwendig, „das wir gerne mit neuer Energie breit aufstellen wollen“, so die Fraktionsvorsitzende weiter.

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Überraschend kommt diese Entscheidung nicht. Spätestens seit Beginn der SPD/CDU-Kooperation im Rat vor fünf Jahren galt Krumpholz im rot-schwarz geprägten Verwaltungsvorstand als isoliert. Fast als Demütigung galt die Verteilung des Umwelt-Ressorts, eigentlich Kernkompetenz eines grünen Beigeordneten, auf Planungs- und Wirtschaftsdezernat. Auch wenn ihm die Mehrheiten fehlten: Zumindest ein energisches Aufbegehren, etwa beim grünen Thema Baumschutzsatzung, vermisste wohl nicht nur seine eigene Partei.

Beigeordneter überließ anderen die öffentliche Bühne

In seinen verbleibenden Geschäftsbereichen blieben für den 58-Jährigen kaum Möglichkeiten, eigene Akzente zu setzen. Krumpholz konnte dort nicht nur auf selbstbewusste Ressortleiter wie Feuerwehr-Chef Oliver Tittmann und Jürgen Dietz (Duisburg Sport) setzen – ihnen überließ er auch die öffentliche Bühne. Auch als Leiter des Krisenstabes der Stadt in den ersten vier Monaten der Corona-Krise blieb er der Koordinator im Hintergrund.

Krumpholz enttäuscht: Hätte Unterstützung der Fraktion erwartet

Ralf Krumpholz, vormals Fraktionsgeschäftsführer in Duisburg und im Mai 2012 als Nachfolger von Dr. Peter Greulich ins Amt gewählt, reagierte am Freitag enttäuscht. „Nach einer so langen und vertrauensvollen Zusammenarbeit, nicht zuletzt bei der Erstellung des aktuellen Kommunalwahlprogramms, hätte ich die Unterstützung der grünen Fraktion erwartet.“ Gemeinsam habe man viel erreicht, bilanziert der Beigeordnete: Er nennt die Gartensanierungen im Stadtsüden, die Erstellung von Klimakonzept und Aktionsplan Integration sowie die Einrichtung der Anlaufstelle für Suchtkranke.

>>> GRÜNE HABEN VORSCHLAGSRECHT FÜR DIE NACHFOLGE

  • Mit der Entscheidung beginnt die Suche nach einem Nachfolger für Ralf Krumpholz bei den Duisburger Grünen. Bei ihnen liegt das Vorschlagsrecht. Gute Chancen dürfen sich qualifizierte Bewerberinnen ausrechnen: Schon 2012 wollte die Partei eine Frau als Dezernentin installieren.
  • Mit dem Wechsel an der Spitze wird auch eine Neuverteilung der Aufgaben im Verwaltungsvorstand fallen. Gespräche darüber laufen bereits mit der Politik. Eine Entlastung soll es für das „Super-Dezernat“ von Astrid Neese (Familie, Bildung, Arbeit, Soziales, Kultur) geben. Forderungen aus den Parteien gibt es nach jeweils eigenständigen Ressorts für Umwelt, Kultur und Soziales .
  • Mitentscheidend für eine Neuordnung der Ressorts ist auch die künftige Konstellation im Rat. Ob die SPD ihre Kooperation mit der CDU fortsetzt oder künftig auf die Grünen setzt, könnte sich noch im November entscheiden.
  • Bei der Kandidaten-Lese werden bei den zuletzt sehr erfolgreichen Grünen auch weitergehende strategische Überlegungen eine Rolle spielen: Ein starker grüner Beigeordneter hätte vier Jahre Zeit, um sich als potenzieller OB-Kandidat für die nächste Kommunalwahl warmzulaufen.
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