Vorweihnachtszeit

Das waren die schönsten Weihnachtsmärkte am zweiten Advent

Hediye Küksal, Susanne Heß (Wohnungsgenossenschaft Duisburg-Mitte) und Saliha Moussaoui (von links) verkauften auf dem Weihnachtsmarkt in Duisburg-Hochfeld selbst gebackene Krümelmonster.

Hediye Küksal, Susanne Heß (Wohnungsgenossenschaft Duisburg-Mitte) und Saliha Moussaoui (von links) verkauften auf dem Weihnachtsmarkt in Duisburg-Hochfeld selbst gebackene Krümelmonster.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Duisburg.  In Duisburg-Hochfeld soll der Weihnachtsmarkt ein Mittel gegen Vermüllung und Vandalismus sein. In Großenbaum ist der Weihnachtsmarkt umgezogen.

Wer nach dem zweiten Advent noch nicht in Vorweihnachtsstimmung ist, hat selber schuld: Gleich eine ganze handvoll Weihnachtsmärkte luden am Wochenende zum Stöbern zwischen Buden und Bratwurst ein. Die Höhepunkte in Text und Bild:

Zu einem kleinen Weihnachtsmarkt auf dem Pauluskirchplatz lud die evangelische Gemeinde in Hochfeld den ganzen Stadtteil ein. Am frühen Nachmittag sind die Besucherzahlen an den Ständen übersichtlich, aber das kann sich ändern, wenn in der frühen Dämmerung die bunten Lichter angehen. Jörg-Holger Ibsch, der Vorsitzende des Presbyteriums der Hochfelder Gemeinde, ist schon ganz zufrieden mit der Resonanz. „Alle haben mitgezogen“, sagt er, „die Wohnungsbaugenossenschaften beteiligen sich, die Schule, die Polizei ist mit einem Stand dabei. Hier hat sich schon einiges getan, seit wir in einer Gruppe zusammenarbeiten.“

Weihnachtsmarkt in Hochfeld als Mittel gegen Vermüllung und Vandalismus

Die Probleme auf dem Kirchplatz mit Vermüllung und Vandalismus sind durch die Initiative des Rechtsdezernenten Paul Bischoff und die erhöhte Präsenz des Ordnungsamtes auf dem Platz zurückgegangen. „Es geht nun auch darum, diesen Platz öfter positiv zu bespielen und als Gemeinde sichtbar zu bleiben“, sagt Ibsch.

Am Stand mit den genähten Rollatoren-Taschen hat sich die ehemalige Presbyterin Margret Lembke gerade ein Streitgespräch mit einer Hochfelderin geliefert, die über die Zustände im Quartier klagt. Stichwort: „Ach, was war das früher schön hier.“ Lemke schnaubt verächtlich. „Ist mir zu einfach, alles nur schlecht zu reden“, sagt sie resolut, „man muss sich auch selber kreativ einbringen wollen, anstatt immer bloß rum zu jammern und andere verantwortlich zu machen.“

Uschi Bartels arbeitet in der Innenstadt und findet den Kommerz auf dem großen Weihnachtmarkt nervig. „Man soll da, wo man ist, einfach tun, was man kann“, meint die überzeugte Hochfelderin und blickt an „unserem kleinen Kirchlein“ empor. An einem Stand gibt es zottelige Krümelmonster-Muffins von den fleißigen Bienchen der Wohnungsgenossenschaft Mitte. Saliha Moussaoui, die dort Koch-und Bastelkurse für Kinder gibt, weiß, was den Kleinen schmeckt.

An den Weihnachtsmarktbuden gibt es selbstgemachte Marmelade und Handtaschen

Die Großen kaufen nebenan Marmelade bei Einkochprofi Petra Braun. Die verfügt über großes Wissen darüber, wo in Duisburg der beste Holunder wächst, die größten Schlehen und die süßesten Brombeeren. Gegenüber zeigt die gelernte Schneiderin Patricia Kolländer Kissenhüllen und Handtaschen für höchste Ansprüche. „Ich kaufe auf Trödelmärkten altmodische Gobelinstickereien, die sich heute keiner mehr an die Wand hängen würde, und kombiniere sie dann mit neuen Stoffen und Bändern zu schicken Gebrauchsgegenständen“, sagt sie.

Zwischendurch ist plötzlich der Strom weg. „Zu viele Turbowaffeleisen im Einsatz“, erkennt Helfer Martin Hoffmann, bevor er sich auf zum Sicherungskasten macht. Bei 20 ehrenamtlichen Gemeindegliedern im Einsatz sind kleine Energiekrisen schnell überbrückt. Die Lichter gehen wieder an, die blaue Stunde mit Glühwein und Musik kann kommen.

Weihnachtsmarkt in Großenbaum: zum ersten Mal vor der Kirche

Der Weihnachtsmarkt in Großenbaum fand in diesem Jahr zum ersten Mal an der Franziskuskirche statt. Viele Jahre zuvor hatte er auf dem Heinz-Bünk-Platz vor dem Bahnhof seinen festen Standort. Organisiert wird das vorweihnachtliche Event vom Großenbaumer Bürgerverein.

Dessen Vorsitzender Karsten Held erläutert, warum man in diesem Jahr einen anderen Platz für das kleine Holzbudendorf gewählt hat: „Der Förderverein der-St. Franziskus-Gemeinde hat uns gefragt, ob wir diesmal nicht das Gelände rund um die Kirche nutzen wollten. Die Idee haben wir gerne aufgenommen, das Ambiente passt natürlich sehr gut.“ Für Norbert Broda vom Bürgerverein war das eine gute Entscheidung: „Mit der Besucherresonanz sind wir zufrieden, ich könnte mir das durchaus als Dauerlösung vorstellen.“

Besucher finden: Weihnachtsmarkt vor der Kirche ist idyllischer als vor dem Bahnhof

Rund um die angeleuchtete St.-Franziskus-Kirche sorgten die liebevoll geschmückten Verkaufsstände für ein stimmungsvolles Bild, auf dem Kirchenvorplatz luden Getränke- und Grillstände zum Verweilen ein. Das musikalische Bühnenprogramm kam bei den Besuchern gut an. Am Samstag und am Sonntag boten Coverbands mit ihren Rock- und Pop-Songs ein fetziges Kontrastprogramm. Natürlich vergaß auch der Nikolaus die Großenbaumer Kids nicht. Für ihn war das offensichtlich ein angenehmer Arbeitstag, wie Heike Schmitz-Fehlberg beobachtet hatte: „Hier gibt es nur liebe Kinder.“ Jessica Tebernum gefiel der Weihnachtsmarkt an neuer Stelle sehr gut: „Hier ist es viel idyllischer als vor dem Bahnhof, alles wirkt so einladend und gemütlich.“

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