Demonstrationen

Demonstranten attackieren Polizei-Pferde in Duisburg

Starke Polizeikräfte haben Montagabend die Pegida- und Gegendemonstranten in Duisburg getrennt.

Foto: Stephan Eickershoff / FUNKE Foto Services

Starke Polizeikräfte haben Montagabend die Pegida- und Gegendemonstranten in Duisburg getrennt.

Duisburg.  Rund 550 Menschen haben am Abend in Duisburg demonstriert. Mehrere Polizei-Hundertschaften und eine Reiterstaffel trennten die Pegida- und Gegendemonstranten.

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Zum 41. Mal war die Duisburger Innenstadt am Montagabend wieder Schauplatz von Pegida- und Gegendemonstrationen. Nach Polizeischätzungen gingen insgesamt etwa 550 Menschen auf die Straße: Während Pegida NRW rund 150 Anhänger für ihren so genannten "Abendspaziergang" mobilisierte, folgten etwa 400 Gegendemonstranten den Aufrufen der "Antirassisten aus der Region", der Partei "die Linke", des "Duisburger Netzwerks gegen Rechts" und des Bündnisses "Duisburg stellt sich quer".

Die Polizei begleitete die Demonstrationen und Umzüge mit einem Großaufgebot. Schon um 15.30 Uhr hatten sich die ersten Mannschaftswagen rund um den Hauptbahnhof postiert, um 17 Uhr waren es mehr als 70 Stück. Mehrere Hundertschaften und eine Reiterstaffel mit sechs Reitern behielten beide Lager im Blick. Da an den vergangenen Montagen laut Polizei immer wieder "Störer" vergeblich versucht hatten, an den Pegida-Umzug heran zu kommen, hatte Einsatzleiter Peter Schreckenberg schon im Vorfeld ein konsequentes Vorgehen gegen Straftäter angekündigt.

Zahlreiche Demonstranten waren vermummt

Zwischenzeitlich stoppten die Beamten den etwa 300 Mann starken Aufzug der "Antirassisten aus der Region" vom Burgplatz zum Hauptbahnhof, weil sich zahlreiche Teilnehmer unter aufgespannten Regenschirmen vermummt hatten. Auch später musste die Polizei einige Demonstranten mehrfach auffordern, ihre Vermummung abzulegen.

Als die Pegida-Teilnehmer - von denen nach Polizeiangaben etwa die Hälfte der Hogesa- bzw. Hooligan-Szene zuzurechnen sind - gegen 20 Uhr ihren Aufzug begannen, versuchten rund 100 Gegendemonstranten die Polizeisperre zu durchbrechen. Einige von ihnen hätten Bauzäune umgerissen, Polizisten mit Flaschen beworfen und die Polizeipferde mit Absperrbaken attackiert, berichtet Polizeisprecher Ramon van der Maat. Die Beamten setzten Einsatzmehrzweckstöcke und Pfefferspray ein, um die - teils vermummten - Demonstranten auf die Bahnhofsvorplatte zurückzudrängen. Drei "Störer" wurden festgenommen, gegen sie wurden Ermittlungsverfahren wegen Landfriedenbruchs eingeleitet.

Polizisten mit Steinen beworfen

Während des Umzuges versuchten laut Polizei Kleingruppen erneut mehrmals vergeblich, in die Nähe der Pegida-Teilnehmer zu gelangen. Dabei hätten sie im Bereich der Friedrich-Wilhelm-Straße die eingesetzten Polizisten mit Steinen beworfen. Ein vermummter 16-Jähriger sei vorläufig festgenommen worden, nachdem er einen Polizisten mit einer Fahnenstange geschlagen habe. Er wurde seinen Eltern übergeben. Einen 17-Jährigen identifizierten die Polizisten als Steinewerfer und nahmen ihn fest.

Während der Aufzüge mussten auch zeitweise Straßen gesperrt werden; der Verkehr im Bereich Mercator-, Friedrich-Wilhelm- und Saarstraße wurde abgeleitet. (soho)

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