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Das Schulschiff Rhein in Homberg - Heimathafen für Schiffer-Nachwuchs

Schulschiff „Rhein“ im Homberger Eisenbahnhafen.

Schulschiff „Rhein“ im Homberger Eisenbahnhafen.

Foto: NRZ

Duisburg.  In Homberg werden Binnenschiffer und Schiffbauer ausgebildet. Das im Eisenbahnhafen ankernde Schulschiff "Rhein" dient ihnen als Internat.

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Der Schulweg ist mal sehr steil, mal weniger – und das hängt ganz ab vom Pegelstand des Rheins. Denn zum Lernen gehen die Schüler an Land, danach geht zurück an Bord, aufs schwimmende Internat namens „Schulschiff Rhein“, gelegen im Homberger Eisenbahnhafen.

Wer Binnenschiffer oder Schiffbauer werden will, hat in Homberg seinen Heimathafen. Dort gibt es mit dem Schiffer-Berufskolleg eine bundesweit einzigartige Einrichtung zur Ausbildung von derzeit gesuchten Fachleuten für die Transportbranche auf Flüssen und Kanälen, die auch von jungen Leuten aus dem benachbarten deutschsprachigen Ausland gerne besucht wird. Der Anteil der weibliche Auszubildenden steigt.

Übernahme nach der Ausbildung ist fast sicher

Ausgebildet wird für den Nachwuchs der großen Reedereien wie für die Besitzer von einzelnen Schiffen (Partikuliere), aber auch für Behörden wie die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, die auch Fachleute am Steuerstand ihrer Wasserfahrzeuge benötigt. Die Übernahme in feste Arbeitsverhältnisse ist nach der Ausbildung so gut wie sicher, die Branche braucht junge Leute: Rund 40 Prozent der aktuellen Besatzungsmitglieder sind älter als 50 Jahre. Und: Matrosen haben traditionell die höchste Ausbildungsvergütung.

Über 100 angehende Schiffer finden Platz in den Zweibett-Kajüten des Schulschiffs, das eigentlich aus zwei Schiffen besteht, wovon eines seine Karriere 1941 als Panzerfährponton begann.

Seit den frühen Nachkriegsjahren besteht die von den Arbeitgebern in der deutschen Binnenschifffahrt getragene Aus- und Fortbildungseinrichtung. Vorläufer war seit Mitte der 30er Jahre ein umgebautes Haniel-Schleppboot, das 1941 an den Main verlegt wurde. 1946 kam das Schulschiff „Duisburg“ zurück. Ein zweites Schiff kam 1958 dazu, um den Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs für die damals boomende Binnenschifffahrt decken zu können.

Kombination von Berufsschule und Internat

Anders als andere Branchen braucht die Schifffahrt die Kombination von Berufsschule und Internat, denn die späteren Matrosen, Steuerleute und Schiffsführer erhalten ihre praktische Ausbildung unterwegs. Das Schulschiff bietet während der dreimonatigen Berufsschulblöcke Unterkunft, Verpflegung und Betreuung. Weiterbildung ist ein weiteres Thema an Bord.

In den 90er Jahren drohte das „Aus“ für die schwimmende Schule, die Binnenschifffahrt kriselte, Reeder trennten sich von ihren Schiffen, Schiffer gingen für immer von Bord. Das ist vorbei, die Ausbildung wieder begehrt, auch wenn Disziplin an Bord groß geschrieben wird: Um 23 Uhr ist werktags Nachtruhe, geweckt wird um 6.

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