Schul- und Jugendkultur

Bühnentag für Jugend im „Ausnahmezustand“

Engelsrepublik: Szene aus einem Projekt von Max Bilitza, das im Sissy Lala im Programm der Akzente im März 2015 gezeigt wurde. Der Regisseur ist Mitorganisator des Bühnentags der Schulkultur am Freitag.

Engelsrepublik: Szene aus einem Projekt von Max Bilitza, das im Sissy Lala im Programm der Akzente im März 2015 gezeigt wurde. Der Regisseur ist Mitorganisator des Bühnentags der Schulkultur am Freitag.

Foto: Jörg Schimmel

Duisburg.   Bühnentag der Schul- und Jugendkultur präsentieren am Freitag 100 Schüler aus zehn Duisburger Schulen Tanz, Theater und Musik auf großer Bühne.

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Die Pubertät ist Ausnahmezustand: Schmetterlinge im Bauch, Schneeschmelze im Gehirn, Rebellion gegen das Establishment. Wie Jugendliche mit den Erfahrungen in dieser Lebensphase umgehen, drücken sie in der Rheinhausenhalle aus. Beim Bühnentag der Schul- und Jugendkultur „Ausnahmezustand Jugend“ stellen sich am kommenden Freitag ab 9.45 Uhr rund 100 Schüler aller Schulformen dem Publikum.

Schulband, Rap und Tanz-Theater

Um solche und andere Umbrüche im Leben geht es in den diesjährigen „Akzenten“, die noch bis zum 26. März auf Duisburgs Bühnen spielen. Seit mittlerweile 14 Jahren bietet das Kulturfestival auch jungen Menschen die Möglichkeit, sich auf der Bühne auszudrücken. „Das Spielen vor großem Publikum gibt einen Schub in der Entwicklung der Persönlichkeit“, weiß Schul- und Jugenddezernent Thomas Krützberg, der die rund 700 zuschauenden Schüler am Freitagvormittag in der Rheinhausenhalle begrüßen wird. Schließlich müsse es gelingen, junge Menschen an Kultur heranzuführen. „Ein Anreiz dafür ist der Auftritt auf der großen Bühne.“

Die Schulkulturkontaktstelle, die das Festival organisiert, lud alle weiterführenden Schulen zum Bühnentag ein, zehn haben zugesagt. Die Schülerband der Gesamtschule Globus am Dellplatz eröffnet das Programm mit eigenen Liedern, in denen afrikanische und orientalische Einflüsse zu hören sind. Die „Rizzi-Kids“ der James-Rizzi-Schule führen Volkstänze auf, die sie zurück zu ihren Wurzeln führen und die Schulband „Eight of School“ der Dahlingschule spielt Songs von Revolverheld oder Adil Tawil.

Themen aus dem Alltag in Songs verarbeitet

Im Rap-Projekt „Do something“ haben die Schüler des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums, der Sekundarschule Rheinhausen und der Gesamtschule Globus am Dellplatz ernste Themen aus ihrem Alltag in Songs verarbeitet. In „Alles steht Kopf im Märchenland“ zeigt die 6d des Max-Planck-Gymnasiums einen Auszug aus ihrem selbstentwickelten Tanz-Theater, in dem es um Freundschaft und Zusammenhalt geht. Die Fünft- und Sechstklässler der Lise-Meitner-Gesamtschule haben Geschichten erfunden und daraus Trickfilme entwickelt, die sie auf der Bühne präsentieren. Sie zeigen, wie sich eine schwierige Situation wenden kann und ein „Umbruch“ etwas Gutes auslöst.

Umbrüche im Leben durch Fluchtgeschichten

So wie bei Omid, Ren, Ali und Georgiam. Die vier Jugendlichen stammen aus Afghanistan, Syrien oder Rumänien und haben durch ihre Fluchtgeschichte viele Umbrüche erlebt. Die Duisburger Tänzerin Mia Bilitza verarbeitete diese mit ihnen in einer Tanz-Performance. Etwa 15 Jugendliche, die Internationale Klassen besuchen, tanzen in dem Projekt mit. „Wir setzen diese Umbrüche in Bewegungen um, tanzen zu radikaler Musik, die wechselt zwischen sanften Geigenklängen bis zu hartem Rock“, erklärt Mia Bilitza. „Durch das Tanzprojekt habe ich viele Kontakte geknüpft und dadurch besser Deutsch gelernt“, meint der 17-jährige Omid aus Afghanistan, der seit einem Jahr das Sophie-Scholl-Berufskolleg besucht. „Ich bin dankbar, dass ich tanzen darf und hier so viel Respekt und Toleranz erfahre.“

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