Natur

Biotopen-Rundgang in Duisburg klärt über Wildblumen auf

Leiterin Daniela Scharf erklärt den Teilnehmern die nützlichen Eigenschaften der Wildblumen.

Leiterin Daniela Scharf erklärt den Teilnehmern die nützlichen Eigenschaften der Wildblumen.

Foto: Joerg Schimmel / FUNKE Foto Services

Wanheimerort.  Zu den Umwelttage veranstaltete die VHS einen Biotopen Rundgang in einem Gewerbegebiet in Duisburg-Wanheimerort. Weitere Exkursionen geplant.

Ein schön gemähter Rasen ist eigentlich etwas feines. Eigentlich. Daniela Scharf, Biologin und am Samstag Führerin der „Biotope in Duisburg“-Reihe der VHS, stöhnt kurz auf als sie die glatt gemähte Wiese auf dem Gelände der Alten Kaserne in Wanheimerort sieht. „Vor zwei Tagen war die Wiese hier noch hoch und mit allerhand Blumen bewachsen“, erinnert sie sich, aber auch so findet die Expertin noch genug Pflanzen, über die sie den gut 25 Teilnehmern der Exkursion eine Menge erzählen kann.

Los gehts mit echten Überlebenskünstlern, die sich in einer Gabione, einem Käfig gefüllt mit Steinen, angesiedelt haben. „Ich bin froh, dass die Gabione hier funktioniert“, freut sich Scharf, „ich kenne Orte in Duisburg, da stehen die Dinger schon 30 Jahre und da wächst noch überhaupt nichts.“ Auf dem Kasernengelände wächst aber zum Beispiel die sehr elegant benannte „Tripmadam“, eine gelbe Pflanze, mit der sonst zum Beispiel Hausdächer begrünt werden. „Die können Hitze aushalten und sind sehr genügsam, quasi unkaputtbar“, erklärt Daniela Scharf den interessierten Zuhörern.

Teilnehmer schreiben fleißig mit

Fast alle Teilnehmer haben kleine Notizbücher dabei und fragen hin und wieder nach den optimalen Bedingungen für die Gewächse, schon mit dem Blick auf den heimischen Garten.

Ob sich das Purpurmoos dort gut machen würde sei dahingestellt, eine Schönheit ist der dunkelgrüne Klumpen jedenfalls nicht. Aber so wie sein Nachbar in der Gabione, die Becherflechte, ist auch das Moos sehr anspruchslos, Hitze, Trockenheit und sandiger Boden sind kein Problem. Ähnlich ist das auch beim aufgeblasenen Leimkraut, das sieht mit seinen weißen Blüten aber wesentlich hübscher aus. „Hier kommt der Stempel aus der Blüte“, erläutert die Biologin und gibt die Blume durch die Runde, „da gehen auch Insekten sehr gerne ran.“

Lila Wiesensalbei: Der Hingucker

Auf der fast komplett gemähten Wiese wächst am Boden das Ferkelkraut, das dem Löwenzahn sehr ähnlich sieht und sich auch per Flugsamen fortpflanzt. Wie die anderen Pflanzen am Boden, weiß Daniela Scharf, profitiert auch das Ferkelkraut von den Hinterlassenschaften der Hunde im Park, aus denen es sich Nährstoffe zieht. Ein echter Hingucker ist auch der Lila Wiesensalbei, der zwar zum Kochen nicht taugt, dafür aber optisch ein echter Star unter den Wildblumen ist. Die Schafgarbe, eine alte Heilpflanze, besticht durch ihren charakteristischen Geruch – und im Park auf dem Kasernengelände auch durch eine besondere Mutation. „Die lilane Schafgarbe kommt etwa einmal bei tausend Pflanzen vor“, freut sich Expertin Scharf.

Ein Favorit bei den Teilnehmern der Führung ist die Heidenelke. Die winzige, knallpinke Blume sieht nicht nur besonders schick aus, sondern lockt mit ihrem weißen Punktkranz auch Hummeln und Bienen an. Weiter geht es, vorbei an Luzernen, Margeriten, Brombeeren und einer seltenen Zerreiche – und die Einkaufslisten für den nächsten Besuch im Gartencenter werden immer länger.

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