Kultur

Corona: Absagen treffen Duisburger Steinhof besonders hart

Die Stühle bleiben leer: Der Duisburger Steinhof hat alle Veranstaltungen bis zum 31. März abgesagt. Wie es danach weitergeht, ist unklar.

Die Stühle bleiben leer: Der Duisburger Steinhof hat alle Veranstaltungen bis zum 31. März abgesagt. Wie es danach weitergeht, ist unklar.

Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool

Duisburg-Huckingen.  Den Duisburger Steinhof treffen die Absagen wegen des Coronavirus besonders hart. Die gute Nachricht: Erste Nachholtermine stehen schon fest.

Comedian Dave Davies, Liedermacher Stoppok, Journalist Deniz Yücel – sie alle und weitere Künstler wollten eigentlich noch diesen Monat im Duisburger Steinhof auftreten. Wegen des Coronavirus fallen allein im März diese und weitere Veranstaltungen aus. Das stellt den ehrenamtlichen Trägerverein des Huckinger Bürger- und Kulturzentrums vor ungeahnte Herausforderungen.

Schon am Donnerstag hatte der Steinhof angekündigt, wegen „einer möglichen gesundheitlichen Gefährdung“ alle Kulturveranstaltungen bis einschließlich 31. März abzusagen. Am Freitag folgte das Verbot der Stadt für alle Anbieter, Veranstaltungen mit mehr als 200 Besuchern durchzuführen. Im Steinhof sind von der Corona-Absage bis Ende des Monats neun Veranstaltungen betroffen. „Stoppok war mit 900 Karten ausverkauft“, sagt Steinhof-Sprecher Jochen Kriegel. Das Kulturzentrum habe aber „auch Veranstaltungen abgesagt, für die wir weniger als 200 Karten verkauft hatten.“

Steinhof Duisburg hat schon Nachholtermine für die ersten Corona-Ausfälle

Was jetzt der Coronakrise zum Opfer fällt, soll nur aufgeschoben sein, nicht aufgehoben: „Wir stimmen mit Künstlern und Agenturen Nachholtermine ab“, sagt Kriegel.

Versuchen will der Steinhof das bei allen Terminen, bei dreien war der Versuch schon erfolgreich: Für Emmi & Willnowsky, Dave Davies und Andreas Rebers stehen Nachholtermine bereits fest (siehe Kasten), bei Stoppok soll das laut Kriegel ebenfalls bald der Fall sein.

Findet sich für einen geplanten Auftritt kein Nachholtermin, will der Steinhof mit den Agenturen über die Kostenübernahme verhandeln.

Wer die juristisch tragen muss, konnten die Verantwortlichen noch nicht klären. „Ich sehe nicht, dass ein Regressanspruch klar definiert ist“, sagt Kriegel. Die Absagen kommen den Steinhof teuer zu stehen: Den wegbrechenden Einnahmen – auch Kongresse und Firmenevents werden abgesagt, die Buchungen „sind rückläufig“ – stehen bleibende Ausgaben gegenüber: „Die Fixkosten wie Pacht, Unterhalt, Gehälter für die Angestellten sind ja da“, sagt Kriegel.

„Was der Steinhof verkraften kann, ist erstmal sekundär“

Zahlen nennt er nicht. Die Corona-bedingten Absagen kommen den Steinhof aber sicher teuer zu stehen. In einer Krisensitzung des Vorstands am Donnerstag sei schon darüber nachgedacht worden, einen Spendenaufruf zu starten. Davon habe man abgesehen – erstmal.

Kriegel betont außerdem: „Unser Ansatz ist nicht, das kann sich der Steinhof nicht leisten, sondern: Die Gesundheit geht vor. Was der Steinhof verkraften kann, ist erstmal sekundär.“

Wie es nach dem 31. März mit Veranstaltungen im Steinhof weitergeht, dazu kann Kriegel noch nichts sagen. „Das hängt davon ab, was die Behörden sagen, wie sich die Situation in der Stadt entwickelt.“

Für den April sind im Steinhof unter anderem Auftritte von Rocksängerin Doro Pesch und Kultfigur Guildo Horn geplant.

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