Stadtplanung

Der Umbau des Kantparks in Duisburg wird deutlich teurer

Dauerbaustelle Kantpark: Zurzeit sind nach Einschätzung der städtischen Grünverwaltung die Umbaumaßnahmen  zu rund 60 Prozent fertiggestellt. Der Zeit- und der Kostenplan ist völlig aus den Fugen geraten.

Foto: sten

Dauerbaustelle Kantpark: Zurzeit sind nach Einschätzung der städtischen Grünverwaltung die Umbaumaßnahmen zu rund 60 Prozent fertiggestellt. Der Zeit- und der Kostenplan ist völlig aus den Fugen geraten.

duisburg.   Sachverständiger musste sicherheitshalber die Standfestigkeit aller Bäume begutachten. Stadt prüft jetzt Schadensersatzansprüche.

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Der Umbau des Kantpark in der Duisburger Innenstadt wird nicht nur deutlich länger dauern als geplant, er wird am Ende auch fast doppelt so teuer sein: Das wird aus einer schriftlichen Verwaltungsvorlage deutlich, die unserer Redaktion vorliegt und über die der Rat am 1. Oktober in nichtöffentlicher Sitzung beschließen muss.

Die zentrale Botschaft: Mehrkosten für den Ausbau aufgrund geänderter Ausführungsplanung: Statt 1,4 Millionen werde der Umbau am Ende 2,3 Millionen Euro den Steuerzahler kosten.

Der Grund: Die gesamte Ausführungsplanung in den so genannten „baumüberstandenen Bereichen“ des Kantparks musste mit Hilfe eines von der Stadt nachträglich hinzugerufenen Baumsachverständigen neu bewertet werden.

Firma wollte die Haftung nicht übernehmen

Die Vorgeschichte: Eine Baufirma, die den Kantpark ab diesem Frühjahr umbauen sollte, hatte offenbar die Stadt als Auftraggeber darauf aufmerksam gemacht, dass die von ihr gewünschte Art und Weise der Bauausführung die Standsicherheit aller verbliebenen Bäume im Kantpark derart negativ beeinträchtigen würde, dass sie, die Baufirma, dafür am Ende nicht die Haftung übernehmen könne.

Ein Kompromissvorschlag der Grünverwaltung an die Baufirma, die Haftungsfragen nur auf den vertragsgemäßen Ausbau zu beschränken, hatte das beauftragte Unternehmen aber sicherheitshalber abgelehnt. Also musste die Stadt einen Baumsachverständigen zu Rate ziehen – ein Vorgang, der die Stadt Zeit, vor allem aber auch sehr viel Geld kosten wird.

Ende 2018 soll jetzt der Umbau abgeschlossen sein

Der Parkumbau, so erklärt die Stadt gegenüber der Politik, werde nun aufwändiger, die Bau- und Planungskosten verdoppeln sich fast von 1,4 auf 2,3 Mio. Euro. Mehrausgaben, die sich die Stadt aber offenbar teilweise von dem mit der Planung beauftragten Landschaftsarchitekturbüro zurückholen will.

Dieses Büro habe zu keiner Zeit an der Durchführbarkeit seines Bauvorschlages gezweifelt, weshalb die Stadt nun Schadensersatzansprüche in Höhe von 450.000 Euro prüfe. Zurzeit sind nach Einschätzung der städtischen Grünverwaltung die Umbaumaßnahmen im Kantpark (erst) zu rund 60 Prozent fertiggestellt.

Zur Erinnerung: Die Bäume im Kantpark wurden bereits im Februar 2017 gefällt. Ende dieses Jahres 2018 will die Stadt nun den Umbau des Kantparks abgeschlossen haben. Ursprünglich war vom Jahresende 2017, später von Frühsommer 2018 die Rede.

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