Stadtplanung

Das sind die Bürgerideen für die Duisburger Freiheit

Marion und Jacqueline Eylander notieren ihre Vorschläge zur Gestaltung des Duisburger Güterbahnhofsareals beim Auftakt der Bürgerbeteiligung in der Mercatorhalle.

Marion und Jacqueline Eylander notieren ihre Vorschläge zur Gestaltung des Duisburger Güterbahnhofsareals beim Auftakt der Bürgerbeteiligung in der Mercatorhalle.

Foto: Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Ein Quartier für Jung und Alt, moderne Konzept für Arbeit und Wohnen – das sind Vorschläge der Bürger für die Entwicklung des alten Güterbahnhofs.

Wirtschaft und Wohnen, Umwelt und Freizeit: Gut anderthalb Stunden gab’s für die Zuhörer geballte Information, dann waren beim Auftakt der Bürgerbeteiligung für das Gelände am alten Güterbahnhof auch die Ideen der Bürger gefragt.

So manchen, der am Montagabend in der Mercatorhalle noch ausgiebiger diskutiert hätte, beruhigte OB Sören Link: „Das war nicht das Ende, sondern erst der Anfang der Bürgerbeteiligung.“ Im Frühjahr sollen die Vorschläge in Idee-Werkstätten vertieft werden.

Bester Nahverkehr, Autofreiheit und Fahrradwege

Das zeigt der Rundgang durch die vier Themen-Inseln, bei denen die Gäste ihre Vorschläge auf große Tafeln schrieben: So weit sind sie bei vielen Ideen gar nicht weg von dem, was schon die Planer in Interviews mit wichtigen Akteuren in der Stadtgesellschaft gesammelt hatten. Etwa zu Umwelt und Verkehr: bester Nahverkehr und Fahrrad, autofreies Quartier, Dach- und Gemeinschaftsgärten und Blumenwiesen, Energieautarkie und ökologische Baumaterialien, eine Gartenstadt mit Photovoltaik.

Das Thema CO2-Freiheit nennt auch Baudezernent Martin Linne – wahrscheinlich, dass es eine der Vorgaben wird für den städtebaulichen Wettbewerb, der sich anschließen soll. „Die Wege sind kurz“, betont Linne. Wenige hundert Meter nur bis in die Innenstadt, über den geplanten Radschnellweg RS1 bis zu „6-Seen-Wedau“, dem Wohnquartier, das zwischen Wedau und Bissingheim entsteht.

Moderne Verbindung von Arbeit und Wohnen

Für eine möglichst moderne Verbindung von Arbeit und Wohnen, die Gebag-Chef Bernd Wortmeyer vorschwebt, schlagen die Bürger Flächen für Start-ups vor, urbane Produktion, Mietwerkstätten oder eine „Medical Valley“. Einzelhandel und Nahversorgung werden als wichtige Themen genannt, als Heimat für den Handel möchte einer sogar die alten Bahnhofshallen sanieren.

Bezahlbar wohnen möchten die Duisburger im neuen Quartier zwischen Bahngleisen und Autobahn, sie wünschen sich Angebote für Alt und Jung, auch für Studenten, „um Identität zu schaffen“. Neue Wohnmodelle sollen es sein und dazu eine soziale Infrastruktur, auch bezahlbare Kulturangebote, Freiräume für Musik, Kunst und Handwerk – das Ganze so geplant, dass es in seiner Entwicklung flexibel bleibt und dennoch modern, besonders und innovativ. „Macht kein Düsseldorf B daraus“, hat einer auf die Tafel geschrieben.

OB Sören Link: Qualität soll vor Eile gehen

Qualität soll vor Eile gehen, betont OB Link, der mit den Bürgern ebenso diskutiert wie Bernd Wortmeyer. Konsens vor Kommerz ist auch seine Devise: Wenngleich sich natürlich längst nicht alle Vorschläge in den städtebaulichen Konzepten der Profis wiederfinden, „wollen wir was schaffen, das auf die größtmögliche Akzeptanz der Bürger stößt“, versichert er.

Das Ziel sei „ein neues Stück Duisburg“. Auch einen neuen Namen werde es noch geben für das Quartier, deutete der Geschäftsführer an. Die „Duisburger Freiheit“, die Sir Norman Foster mit seinem Konzept von 2009 prägte, soll es nicht sein, „Am Alten Güterbahnhof“ es nicht bleiben. Vielleicht dieser, den einer an die Stellwand geheftet hat: „Neu-Neudorf“.

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