Bundestagswahl

Bundestagswahl: Die Kandidaten im Wahlkreis 116 Duisburg II

Lesedauer: 5 Minuten
Bei der Bundestagswahl am 26. September 2021 treten im Nord-Wahlkreis Duisburg II (116) auch diese Kandidaten an (von links oben im Uhrzeigersinn): Mahmut Özdemir (SPD), Volker Mosblech (CDU), Felix Banaszak (Grüne), Rainer Holfeld (AfD), Christian Leye (Linke) und Markus Giesler (FDP).

Bei der Bundestagswahl am 26. September 2021 treten im Nord-Wahlkreis Duisburg II (116) auch diese Kandidaten an (von links oben im Uhrzeigersinn): Mahmut Özdemir (SPD), Volker Mosblech (CDU), Felix Banaszak (Grüne), Rainer Holfeld (AfD), Christian Leye (Linke) und Markus Giesler (FDP).

Foto: Anda Sinn / FUNKE GRAFIK NRW / Fotos: Parteien

Duisburg.  Das sind die Direktkandidatinnen und Direktkandidaten im Wahlkreis Duisburg II – 116 – im Norden/ Nordwesten der Stadt. Porträts und Interviews.

Der Wahlkreis Duisburg II hat bei der Bundestagswahl 2021 die Nummer 116: In Duisburgs Nord-Wahlkreis wählen die Einwohner der Stadtbezirke Walsum, Hamborn, Meiderich/Beeck und Homberg/Ruhrort/Baerl – sowie die Einwohner von Duissern. Der Stadtteil zählt zwar zum Bezirk Mitte, aber als einziger Mitte-Stadtteil zum Wahlkreis Duisburg II.

Seit der Wahl 1961 siegten SPD-Kandidaten im Duisburger Norden. In keinem der 299 Bundestagswahlkreise gaben 2017 (64,8 Prozent) und 2013 (63,6 Prozent) weniger Berechtigte ihre Stimme ab als im Wahlkreis 116. Der Favorit auf das Direktmandat, der Bundestagsabgeordnete Mahmut Özdemir (SPD), tritt erneut auch gegen Felix Banaszak an, inzwischen Landesvorsitzender der Grünen. Eine Übersicht:

2013 war Mahmut Özdemir (zum Kandidaten-Porträt), heute 34 Jahre alt, als jüngster Abgeordneter in den Bundestag gewählt worden. Bei seiner Wiederwahl 2017 büßte er 8,5 Prozentpunkte ein – seine Partei bei den Zweitstimmen noch etwas mehr (siehe Grafik). Özdemir muss siegen, um wieder nach Berlin zu kommen: Auf der Reserveliste der NRW-SPD belegt der Homberger den aussichtslosen Platz 64. Seinen jüngsten Sieg errang Özdemir, der Vorsitzender der SPD Duisburg werden will, im parteiinternen Machtkampf gegen Oberbürgermeister Sören Link und die Landtagsabgeordnete Sarah Philipp (wir berichteten).

Bei der Bundestagswahl tritt gegen ihn für die CDU zum dritten Mal in Folge Volker Mosblech (66) an – es ist dessen bereits fünfte Kandidatur im Nord-Wahlkreis (zum Kandidaten-Porträt) In den Bundestag kam Mosblech nur einmal als Nachrücker, nach dem Tod von Philipp Mißfelder 2015. Bei der Aufstellung der Reserveliste der NRW-CDU ist Mosblech, seit 1994 Ratsherr, lediglich Platz 59 geblieben. Damit hat er keine Chance.

