Wortlaut

Corona-Appell: Link kündigt „null Toleranz“ bei Verstößen an

Lesedauer: 6 Minuten
Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link appelliert mit Blick auf steigenden Corona-Fallzahlen in einer Video-Botschaft an die Duisburger, sich solidarisch und vernünftig zu verhalten.

Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link appelliert mit Blick auf steigenden Corona-Fallzahlen in einer Video-Botschaft an die Duisburger, sich solidarisch und vernünftig zu verhalten.

Foto: Screenshot / Facebook, Stadt Duisburg

Duisburg.  Sören Link appelliert in einer Video-Botschaft an die Duisburger, die Corona-Regeln einzuhalten und kündigt „null Toleranz“ für Verweigerer an.

Oberbürgermeister Sören Link hat mit einem fünfminütigen Videoaufruf auf die stark gestiegenen Infektionszahlen in Duisburg reagiert. Den Clip veröffentlichte das Amt für Kommunikation am Dienstagmorgen auf der städtischen Facebook-Seite, später teilte Link das Video über seinen Auftritt im Netzwerk. Der OB zählt im Clip zunächst die verschärften „Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger“ auf und appelliert dann – gezielt auch an junge Menschen –, solidarisch zu sein und sich an die Regeln zu halten.

Link kündigt zudem ein entschlossenes Vorgehen der Ordnungsbehörde an und „null Toleranz gegenüber denen, die durch ihr leichtsinniges und leichtfertiges Verhalten andere in Gefahr bringen“.

Unter dem hier eingebetteten Video können Sie das Statement auch im Wortlaut lesen, vorangestellt Links Appell, die Regeln einzuhalten.

Liebe Duisburgerinnen und Duisburger,

Alles Wichtige zur Bundestagswahl in Duisburg

diese neuen Regelungen [siege unten, d. Redaktion], sie schmerzen und treffen die Menschen, die Wirtschaft und insbesondere die Gastronomie in unserer Stadt nochmals sehr hart. Aber es geht nicht mehr anders, und deshalb ist es unumgänglich, dass wir uns alle – diszipliniert und ohne Ausnahme – an diese neuen Regeln halten.

Denen, die all das überflüssig finden – und diese Stimmen gibt es leider auch in Duisburg – sage ich eindringlich: Niemand hat sich die Pandemie ausgesucht, aber sie ist da, sie ist Realität. Nur wenn wir verstehen, dass wir alle Verantwortung füreinander übernehmen müssen, werden wir diese Zeit weiterhin gut überstehen.

Auch wenn junge Menschen meist, übrigens längst nicht immer, weniger stark erkranken, ich bitte gerade Sie: Übernehmen Sie die Verantwortung für Ihre Eltern und Großeltern. Wir alle sind gefordert – gerade aus Solidarität gegenüber denen, die einer Risikogruppe angehören und unseren besonderen Schutz benötigen. So tiefgreifend die Einschränkungen auch sind: Wir müssen geschlossen und entschlossen dafür Sorge tragen, die weitere Verbreitung des Virus einzudämmen.

Sehr deutlich möchte ich außerdem sagen: Ignoranz gegenüber gesetzlichen Vorgaben, die darf es nicht mehr geben. Und die Ordnungsbehörde unserer Stadt hat von mir den klaren Auftrag erhalten, alte wie neue Maßnahmen zum Schutz des Lebens und der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger energisch und konsequent durchzusetzen. Dabei werden wir zukünftig noch stärker als bislang von der Polizei unterstützt. Wir werden null Toleranz gegenüber denen zeigen, die durch ihr leichtsinniges und leichtfertiges Verhalten andere in Gefahr bringen.

Deshalb, liebe Duisburgerinnen und Duisburger, appelliere ich an Sie alle: Seien Sie weiterhin solidarisch, übernehmen Sie Verantwortung, beachten Sie die Regeln. Die überwältigende Mehrheit hat dies in der Vergangenheit immer getan: Ihnen allen gilt mein Dank!

Erlauben Sie mir noch, auch meinen Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung zu danken, vor allem beim Gesundheitsamt, dem Ordnungsamt oder bei der Feuerwehr. Sie alle sind seit März eigentlich durchgehend im Einsatz, in Doppelschichten, am Wochenende, teilweise über jede persönliche Schmerzgrenze hinaus.

Abschließend meine dringende Empfehlung: Nicht alles, was erlaubt ist, muss auch gemacht werden. Reduzieren Sie bitte Treffen und Kontakte im privaten Raum, gerade in der nun kommenden kalten Jahreszeit. Was im Sommer im Garten möglich war, ist in der Wohnung im Winter ein unnötiges Risiko. Lassen Sie uns in diesem Sinne zusammenstehen und aufeinander achtgeben. Bleiben Sie gesund! Ein herzliches Glückauf!“

Coronaschutz-Regeln im Risikogebiet Duisburg

Im ersten Teil seiner Video-Botschaft erläutert Sören Link auch die aktuell gültigen Regeln in Duisburg:

„Seit einer Woche gehört unsere Stadt nun auch zu den Risikogebieten in Nordrhein-Westfalen. Und im ganzen Land kommen immer mehr Kommunen hinzu, in denen sich die Infektionszahlen besorgniserregend schnell erhöhen.

Damit das Infektionsgeschehen nicht außer Kontrolle gerät, gilt es nun einmal mehr, die Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus schnell und flexibel anzupassen.

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Für Duisburg habe ich diese Entwicklung bereits am vergangenen Montag zum Anlass genommen, die Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger zu verschärfen. Auch das Land NRW hat inzwischen endlich reagiert und weitere einheitliche Vorgaben gemacht.

Das bedeutet für uns alle, zusätzlich zu den schon länger bestehenden Einschränkungen, ganz konkret Folgendes:

■ Die maximale Größe für private Feiern aus herausragenden Anlässen außerhalb privater Wohnungen ist ohne Ausnahme auf zehn Personen festgelegt.

■ Es gilt eine Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden und sowie auf Märkten.

■ Die maximale Gruppengröße im öffentlichen Raum beträgt fünf Personen. Nicht nur im Freien, sondern zum Beispiel auch in Gaststätten und Restaurants. Eine größere Anzahl an Personen darf nur zusammenkommen, wenn sie höchstens zwei Hausständen zuzuordnen sind. Auch dann ist jedoch bei zehn Personen Schluss.

■ Bei Sportveranstaltungen im Freien und bei allen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen gilt nun am Steh- oder Sitzplatz die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Die Anzahl der Zuschauer bzw. Teilnehmer ist auf 20 Prozent der üblichen Kapazität des Veranstaltungsortes reduziert. Die maximale Obergrenze liegt bei 100 Personen.

■ Die Öffnungszeit gastronomischer Betriebe ist auf maximal 6 bis 23 Uhr begrenzt. Dies gilt auch für den Verkauf von alkoholischen Getränken, beispielsweise an Trinkhallen oder Tankstellen.

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