Corona

Corona-Fall in Duisburg: Über 70 Neuntklässler in Quarantäne

An der Gesamtschule Emschertal in Duisburg ist eine Schülerin positiv auf Corona getestet worden.

An der Gesamtschule Emschertal in Duisburg ist eine Schülerin positiv auf Corona getestet worden.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Acht Schüler und eine Lehrerin wurden diese Woche in Duisburg positiv getestet. An der Gesamtschule Emschertal sind über 70 Kinder in Quarantäne.

Das Gesundheitsamt Duisburg hat über 70 Kinder der Gesamtschule Emschertal in Quarantäne geschickt. Grund ist ein positiv auf Covid19 getestetes Mädchen in der Jahrgangsstufe 9. Die Quarantäne ist bis zum 2. Oktober angesetzt, sagt ein Sprecher der Stadt. Die Betroffenen haben die Möglichkeit erhalten, sich im Coronatestzentrum testen zu lassen.

Damit sind in dieser Woche sechs Fälle an weiterführenden Schulen und zwei an Grundschulen entdeckt worden: Betroffen sind jeweils ein Schüler oder eine Schülerin am Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium, am Robert-Bosch-Berufskolleg, an der Gesamtschule Emschertal, am Mercator-Gymnasium und an der Lise-Meitner-Gesamtschule. Außerdem sind eine Lehrkraft und ein Schüler an der Realschule Fahrn positiv getestet. Jeweils ein Schüler ist an der Grundschule Beethovenstraße und an der Ottfried-Preußler-Schule als corona-positiv gemeldet worden. In der vergangenen Woche waren es sieben Fälle an Schulen.

Alle Lehrer an der Duisburger Gesamtschule erst in dieser Woche negativ getestet

Dirk Beger, der derzeit als kommissarischer Schulleiter für beide Standorte der Gesamtschule Emscherstraße in Hamborn und Neumühl zuständig ist, wundert sich über nichts, „allenfalls dass es uns erst nach vier Wochen Schulbetrieb erwischt“. Bei über 1000 Schülern sei das mehr als erstaunlich.

Alle Lehrer, die in der Jahrgangsstufe unterrichtet haben, seien noch in dieser Woche getestet worden - allesamt negativ, berichtet Beger. Da sich alle eher an der Tafel aufhielten, keiner von ihnen nahen Kontakt zu dem betroffenen Mädchen hatte und sie sich mit Mundschutz geschützt haben, seien sie weiter im Unterricht.

In der kommenden Woche steht an der Schule die Projekt- und Wanderwoche an. Aus Pandemiegründen gibt es keine Verpflichtung für die Lehrer, mit ihren Kursen Aktionen zu machen. „Aber Präsenzunterricht mit 30 Kindern auf 35 Quadratmetern erscheint mir gefährlicher als ein Tag draußen im Landschaftspark“, sagt Beger.

Für die Schüler, die jetzt in Quarantäne sind, laufe zunächst wieder das Homeschooling. Er setzt darauf, dass sich die Schüler auch gegenseitig unterstützen.

Appell an alle Schüler, im Unterricht die Maske zu tragen

Was den Lehrer ärgert, ist die Tatsache, dass es bei einer konsequenten Maskenpflicht nicht so weit gekommen wäre, dass so viele in Quarantäne müssen. Das habe ihm jedenfalls das Gesundheitsamt verdeutlicht. Deshalb hat er am Freitag noch mal alle Kursleiter gebeten, in jeder Schülergruppe für das konsequente Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zu werben.

Im eigenen Unterricht am Standort Neumühl hätten sich zumindest alle Schüler daran gehalten, berichtet Beger. Er schränkt allerdings ein, dass die Bereitschaft mit zunehmendem Alter schwindet und in der pubertierenden Neun „ist man damit einfach nicht cool“, beschreibt er.

Er, der ohnehin schon zwei Schulen ohne eigentlichen Schulleiter führen muss, fühlt sich vom Land allein gelassen, weil er keine Maskenpflicht anordnen darf. Es wäre einfacher, wenn das Land die Pflicht aufrecht erhalten und einzelne Elternklagen in Kauf genommen hätte. Schwierig seien seiner Meinung nach auch die nicht jedem logisch erscheinenden Regeln: „In der Klasse darf ich auf 50 Zentimeter Abstand ohne Maske sitzen, auf dem Schulhof muss ich aber Abstand halten und die Maske tragen.“

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In den anderen weiterführenden Schulen war nach Angaben eines Stadtsprechers keine Quarantäne in dem Ausmaß notwendig, weil entweder das Hygienekonzept eingehalten wurde - es wurde zum Beispiel immer eine Mund-Nasenbedeckung getragen. Oder aber das letzte Zusammentreffen der infizierten Person mit den anderen Schülern lag weit genug zurück und es gab keinen Kontakt während der Infektiosität“, so der Sprecher.

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