Musical

„Cats“-Darsteller schleichen auf Samtpfoten durchs TaM

Noch bis Sonntag gastiert das Musical „Cats“ im Duisburger Theater am Marientor.

Foto: Alessandro Pinna/Veranstalter

Noch bis Sonntag gastiert das Musical „Cats“ im Duisburger Theater am Marientor. Foto: Alessandro Pinna/Veranstalter

Duisburg.   Das Musical „Cats“ ist derzeit in Duisburg zu erleben – und zwar in der englischsprachigen Originalinszenierung aus dem Jahr 1981.

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Wer in den 80er Jahren im deutschsprachigen Raum Andrew Lloyd Webbers „Cats“ sehen wollte, der musste dafür bis nach Hamburg oder Wien reisen. Doch mittlerweile sind die Zeiten von Musicals, die 20 Jahre an einem Ort gespielt werden, vorbei. Die Klassiker gehen nun auf Reisen. So macht die aktuelle „Cats“-Tournee nun auch einen Zwischenstopp im Theater am Marientor, wo das Stück seine Duisburger Erstaufführung erlebt.

Zu sehen ist in Duisburg die Originalinszenierung von Trevor Nunn, die 1981 in London uraufgeführt wurde. Das Bühnenbild von John Napier zeigt einen vergrößerten Schrottplatz und ist immer noch beeindruckend. Besonders überraschend ist es, welche Auftrittsmöglichkeiten und Spielflächen sich in diesem Szenario ergeben. Im Zusammenspiel mit dem Licht-Design von David Hersey bekommt der Raum eine magische-fantastische Atmosphäre.

Das Musical basiert auf einer Gedichtsammlung

„Cats“ erzählt keine durchgehende Geschichte, sondern das Musical, das auf einer Gedichtsammlung des Nobelpreisträger T.S. Eliot basiert. Es ist eine große Revue, in der sich die verschiedenen Katzen mit ihren Liedern präsentieren oder präsentiert werden. So ist die Magierkatze Mister Mistoffelees eine reine Tanzrolle, in der Robbie McMillan das Publikum mit seinem rasant-artistischen Ballettsolo begeistert.

Weitere herausragende Akteure sind Joanna Ampil, die eine soulige Grizabella singt, Matt Krzan als kraftvoller Munkustrap und der lässige rockende John Brannoch als Rum Tum Tugger. Für die nostalgischen Töne, in diesem Musical, das von vielen Chorälen, Balladen und Moritaten durchsetzt ist, sorgen Tony McGill als Feinschmecker Bustopher Jones und Theaterkater Gus sowie John Ellis als Katzenoberhaupt Old Deuteronomy. Da hier eine englische Truppe gastiert, wird auch in deren Muttersprache gesungen.

Der absolute Höhepunkt ist das Duett von Mungojerrie und Rumpelteazer: Joe Henry und Meg Astin besitzen nicht nur interessante und klangvolle Stimmen, sondern zeigen dazu auch noch tänzerische Perfektion. Selbst wenn jeder Musicaldarsteller singen und tanzen kann, so haben die meisten ihre Stärken auf einem Gebiet. Dieses Duo ist jedoch in beidem perfekt.

Ensemble tanzt wie aus einem Guss

Immer wieder ist man erstaunt von der Vielseitigkeit und dem Können des Ensembles: Die Choreografien von Gillian Lynne verlangen den Darstellern alles ab. Stücke wie das eröffnende „Jellice Songs for Jellicle Cats“ erstrecken sich über gut zehn Minuten, in denen sich die Tanzformationen nicht wiederholen, sondern entwickeln und steigern. Das Ensemble tanzt das wie aus einem Guss.

Dirigent Tim Davies leitet die Vorstellung von der Hinterbühne, und gibt den Sängern ihre Einsätze über die im Zuschauerraum verteilten Bildschirme. Dass hier gerade einmal acht Musiker beschäftigt sind, senkt natürlich die Kosten der Tour. Der Einsatz von gleich drei Keyboards lässt die Musik jedoch an einigen Stellen zu synthetisch wirken.

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