EU-Forschungsprojekt

Hafen Duisport will mit moderner Technik effektiver werden

Ein Blick in das Kerngebiet des Duisburger Hafens: Vorn im Bild der Oberbürgermeister-Karl-Lehr-Brückenzug.

Ein Blick in das Kerngebiet des Duisburger Hafens: Vorn im Bild der Oberbürgermeister-Karl-Lehr-Brückenzug.

Foto: Hans Blossey

Duisburg.   Um künftig effektive und umweltfreundlicher zu werden, beteiligt sich Duisport mit Uni und Software AG am EU-Projekt „Transforming Transport“.

In der Logistik stecken gewaltige Effizienzreserven. Transporte, den damit verbundenen Verkehr und die erforderlichen Anlagen zu optimieren, ist deshalb das Ziel des EU-Leuchtturmprojekts „Transforming Transport“. Unter den 47 europäischen Partnern aus Logistik, Industrie und Forschung sind auch die Hafengesellschaft Duisport sowie Software-Fachleute des Instituts Paluno der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Software AG.

„Es ist sehr spannend, neueste Informationstechnik einzusetzen, um die Abläufe in der Transport- und Logistik-Branche zu verbessern“, sagt Dr. Andreas Metzger, technischer Koordinator des Duisburger Projekts – die Arbeit seines fünfköpfigen Teams fördert die EU in den nächsten zweieinhalb Jahren mit 750 000 Euro.

Viele Datenquellen führen zu neuen Abläufen

Gemeinsam mit dem Hafen und der Software-AG untersuchen die Wissenschaftler die „präskriptive Wartung“, etwa an Kränen, Lkw und Zügen. Dabei geht es darum, Wartungen zu planen entsprechend der tatsächlichen Beanspruchung der Anlagen und nicht nach starren Intervallen. Diese Zeitpunkte, so Metzger, „lassen sich mithilfe der Datenanalyse sehr genau festlegen.“ Dazu berücksichtigen die Projektpartner unzählige neue Datenquellen: Videos aus Verladezonen, Ladegewichte und Lkw-Fahrdaten ebenso wie Sensordaten von Autobahnen und auch Wetteraufzeichnungen. „Auf ihrer Basis können digital neue Abläufe gestaltet werden, mit denen Betreiber und Disponenten ihre Abläufe gezielt überwachen und besser steuern können.“ Die Aussicht, dafür künftig die Programme zu entwickeln, treibt das Interesse des Industriepartners Software AG.

Duisport profitiert von Valencia

Das Beispiel soll Schule machen: Bisher nutzt nur jedes fünfte Logistik-Unternehmen in der EU Big-Data-Lösungen. Den Duisburger Hafen sieht Andreas Metzger „an der Schwelle zur Digitalisierung. Die Transportwege zu untersuchen, das wäre der nächste Schritt“.

Die europäischen Teilnehmer werden auch voneinander profitieren. Spannend für Duisport sind etwa die Erkenntnisse, die im Hafen von Valencia zu diesem Thema gewonnen werden. Vergleichbar sind Binnenhafen und Seehafen der Mittelmeer-Metropole nur bedingt: „In Valencia liegt der Hafen vor den Toren der Stadt, ist gut an die Verkehrswege angebunden, in Duisburg liegt er mitten in der Stadt mit vielen Zugängen – das ist viel komplexer“, so Metzger.

Der Hafenbehörde gehören in Valencia sämtlichen Anlagen, in Duisburg agieren zahlreiche Unternehmen. „Ihnen müssen wir aufzeigen, welche Vorteile die Digitalisierung bringt, damit sie beim Datenaustausch mitmachen“, erklärt der Projektkoordinator.

Das Big-Data-Potenzial ist laut OECD-Schätzungen gewaltig: 450 Milliarden Euro und 380 Millionen Tonnen CO2, so die Organisation, ließen sich durch den Einsatz weltweit bis 2020 einsparen.

Big-Data-Projekt der Europäischen Union wird mit 14,7 Millionen Euro gefördert 

„Transforming Transport“ ist ein Projekt, das von der Europäischen Union (EU) mit insgesamt 14,7 Millionen Euro gefördert wird. Beteiligt sind Logistik-Unternehmen aus neun europäischen Ländern sowie Partner aus Forschung und Industrie.

Ziel des „Big-Data“-Projekts ist es, die zahlreichen Verkehrsdaten zusammenzuführen und zu analysieren. Die Partner wollen untersuchen, wie der Transport von Menschen und Waren besser, effektiver und umweltfreundlicher organisiert werden kann.

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