Gericht

Bei MSV-Spiel Steine auf Polizisten geworfen - Bewährung

Der in der heutigen Duisburger City liegende Gebäudekomplex des Land- und Amtsgerichts Duisburg entstand zwischen den 70-er Jahren des 19. Jahrhunderts und dem Beginn des 20. Jahrhunderts

Foto: Stephan Eickershoff

Der in der heutigen Duisburger City liegende Gebäudekomplex des Land- und Amtsgerichts Duisburg entstand zwischen den 70-er Jahren des 19. Jahrhunderts und dem Beginn des 20. Jahrhunderts Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg   Nach einem Spiel des MSV Duisburg gegen Hansa Rostock hat ein Mann aus Güstrow (30) Steine auf Polizisten geworfen. Jetzt stand er vor Gericht.

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Wegen zweifacher gefährlicher Körperverletzung fand sich ein 30-jähriger Mann aus Güstrow vor dem Amtsgericht Duisburg wieder. Am 22. Oktober 2016 hatte er nach einer Drittliga-Begegnung des MSV mit Hansa Rostock im Duisburger Hauptbahnhof zwei Polizisten durch Würfe mit Steinen leicht verletzt.

Gegen 17.45 Uhr war der Angeklagte in ein Gleisbett gesprungen, hatte faustgroße Steine ergriffen und sie in Richtung der eingesetzten Beamten geschleudert. Er traf zwei Polizisten, zum Glück allerdings nur am Fuß und am Bein. Außer Prellungen hatte die Tat keine Folgen.

Rückhaltloses Geständnis

„Es war eigentlich ein schöner Tag“, berichtete der 30-Jährige. Morgens habe er sich mit Freunden getroffen und sei dann per Zug nach Duisburg gefahren. Es sei reichlich Alkohol getrunken worden. „Das soll aber keine Entschuldigung sein“, so der Angeklagte. „Was ich getan habe, ist nicht zu entschuldigen.“

Obwohl die Rostocker mit 1:0 gewannen, sei die Stimmung irgendwann gekippt. „Es gab wohl Randale und viele Kontrollen durch die Polizei.“ Deshalb sei man eine Stunde zu spät am Hauptbahnhof angekommen. „Ich musste befürchten, dass ich meinen Anschlusszug nicht mehr kriege.“ Aus Wut darüber habe er zu den Steinen gegriffen. „Das war einfach nur dumm.“

Polizisten wiesen Entschuldigung zurück

Der Versuch des 30-Jährigen, sich bei den beiden Verletzten zu entschuldigen ging gründlich schief. „Solche Entschuldigungen hören wir jede Woche“, wiesen die Polizisten die Worte des Angeklagten zurück.

Eine gewisse Reue nahm ihm das Schöffengericht dennoch ab. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass der 30-Jährige im Gegensatz zu anderen so genannten Fans, die sich wegen ähnlicher Delikte verantworten müssen, noch nie zuvor mit dem Gesetz in Konflikt geraten war. Das Gericht setzte eine einjährige Haftstrafe auf drei Jahre zur Bewährung aus. „Ohne Geständnis wäre das mit Sicherheit anders ausgegangen“, so die Vorsitzende.

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