Coronavirus

Corona: Duisburger WAZ-Zeitungsbote ist ein Held des Alltags

Sebastian Fafinski mit seiner Lebensgefährtin Ilona Schüler und ihrer Tochter Celina bietet den Leser an, für sie einzukaufen.

Sebastian Fafinski mit seiner Lebensgefährtin Ilona Schüler und ihrer Tochter Celina bietet den Leser an, für sie einzukaufen.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Sebastian Fafinski trägt morgens in Duisburg-Neudorf die Zeitung aus. Den oftmals älteren Lesern bietet er nun an, für sie einzukaufen.

Sebastian Fafinski, seine Lebensgefährtin Illona Schüler und Tochter Celina gehören zu den Helden des Alltags, die in Corona-Krisenzeiten Herz zeigen. Nachts, wenn die meisten noch schlafen, trägt der 41-Jährige die WAZ aus. Tagsüber arbeitet er in der Sicherheitsbranche. „Je nach dem, wann die Schicht beginnt, geht der Wecker um halb drei oder halb vier.“ An eine Zeitungslieferung heftete er nun ein Hilfsangebot.

Weil er den Zeitungslesern mal zu Weihnachten einen Festtagsgruß schickte und zahlreiche Personen ihm antworteten, weiß er: Es wohnen viele Ältere in seiner Neudorfer Tour. Also fasste er sich ein Herz und heftete einen Zettel an die Ausgabe. „Ich möchte Ihnen als Zusteller anbieten, für Sie einmal oder zweimal die Woche ehrenamtlich einkaufen zu gehen. Sollten Sie zu der Risikogruppe gehören oder immunschwach sein, können Sie dieses Angebot gerne nutzen“, heißt es dort. Die Rückmeldungen waren ebenso herzlich wie überwältigend.

Duisburger bedanken sich für Hilfsangebot

„Es haben sich viele gemeldet und sich bedankt. Die meisten fühlen sich aber noch rüstig genug, um selbst einkaufen zu gehen“, erklärt Sebstian Fafinski. Sie hätten ihm erzählt, dass sie ihn manchmal hören, wenn er die Zeitung durch den Türschlitz steckt. Dann freuten sie sich schon „auf eine gute Tasse Kaffee und die morgendliche Lektüre.“

Für Fafinski bedeutet der Zeitungsjob ein kleines Zubrot, um sich etwas leisten zu können. „Ich bin geschieden, bezahle Unterhalt an meine Kinder. Der Job bietet ein Taschengeld für Urlaube. Und wir haben nämlich noch den Traum, uns vielleicht einmal Eigentum anzuschaffen“, beschreibt Fafinski, warum er für seine Liebste jeden Morgen früh aufsteht. „Anfangs war ich überhaupt nicht für Frühschichten“, gibt er zu. Mittlerweile kann er noch nicht mal im Urlaub besonders lange schlafen. Immerhin: „Susi“ erleichtert ihm die Arbeit – so hat er das Lastenrad getauft, mit dem er die Zeitungen durch Neudorf fährt.

Zusammenhalt in der Coronakrise

Celina findet es derzeit gar nicht schlimm, nicht zur Mozartschule zu müssen. „Wir haben aber viel zu viele Hausaufgaben auf.“ Die werden morgens erledigt. Tagesmutter Ilona Schüler hilft ihr und denkt sich im Homeoffice neue Ideen aus, die sie demnächst mit den Kindern umsetzen möchte. Nachmittags geht’s in den Garten – Trampolinspringen und die Sonne genießen. In Corona-Zeiten halten sie noch mehr zusammen.

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