AfD Duisburg profitierte von niedriger Wahlbeteiligung im Norden

Die beiden ehemaligen Volksparteien und deren Kandidaten verloren bei der Bundestagswahl 2017 in erster Linie Stimmen an die AfD. Die Rechten profitierten von der niedrigen Wahlbeteiligung in den sozial benachteiligten und migrantisch geprägten Vierteln der Bezirke Hamborn und Meiderich/Beeck. Die AfD holte im Duisburger Nord-Kreis ihr zweitbestes NRW-Ergebnis: 16,6 Prozent der Erst-, 15,5 Prozent der Zweitstimmen. Für die Partei kandidiert hier erstmals Ratsherr Rainer Holfeld (63), im Hauptberuf Zahnarzt (zum Kandidaten-Porträt)..

Alles Wichtige zur Bundestagswahl in Duisburg

Für Felix Banaszak (31) ist es bereits die zweite Kandidatur im Wahlkreis Duisburg II: 2017 votierten nur 4,6 Prozent der Wähler für den gebürtigen Meidericher und lediglich 4,4 Prozent für dessen Partei, die Grünen. Trotzdem wird Banaszak (zum Kandidaten-Porträt) im neuen Bundestag sicher vertreten sein: Die NRW-Grünen haben ihren Landesvorsitzenden auf Platz sechs ihrer Reserveliste gewählt, die Kandidatin im Duisburger Süden, Lamya Kaddor auf Platz 12. Da die Partei voraussichtlich deutlich weniger Direktmandate gewinnen wird, als ihr nach ihrem Zweitstimmenanteil zustehen werden, können wohl beide bereits für Berlin planen.

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Das darf wohl auch der Kandidat der Linken, Christian Leye (40): Den Landessprecher der Partei (zum Kandidaten-Porträt) wählten die Vertreter auf den sechsten Platz der von Sahra Wagenknecht angeführten NRW-Liste. Bei der Bundestagswahl 2017, als die Linken in Nordrhein-Westfalen 7,5 Prozent der Zweitstimmen errangen, zogen zwölf NRW-Linke über die Reserveliste ins Parlament ein.

Gut möglich also, dass mit Özdemir, Banaszak und Leye drei Kandidaten aus dem Duisburger Norden Mitglieder des 20. Bundestages werden, sofern der SPD-Kandidat sein Direktmandat verteidigen kann.

Bei Erst- und Zweitstimmen waren die Linken im 116er vor vier Jahren erfolgreicher als FDP und Grüne.

Weitere Kandidaten wollen im Norden eingreifen

Über deutlich mehr Erst- und Zweitstimmen als die Grünen durfte sich 2017 im Wahlkreis 116 auch die FDP freuen. Für die Freien Demokraten tritt diesmal Markus Giesler (30) an. Der Chemiker (zum Kandidaten-Porträt) im Vertrieb eines Chemieunternehmens und im Kreisvorstand der Jungen Liberalen mit.

Nach der Sitzung des Kreiswahlauschusses am 30. Juli ist klar, welcher anderen Kandidatinnen und Kandidaten im Wahlkreis Duisburg II auch zur Wahl stehen:

• Mark Altenschmidt (Freie Wähler) (>> zum Kurzfragebogen)

Peter Römmele (MLPD) (>> zum Kurzfragebogen)

Beate Buchta (Basisdemokratische Partei) (>> zum Kurzfragebogen)

Roland Helmer (Unabhängige für bürgernahe Demokratie)

Ayfer Saygili (Einzelbewerberin)

Marliese Lenz (Einzelbewerberin) (>> zum Bericht)

>> SEIT 1961 SIEGTEN IN DUISBURG NUR SPD-KANDIDATEN

• In den Duisburger Bundestagswahlkreisen Duisburg I (Süd) und Duisburg II (Nord) wurden seit 1961 ausschließlich SPD-Politiker direkt gewählt.

• Die Kandidatinnen und Kandidaten im Süd-Wahlkreis Duisburg I (115): Bärbel Bas (SPD), Thomas Mahlberg (CDU), Sascha Lensing (AfD), Charline Kappes (FDP), Mirze Edis (Die Linke), Lamya Kaddor (Bündnis 90/Die Grünen)

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