Bürgerdiskussion

Bürger protestierten bei Diskussion "Typisch Duisburg?!" gegen OB Sören Link

Etwa 130 Interessierte kamen am Sonntag zur neuen Dialogreihe "Typisch Duisburg?!" ins Lehmbruck-Museum.

Etwa 130 Interessierte kamen am Sonntag zur neuen Dialogreihe "Typisch Duisburg?!" ins Lehmbruck-Museum.

Duisburg.  Was ist typisch Duisburg? Bei der Diskussion im Lehmbruck-Museum geriet der Gedankenaustausch „mündiger Bürger“ zunächst zum Schlagabtausch. Dass zunächst allein OB Link antworten sollte, empörte Bürger-Aktivisten. „Ich bin diese Form der Diskussion leid“, meinte ein genervter Oberbürgermeister.

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„Typisch Duisburg ?!“: Diese Frage wollte die Bürgerstiftung Duisburg am Sonntag im Lehmbruck-Museum zum Auftakt ihrer neuen Dialogreihe am Beispiel der Stadtentwicklung konstruktiv diskutieren lassen.

„Ich finde Sie hier sehr lebendig. Duisburg hat einen heftigen Pulsschlag“: In freundliche Worte fasste Sabine Süß ihre kritische Mahnung. Sie kommt von einer Stiftung aus Darmstadt, das sich die „Typisch“-Frage ebenso gestellt hat und den Diskussions-Prozess beispielhaft in Buchform dokumentierte. So weit scheint Duisburg aber nicht zu sein. Vor allem anfangs geriet der erhoffte Gedankenaustausch „mündiger Bürger“ zum Schlagabtausch.

Unerwartet große Resonanz mit rund 130 Interessierten im inspirierenden Museum, dazu Konzertantes von den Philharmonikern: die Bürgerstiftungs-Moderatoren Manfred Berns und Petra Weis waren zunächst guter Dinge, vielversprechend neue Diskussionskultur zu erproben. Aber vielleicht war es ein Fehler, zunächst nur allein mit Oberbürgermeister Sören Link die Typenfrage zu durchleuchten. Erstens gab es von ihm keine rechte Antwort auf die (auch nicht wirklich an ihn gestellte) Ausrufezeichen-Frage und zweitens schlug ihm sofort ruppiger Protest von empörten Bürger-Aktivisten entgegen. Da war’s vorbei mit dem Austausch von Meinungen. „Ich bin diese Form der Diskussion leid“, meinte ein genervter OB.

„Wir hatten keine Politiker, auch nicht als Zielscheibe“

Die Darmstädterin Süß deutete an, warum es wohl zunächst schief ging: In ihrer Heimatstadt hatte man ohne exponierte Politik das eigene Selbstbild diskutiert: „Wir hatten keine Politiker, auch nicht als Zielscheibe.“ Dazu kommt die Duisburger Last der Vorgeschichte bürgerferner Stadtpolitik: „So ein Groll ist nicht von heute auf morgen weg. Ich glaube der Stadt gar nichts“, sagte der streitbare Harald Jochums. Mit dieser Last wird es schwer – das Zuhören, das sich Manfred Berns gewünscht hatte. „Sie müssen weg von den Polarisierungen und sich vielmehr fragen, was eine Stadt zusammenhält“, riet der Gast aus Darmstadt.

Immerhin, in der zweiten Gesprächsrunde, u.a mit dem Baudezernenten Carsten Tum, Axel Funke, reger Investor auch in Duisburg, und dem Bürgervertreter Holger Knörr („Ich will nicht nur meckern, sondern mich engagieren“), der über Facebook munter Stadtpolitik diskutieren lässt, näherten sich die „Duisburg-Typ-Berater“ dem ehrenwerten Dialog-Ziel der Bürgerstiftung. Mit gebotener Nachdenklichkeit debattierte man Duisburgs Stadtentwicklung in der Zukunft zwischen Abrissbirne und Wiederaufbau.

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