Gericht

Betrüger blickte vor Gericht selbst nicht durch

Die denkmalgeschützte Fassade des Land- und Amtsgerichts Duisburg an der Königstraße

Foto: Stephan Eickershoff

Die denkmalgeschützte Fassade des Land- und Amtsgerichts Duisburg an der Königstraße

Duisburg   Firmen eines Mündelheimers kassierten Geld, um Rentner angeblich vor Werbeanrufen zu schützen

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Werbe-Anrufe können einem auf die Nerven gehen. Und so waren die meist älteren Kunden zweier Duisburger Firmen auch bereit, Geld zu bezahlen, wenn das lästige Gebimmel aufhöre. Doch am Ende eines Verfahrens vor dem Amtsgericht am König-Heinrich-Platz sah am Montag alles danach aus, als wenn 121 Kunden umsonst bezahlt hatten. Für den ehemaligen Geschäftsführer der fragwürdigen Firmen gab es trotzdem eine milde Bewährungsstrafe.

Zwischen Dezember 2014 und Juni 2015 hatte der 26-jährige Mündelheimer an der Spitze der beiden Firmen gestanden. Die Anklage warf ihm 578 Fälle des Betruges vor, von denen 457 im Versuch stecken geblieben waren. In 121 Fällen hatten Kunden insgesamt knapp 12.000 Euro gezahlt.

Angeklagter: „Ich habe nur den Namen hergegeben.“

Der Angeklagte behauptete zunächst, es sei doch tatsächlich eine Dienstleistung angeboten worden: Die telefonisch geworbenen Kunden seien in Listen eingetragen worden, um sie bei einer Vielzahl von Adressen-Agenturen sperren zu lassen. Allerdings vermittelte der Angeklagte nicht den Eindruck, als habe er wirklich verstanden, für was er da nach den Buchstaben des Gesetzes verantwortlich war.

Nach mehreren Verhandlungsunterbrechungen gab er schließlich zu, dass es keine wirksame Kontrolle gegeben habe, ob die vertragliche Zusage an die Kunden, Werbeanrufe zumindest deutlich zu reduzieren, auch eingehalten wurde. Der vorherige Inhaber des Geschäfts, dem er aufgrund langjähriger Freundschaft sehr vertraute, habe ihn in die Sache mit hineingezogen. „Ich habe nur meinen Namen hergegeben. Tatsächlich war ich eher selten in der Firma.“

Aufgrund der Tatsache, dass der Angeklagte ein Geständnis ablegte, die Betrügereien von einem Freund initiiert wurden und er zuvor noch nie strafrechtlich in Erscheinung getreten war, ließ das Schöffengericht den 26-Jährigen mit einem gnädigen Urteil davonkommen: Eine einjährige Haftstrafe wurde auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

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