Studie

Binnenschifffahrt wehrt sich gegen Masterarbeit der UDE

Könnte die Stickoxid-Belastung in Städten am Rhein trotz Diesel-Fahrverboten für Pkw wegen der Binnenschifffahrt zu hoch sein?

Könnte die Stickoxid-Belastung in Städten am Rhein trotz Diesel-Fahrverboten für Pkw wegen der Binnenschifffahrt zu hoch sein?

Foto: Hans Blossey

Duisburg.  Die Binnenschifffahrt hat auf eine Masterarbeit der Uni Duisburg-Essen reagiert, nach der die Schifffahrt Diesel-Fahrverbote unwirksam macht.

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Die Masterarbeit von Lennart Korsten wird zurzeit vielerorts diskutiert. Er soll in einer Studie zum Ergebnis gekommen sein, dass die Stickoxidbelastung im Jahr 2030 auch mit Diesel-Fahrverboten für Pkw in Gemeinden, die am Rhein liegen, zu hoch wäre. Schuld daran sei die Binnenschifffahrt. Dieses Szenario hat Professor Michael Schreckenberg von der Uni Duisburg-Essen gegenüber Medien bekanntgegeben.

„Es sollte kein Angriff auf die Binnenschifffahrt sein“, stellt Korsten klar. Der angehende Physiker sei in seiner Studie generell davon ausgegangen, dass Schiffsmotoren sauberer werden. „Es hat jetzt den Anschein gemacht, dass im Binnenschifffahrtssektor nichts gegen Schadstoffe gemacht wird. Das ist aber nicht der Fall“, sagt er.

Emissionen sollen eingespart werden

Marcel Lohbeck, Geschäftsführer des Vereins für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen, ergänzt: „Der Sektor unternimmt unheimlich viel, um grüner zu werden. Emissionen sollen eingespart werden. Daran wird seit Jahren mit vielen Projekten gearbeitet“, so Lohbeck. Allen Beteiligten sei aber klar, dass dringend etwas getan werden müsse, weil zurzeit nahezu 100 Prozent der Schiffe im kommerziellen Sektor mit Diesel betrieben werden würden.

Auch der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) hat sich in das Thema eingeschaltet. Der BDB wirft Prof. Schreckenberg vor, „lediglich populärwissenschaftliche Häppchen Preis zu geben“. Es sei in seinen Aussagen beispielsweise kein Hinweis darauf zu finden, dass „die zahlreichen anderen mit Diesel betriebenen Motoren (Lkw, Lokomotiven oder Triebwagen, Anm. d. Red.), die in Innenstädten regelmäßig anzutreffen sind, berücksichtigt wurden“.

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