Bundespräsident zu Besuch

Bundespräsident Steinmeier besucht Dienstag Duisburg Marxloh

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (2.v.r.) und seine Ehefrau Elke Büdenbender (r) treffen gemeinsam mit Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, und seine Ehefrau Susanne Laschet (l) vor der Staatskanzlei ein.

Foto: Foto: Federico Gambarini/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (2.v.r.) und seine Ehefrau Elke Büdenbender (r) treffen gemeinsam mit Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, und seine Ehefrau Susanne Laschet (l) vor der Staatskanzlei ein.

Duisburg.  Schrottimmobilien und die Brautmodenmeile: Zwei Stunden will sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Dienstag in Marxloh umschauen.

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt am Dienstagmorgen nach Duisburg Marxloh und besucht die Henriettenschule, eine Problemimmobilie und die Brautmodenmeile. Gut zwei Stunden wird die Stippvisite dauern, teilweise werden Straßen für die Dauer des Besuches gesperrt. Welche will die Polizei allerdings aus Sicherheitsgründen nicht verraten.

Eigentlich sollte Steinmeier bereits im vergangenen Jahr zum Antrittsbesuch nach Nordrhein-Westfalen kommen, doch kurz vorher hatte FDP-Politiker Christian Lindner die Koalitionsverhandlungen zum Platzen gebracht und der Bundespräsident wurde zum Vermitteln in der Hauptstadt gebraucht.

Joachim Gauck war schon da, Angela Merkel auch

In Marxloh sind sie Politikerauftritte gewohnt. Vor zwei Jahren kam Kanzlerin Angela Merkel vorbei, 2012 stattete der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck dem Duisburger Norden einen Besuch ab. Darüber, ob die Polit-Prominenz dem Stadtteil etwas gebracht hat, gibt es unterschiedliche Meinungen.

Die Stadt jedenfalls ist nicht gerade glücklich. Oberbürgermeister Sören Link sagt: „Wenn Personen des öffentlichen Lebens von so herausragender Stellung wie der des Bundespräsidenten Duisburg besuchen, ist das natürlich ein Ereignis. Letztlich wecken solche Besuche bei den Bürgern allerdings auch Erwartungen – werden diese enttäuscht, gibt es am Ende nur Verlierer.“

Immer neue Zuwanderer belasten den Stadtteil

Edeltraud Klabuhn kennt die Sorgen und Nöte der Marxloher. Die 65-Jährige arbeitet für die Entwicklungsgesellschaft Duisburg als Stadtteilmanagerin in Marxloh. Sie beschönigt nichts. „Es stimmt, dass es im vergangenen Jahr vermehrt Diebstähle gab und Personen gebettelt haben.“

Eigentlich sei man in dem Stadtteil auf einem guten Weg gewesen, doch dann kamen immer neue Zuwanderer. Rund 1200 Rumänen und 3200 Bulgaren leben derzeit in Marxloh. Sind sie einige Zeit hier, kennen sie die Regeln. „Bei den anderen fängt man von vorne an.“ Jedes Thema habe zwei Seiten. So sei es richtig, dass einige Häuser verwohnt seien. „Auf der anderen Seite gibt es Vermieter, die Geld wittern.“

"Allein werden wir die Herausforderung der Integration nicht stemmen können"

Die ehemalige Dezernentin Daniela Lesmeister kehrt für den Besuch des Bundespräsidenten zurück nach Duisburg und wird die Arbeit der Taskforce erläutern. OB Sören Link formuliert es so: „In den Bereichen Integration, Problemimmobilien und Sauberkeit haben wir mit hohem Einsatz auch Erfolge erzielt. Aber es nützt nichts, darum herum zu reden: Allein werden wir die Herausforderung der Integration von über 18 400 Armutszuwanderern nicht stemmen können. Wir zahlen hier vor Ort die Zeche für Entscheidungen, die auf EU- und Bundesebene getroffen wurden.“

Gerne hätte man dem Bundespräsidenten auch die schönen Seiten Duisburgs wie die Sechs-Seen-Platte präsentiert. Doch Marxloh wurde auf besonderen Wunsch von Frank-Walter Steinmeier mit ins Programm aufgenommen. Eine Sprecherin des Bundespräsidenten betont: „Mit dem Besuch in Marxloh hat Ministerpräsident Laschet einen besonderen Wunsch des Bundespräsidenten erfüllt, auch Orte ins Programm einzubauen, die vielleicht nicht typischerweise bei einem Antrittsbesuch gezeigt werden; eben Orte, wo noch Arbeit vor uns liegt.“

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