Corputius besucht Grabplatte von Gerhard Mercator

Altstadt.   „Nichts gegen Toni Turek, Dieter Kürten und Rudolf Schock“, sagte Pfarrer Martin Winterberg im Sonntagsgottesdienst mit einem Schmunzeln, „aber uns allen fällt beim Stichwort berühmte Duisburger zuerst Gerard de Kremer aus Rupelmonde ein, der hier herkam, um Gedankenfreiheit zu genießen.“ Er blieb 42 Jahre, lehrte, arbeitete und wurde wohlhabend und als er mit 82 Jahren von einem Schlaganfall stark beeinträchtigt starb, war er ein weit über Duisburg hinaus vernetzter und verehrter Mann. In der Salvatorkirche erinnert ein Grabmal an den berühmten Zugewanderten. Bei einem Gottesdienst wurde das frisch restaurierte Kunstwerk der Gemeinde wieder vorgestellt.

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„Nichts gegen Toni Turek, Dieter Kürten und Rudolf Schock“, sagte Pfarrer Martin Winterberg im Sonntagsgottesdienst mit einem Schmunzeln, „aber uns allen fällt beim Stichwort berühmte Duisburger zuerst Gerard de Kremer aus Rupelmonde ein, der hier herkam, um Gedankenfreiheit zu genießen.“ Er blieb 42 Jahre, lehrte, arbeitete und wurde wohlhabend und als er mit 82 Jahren von einem Schlaganfall stark beeinträchtigt starb, war er ein weit über Duisburg hinaus vernetzter und verehrter Mann. In der Salvatorkirche erinnert ein Grabmal an den berühmten Zugewanderten. Bei einem Gottesdienst wurde das frisch restaurierte Kunstwerk der Gemeinde wieder vorgestellt.

Sein Schüler Johannes Corputius, verkörpert von Jonas Krünnig von Mercators Nachbarn, mischte sich in die Predigt des Salvatorpfarrers Winterberg und würzte sie mit einigen Beobachtungen aus erster Hand über seinen gestrengen Lehrmeister. Der konnte in der Vermessung so penibel und kleinlich genau sein. Aber bei bei guter Geschäftslage konnte er durchaus auch eine kühle Flasche Wein aus dem eigenen Keller genießen.

Seit der Verlegung einer Heizungsanlage Anfang des 20. Jahrhunderts ist die Grablege der Familie Mercator in der Salvatorkirche verschwunden, keiner weiß mehr genau, an welcher Stelle die Gräber waren. Geblieben ist die steinerne Grabplatte mit dem lebensechten Portrait-Medaillon, auf dem Mercator ungewöhnlich deutlich als sehr gealterter Mann mit knochigen Händen und Tränensäcken dargestellt ist. Ob das Medaillon aber wirklich zum ursprünglichen Epitaph gehört hat, daran weckten die Ausführungen von Dr. Christoph Hellbrügge und Dr. Gernot Tromnau Zweifel. Der Restaurator und der ehemalige Museumsdirektor sprachen nach dem Gottesdienst über rätselhafte Bohrungen, harzige Klebestellen und deplatzierte Hutmuttern und Dachdeckerstifte, mit denen das Medaillon vor der Restaurierung seltsam spack an die Grundplatte gezwungen war. Vielleicht war das Bildnis des alten Mannes mit dem Globus ursprünglich an der verschollenen Grablege angebracht, so lautete eine Vermutung.

Zu begutachten ist das Epitaph nun wieder in der Südkapelle von Salvator.

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