Herbst

Duisburger Experte hat Brettspiele für Anfänger und Experten

Boris Roskothen testet mit den beiden Kunden Max Jochums und Jens Weber das Brettspiel „Magic Maze“.

Foto: Michael Dahlke

Boris Roskothen testet mit den beiden Kunden Max Jochums und Jens Weber das Brettspiel „Magic Maze“. Foto: Michael Dahlke

Duisburg.   Die Internationale Spielemesse hielt 1200 Neuheiten bereit. Der Duisburger Boris Roskothen bietet eine Auswahl von 3000 Brettspielen.

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Magier, Zwerg, Elf und Barbar wollen im Kaufhaus die Ausrüstung für ein neues Abenteuer stehlen. Um nicht erwischt zu werden, müssen sie still sein… - Nun, das mit dem Stillsein war so eine Sache. Spontan spielte Boris Roskothen mit Max Jochums und Jens Weber das Spiel „Magic Maze“. Kooperation und Schnelligkeit ist gefragt. Denn die Sanduhr lief unaufhörlich. Drei Minuten blieben, um zu reagieren. Die drei Männer hatten ihren Spaß, mussten viel lachen, durften aber nicht sprechen oder gestikulieren, was zusätzlich das Zwerchfell strapazierte.

Das Brettspiel ist eines der rund 1200 Neuheiten weltweit, die während der 35. Internationalen Spieltage „Spiel“ in Essen, eine Messe für Endverbraucher, zu sehen waren. Gerade jetzt im Herbst, wenn die Tage kürzer und das Wetter schmuddeliger wird, bietet sich ein Spiel geradezu an, um sich mit der Familie oder mit Freunden im warmen Heim die Zeit zu vertreiben. „Magic Maze“ war für Max Jochums neu, eigentlich interessierte er sich für „Onitama“, das im weiten Sinne dem Schachspiel ähnelt, muss doch hier der eigene König verteidigt und möglichst die Position des gegnerischen Königs eingenommen werden. Der Unterschied: Karten schreiben die Züge vor.

Jens Weber dagegen besuchte mit seiner Frau Roskothen, um sich Anregungen für Weihnachtsgeschenke zu holen. Zufällig schlenderte der junge Mann in die Spiele-Abteilung, ließ sich nicht zweimal bitten und befand sich plötzlich in einem kooperativen Echtzeit-Krimi, bewegte gemeinsam mit Boris Roskothen und Max Jochums alle Figuren in die von einem persönlichen Aktionsblättchen vorgegebenen Richtungen.

Kaum Ahnung von Brettspielen

Das Spiel fesselte alle Drei derart, dass sie offenbar die Zeit vergaßen. Jens Jochums schreckte zwischendurch hoch: „Ich weiß gar nicht, wo meine Frau ist.“ Und steckte sofort wieder mitten im Spiel. Der junge Mann gibt zu, kaum Ahnung von Brettspielen zu haben. „Mensch-ärgere-Dich-nicht“ spielt er allenfalls mal mit seinen beiden Kindern (sieben und drei Jahre alt). Max Jochums dagegen ist schon ein Profi. Er gibt aber zu: „Magic Maze hat mich erst ein bisschen überfordert und dann aber Spaß gemacht.“ Schon von Kindesbeinen kennt er Brettspiele, die heute für ihn und seine Freunde ein schöner Freizeitausgleich sind: „Man sitzt sonst nur vor dem PC. Bei Spielen wird man geistig gefordert und muss sich Gedanken machen, welche Konsequenzen die Züge haben.“

Spiele dem Adel vorbehalten

Boris Roskothen kann das nur bestätigen: „Heute geht es im Studentenalter los. Man trifft sich mit Freunden und hat keine Lust mehr, sich mit Elektronik zu befassen.“ Vor mehr als einhundert Jahren waren Spiele übrigens Luxus und dem Adel vorbehalten, etwa Schach. Heute dagegen ist das Angebot vielfältig. „Monopoly und Mensch-ärgere-Dich-nicht sind langweilig im Vergleich zu dem, was es heute gibt“, sagt Spiele-Experte Roskothen, der eine Auswahl von 3000 Exemplaren in den Regalen stehen hat, angefangen von abstrakten Spielen, über Kooperationsspiele bis hin zu Unterhaltungs-/Partyspielen – allesamt mit unterschiedlichen Themen. Da geht es häufig um Weltrettung (zum Beispiel Legacy Pandemie) oder Krieg (etwa Captain Sonar).

Noch vor 30 Jahren, so der Fachmann, gab es nur wenig gute Spiele. Mittlerweile sei es eine Riesengemeinschaft geworden. Und so gibt es einfache, familientaugliche Spiele, aber auch Expertenspiele, die durchaus schon mal mehrere Stunden dauern können. Ein Beispiel ist „Mombasa“ (Träger des Spielepreises 2016) von Spiele-Erfinder Alexander Pfister.

Nachspiel am heutigen Samstag

Immer wieder veranstaltet Boris Roskothen in seinem Geschäft auf dem Sonnenwall Spieleabende. Vor der Spielemesse in Essen hatte er Interessierte zum „VorSpiel“ eingeladen. Während der Extraschicht gab es ein „ExtraSpiel“ im Innenhafen. Am heutigen Samstag, 11. November, öffnet er sein Geschäft von 11 bis 18 Uhr noch ein zweites Mal für das „NachSpiel“.

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